Das am 7. März 2009 gestartete Weltraumteleskop Kepler hat als erstes Testobjekt den jupiterähnlichen Gasriesen HAT-P-7b unter die Lupe genommen. Dieser etwa 1.000 Lichtjahre entfernte Exoplanet war im letzten Jahr vom Hungarian Automated Telescope Network (HATNet) entdeckt worden. Die von Kepler gemessene Lichtkurve ist so präzise, dass man sogar die Tag- von der Nachtseite des Exoplaneten unterscheiden kann: HAT-P-7b besitzt eine dauerhafte Tagseite, deren Oberflächentemperatur rund 2.400 Grad Celsius beträgt. Seine Nachtseite ist dagegen mehr als 800 Grad kälter. Keplers Beobachtungen erlauben auch Rückschlüsse auf die Zusammensetzung der Atmosphäre des Planeten. Demnach finden sich dort ungewöhnliche chemische Verbindungen wie z.B. Titanoxid.
HAT-P-7b umkreist seinen Heimatstern in nur 2,2 Tagen und ist ihm 26 Mal näher als die Erde der Sonne.
Solscape
Erdnaher Asteroid entpuppt sich als kosmisches Trio
Eine seltene Entdeckung ist Marina Brozovic und Lance Benner vom Jet Propulsion Laboratory geglückt, als sie im Juni 2009 den Vorbeiflug des erdnahen Asteroiden 1994 CC verfolgten (am 10. Juni hatte der Asteroid mit 2,52 Millionen Kilometern die größte Annäherung an die Erde). Ihre Beobachtungen mit dem Goldstone Solar System Radar ergaben, dass der Gesteinsbrocken etwa 700 Meter groß ist und von zwei Begleitern mit je 50 Metern Durchmesser umkreist wird.
Triple Asteroid System Triples Observers‘ Interest
Siehe auch:
Solscape – Der Dreifach-Planetoid (153591) 2001 SN263
Spitzer betrachtet den Kosmos durch "warme" Infrarotaugen

Sternentstehungsgebiet
in der Wolke DR22
im Sternbild Schwan,
aufgenommen von Spitzer.
(NASA/JPL-Caltech)
Im Mai 2009 war Spitzer das flüssige Helium ausgegangen, mit dem das Weltraumteleskop auf -271°C abgekühlt wurde. Derart niedrige Temperaturen werden zum Betrieb der hochempfindlichen Infrarotdetektoren benötigt.
Neue Bilder, aufgenommen mit zwei Infrarotdetektoren, die bei „wärmeren“ Temperaturen funktionieren, zeigen nun, dass das Weltraumteleskop Spitzer ein überaus leistungsstarkes Werkzeug zur Erforschung des Universums bleibt. Auf den Bildern sind ein betriebsames Sternentstehungsgebiet in der Staub- und Gaswolke DR22 im Sternbild Schwan (Cygnus), der planetarische Nebel NGC 4361 sowie die Spiralgalaxie NGC 4145 zu sehen, die sich 68 Millionen Lichtjahre entfernt im Sternbild Jagdhunde (Canes Venatici) befindet.
Variationen der Methanvorkommen auf dem Mars
Bereits im Jahr 2003 hatten Forscher bei Beobachtungen mit irdischen Teleskopen große Methanfahnen entdeckt, die sich im Sommer über der Nordhalbkugel des Mars bildeten. Mit einem umfassenden Atmosphärenmodell haben Franck Lefèvre und François Forget von der Université Pierre et Marie Curie in Paris nun versucht, das Phänomen nachzuvollziehen – und stießen dabei auf eine Reihe von Problemen. Am ehesten ließen sich die beobachteten Variationen mit einer Quelle reproduzieren, aus der binnen Wochen rund 150.000 Tonnen Methan entwichen, das wiederum innerhalb weniger Monate vollständig abgebaut wurde. Nach heutigem Wissensstand sollten sich die jährlichen marsweiten Emissionen allerdings auf wenige Hundert Tonnen Methan belaufen, zudem sollte ein Methanmolekül in der Marsatmosphäre eine typische Lebensdauer von einigen Jahrhunderten haben. Jegliche Emission müsste demnach binnen Wochen gleichmäßig in der Atmosphäre des Roten Planeten verteilt sein. Da für andere Gase die Vorhersagen des Modells gut mit den Beobachtungen übereinstimmen, gehen Lefèvre und Forget davon aus, dass vielleicht chemische Reaktionen des Methans an der Marsoberfläche eine größere Rolle spielen als bislang angenommen. In diesem Fall müsste der Marsboden höchst aggressive Verbindungen enthalten.
ESA Science & Technology: Reconciling methane variations on Mars
Raumfähre Endeavour sicher in Florida gelandet
Die Raumfähre „Endeavour“ ist nach ihrer 16-tägigen, erfolgreichen Mission zur Internationalen Raumstation sicher zur Erde zurückgekehrt. Die Landung auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida erfolgte heute um 16:48 Uhr MESZ.
Mit an Bord war auch der Japaner Koichi Wakata, der seit März 2009 als Bordingenieur in der ISS gearbeitet hatte. Er wurde von Tom Kopra abgelöst.
Elf Tage lang hatten die Crews von „Endeavour“-Kommandant Mark Polansky und dem russischen ISS-Kommandanten Gennadi Padalka die erste 13-köpfige Mannschaft in der Geschichte der Raumfahrt gebildet. Ihre Hauptaufgabe war die Vollendung des japanischen Weltraumlabors Kibo. Dazu montierten die Astronauten bei insgesamt fünf Ausstiegen eine rund vier Tonnen schwere Außenplattform für wissenschaftliche Experimente und wechselten sechs Batterien an einem der Sonnensegel aus.
Die nächste Mission mit der Raumfähre „Discovery“ wird frühestens am 25. August starten.
Nibelungenlied wird Weltdokumentenerbe der UNESCO
Wie die Deutsche UNESCO-Kommission in Bonn gestern mitteilte, hat das Internationale Komitee für das UNESCO-Programm „Memory of the World“ die Aufnahme des Nibelungenliedes in das Register des Weltdokumentenerbes empfohlen.
Das JPL "rockt"!
Das Jet Propulsion Laboratory (JPL) hat eine neue Internetseite eingerichtet, die über Asteroiden und dabei insbesondere über potentiell gefährliche, erdnahe Asteroiden informiert: Asteroid Watch
WhiteKnightTwo der Öffentlichkeit vorgestellt
Auf der diesjährigen AirVenture-Luftfahrtshow in Oshkosh, Wisconsin, wurde Virgin Galactic’s WhiteKnightTwo erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Sir Richard Branson, Gründer und Chef der VirginGroup, ließ es sich dabei nicht nehmen, selbst mit dem Trägerflugzeug von SpaceShipTwo mitzufliegen.
Gigant in Aufruhr

