Solscape

Ein Meilenstein in der Erforschung des Mars

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Mars Exploration Rovers @ Sol 2000
(Logo: Glen James Nagle)

Der Marsrover Spirit, ursprünglich für eine nur 3-monatige Forschungsmission konzipiert, befindet sich heute seit 2.000 Marstagen (Sols) im aktiven Dienst! Opportunity wird diese magische Marke in 20 Marstagen erreichen.

Komet "Wild 2" enthält die Aminosäure Glycin

Am 2. Januar 2004 flog die Raumsonde Stardust etwa 390 Millionen Kilometer von der Erde entfernt durch den Schweif des Kometen „Wild 2“ und sammelte dabei Staubteilchen ein. Ein Kanister mit den Proben ging zwei Jahre später in der Wüste von Utah nieder.
Nun hat ein Team um die Astrobiologin Jamie Elsila von NASA’s Goddard-Forschungszentrum im US-Bundesstaat Maryland mikroskopische Spuren der Aminosäure Glycin aus dem von Stardust eingesammelten Staub extrahiert. Glycin ist ein wichtiger Baustoff der Proteine.
Der Fund bekräftigt die Theorie, wonach die Rohstoffe des irdischen Lebens ihren Ursprung im Weltall haben und möglicherweise mit Kometen und Asteroiden auf die Erde kamen. So wurde Glycin schon in mehreren Meteoriten entdeckt – beispielsweise in einem, der 1969 nahe des australischen Ortes Murchison niederging [1]. Auch in Molekülwolken wie Sagittarius-B2, Orion-KL und W51 wurde bereits Glycin nachgewiesen [2].

NASA Researchers Make First Discovery of Life’s Building Block in Comet

Jet Propulsion Laboratory Blog: Comets and Life On Earth

[1] Murchison-Meteorit

[2] Amino acid detected in space

Europäisches Weltraumteleskop Planck geht in Betrieb

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Planck vor einer Karte
des kosmischen Mikrowellenhintergrunds.
Künstlerische Darstellung.
(ESA/NASA/WMAP)

Das europäische Weltraumteleskop Planck, das den kosmischen Mikrowellenhintergrund kartieren soll, hat am 13. August 2009 seinen normalen Betrieb aufgenommen. In den kommenden 15 Monaten wird Planck eine präzise Karte des Himmels im Wellenlängenbereich von 0,3 Millimetern bis zu einem Zentimeter erstellen. Planck übertrifft damit die Messgenauigkeit seines Vorgängers WMAP um ca. das Zehnfache.
Der kosmische Mikrowellenhintergrund stammt von heißem Gas, das etwa 380.000 Jahre nach dem Urknall den gesamten Raum erfüllte. Zu dieser Zeit hatte sich das Universum erstmals so weit abgekühlt, dass sich Elektronen und Atomkerne zu Atomen verbanden und der Weltraum durchsichtig wurde. Die stetige Expansion des Raumes dehnte die damals als Infrarotlicht entsandten Wellen bis heute um den Faktor 1.000, so dass wir diese Wellen jetzt als Mikrowellen empfangen. Im kosmischen Mikrowellenhintergrund zeigt sich also unmittelbar die ursprüngliche Verteilung der Materie im Weltall, noch lange bevor das Gas zu ersten Galaxien verklumpte.
Aus der gemessenen Struktur können Physiker die Anfangsbedingungen des Universums zurückberechnen. Auch verschiedene Urknallmodelle und die damit verbundenen Theorien der Quantengravitation lassen sich mit den neuen Daten des Planck-Teleskops überprüfen.
In etwa 18 Monaten sollen die vollständigen Karten des kosmischen Mikrowellenhintergrunds vorliegen.

Planck Satellite – UK Outreach Site

Mondregenbogen über Patagonien

Genau wie Regenbögen von der Sonne beleuchtet werden, werden Mondregenbögen vom Mond beleuchtet. Da die Sonne sehr viel heller als der Mond ist, leuchten von der Sonne beschienene Regenbögen viel stärker und sind häufiger zu beobachten als Mondregenbögen. Der Zeitraffer-Film zeigt nicht nur einen Mondregenbogen, sondern auch mehrere Regenbögen, wandernde Wolken und den Sternenhimmel, wie er im Februar 2009 über Patagonien in Chile zu sehen war. Die geringfügige Bewegung der Regenbögen entsteht durch die sich verändernde Himmelsposition der Sonne. Da das Mondlicht reflektiertes Sonnenlicht ist, sind die Farben des Mondregenbogens fast dieselben wie die der Regenbögen. Sowohl die Regenbögen als auch der Mondregenbogen entstanden durch Licht, das in kleinen Wassertröpfchen gestreut wurde – typischerweise von einem Regenfall ganz in der Nähe. Die Regentropfen verhalten sich dabei wie Miniaturprismen, die zusammen das pittoreske Spektrum an Farben erzeugen, das zu beobachten ist.