Bild von Beteigeuze im nahen Infrarot.
(ESO and P. Kervella)
Einem internationalen Team von Astronomen unter der Leitung von Keiichi Ohnaka vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn gelang die bisher schärfste Aufnahme des sterbenden Riesensterns Beteigeuze im Sternbild Orion. Demnach bewegt sich das Gas in der Atmosphäre von Beteigeuze in gewaltigen Blasen heftig auf und ab. Diese Gasblasen erreichen fast die Größe des Sterns selbst.
Derartige Gasblasen spielen eine Schlüsselrolle in der letzten Lebensphase eines Sterns: wenn ein Stern seinen Wasserstoffvorrat vollständig verbrannt hat, dehnt er sich in Folge der wesentlich energiereicheren Heliumfusion in seinem Kern enorm aus. In dieser Zeit stößt er einen Großteil seiner äußeren Hülle ab, bevor sein Kern schließlich als Supernova explodiert.
Sharpest views of Betelgeuse reveal how supergiant stars lose mass
Siehe auch: Solscape – Liebling, ich habe Beteigeuze geschrumpft!
Gigant unter der Erde

Erste beeindruckende Aufnahmen
aus der Hang Son Doong.
(Fotos: Barcroft Media/
Fame Pictures/astroarts.org)
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Ein 13 Mitglieder umfassendes britisch-vietnamesisches Speläologen-Team hat in den Tiefen des Dschungels von Vietnam den wohl größten Höhlenraum der Welt entdeckt. Die Hang Son Doong (Mountain River Cave) getaufte Höhle ist mehr als 200 Meter hoch, über 150 Meter breit und erstreckt sich über eine Länge von mindestens 4,5 Kilometern. Durch die ersten 2,5 Kilometer der Kalkstein-Höhle schlängelt sich ein unterirdischer Fluss. Manche der von den Forschern in der Höhle vorgefundenen Stalagmiten sind mehr als 70 Meter hoch.
Einheimische hatten den Höhleneingang zwar bereits im Jahr 1991 gefunden, wegen der Geräusche, die der unterirdische Fluss sowie Luftströmungen verursachten, hatten sie es jedoch nicht gewagt, die Öffnung in der Felswand zu betreten.