Astronomen entdecken Planetarische Supernebel

Bislang ging man davon aus, dass sich Planetarische Nebel nur um sterbende Sterne bilden können, die etwa die Größe und Masse unserer Sonne besitzen. Doch auch mittelschwere Sterne vergehen nicht sang- und klanglos, vermuten Miroslav Filipović von der University of Western Sydney und seine Kollegen. In den Magellanschen Wolken fanden die Astronomen gleich fünfzehn ungewöhnlich intensiv strahlende Planetarische Nebel. Diese farbenprächtigen Sphären aus leuchtendem Gas könnten ihrer Ansicht nach von alternden Sternen mit bis zu acht Sonnenmassen ausgestoßen worden sein. Um die besonderen Eigenschaften der Objekte hervorzuheben, bezeichnen die Forscher sie als „Planetarische Supernebel“.
Filipović und Kollegen machten ihre Entdeckung, als sie die Daten aus aufwändigen Radiobeobachtungen der Magellanschen Wolken mit Katalogen bekannter Planetarischer Nebel abglichen. Für vier Radioquellen in der Kleinen Magellanschen Wolke und für elf Radioquellen in der Großen Magellanschen Wolke ergab sich eine klare Übereinstimmung. Beobachtungen mit optischen Teleskopen halfen, andere Strahlungsquellen auszuschließen und somit die Identifizierung zu bestätigen.
Die Radiostrahlung der Supernebel in der Kleinen Magellanschen Wolke ist sogar wesentlich intensiver als die von Pendants in der Milchstraße selbst. Dies bedeutet, dass allein die jeweiligen Gashüllen der sterbenden Sterne ein Mehrfaches der Sonnenmasse aufweisen.

Super Planetary Nebulae

Abstract: Radio planetary nebulae in the Magellanic Clouds

Planetarischer "Geisterfahrer"

David Anderson von der Keele University und seine Kollegen haben in einer Entfernung von etwa 1.000 Lichtjahren einen Exoplaneten entdeckt, der seinen Heimatstern retrograd umkreist.
Der als WASP-17b bezeichnete Planet ist zwar nur halb so massereich wie Jupiter, dafür aber auf fast das Doppelte von dessen Größe aufgebläht. Die Forscher spekulieren, dass sein exzentrischer Orbit für die geringe Dichte verantwortlich sein könnte: während eines Umlaufs wird der Exoplanet intensiven Gezeitenkräften ausgesetzt, wodurch sich der Gasriese aufheizt und sein Umfang anwächst. Tatsächlich besitzt er unter allen bisher bekannten Exoplaneten die geringste Dichte – etwa vergleichbar mit der Dichte von Styropor.
Als Grund für den exzentrischen Orbit vermuten die Wissenschaftler eine nahe Begegnung mit einem anderen großen Planeten, die in der Frühzeit des fernen Systems stattfand. Die dabei wirkenden Gravitationskräfte haben WASP-17b möglicherweise aus der Bahn geworfen.

Huge new planet tells of game of planetary billiards

WASP-17b: an ultra-low density planet in a probable retrograde orbit

WASP Planets

wissenschaft.de – Geisterfahrerplanet bricht Größenrekord

Ein Sturm über Titans tropischer Wüste

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Dieses Bild von Titan,
aufgenommen am 14. April 2008
von Gemini Nord im nahen Infrarot
und mit adaptiver Optik,
zeigt den äquatorialen Sturm als helle Fläche.
(Gemini Observatory/AURA/
Henry Roe, Lowell Observatory/
Emily Schaller, Institute for Astronomy,
University of Hawaii)

Die äquatoriale Region von Saturns größtem Mond, Titan, ist zwar bei weitem kein tropischer Regenwald, doch neue Aufnahmen des Gemini-Observatoriums geben Hinweise darauf, dass die trockene, ultrakalte Wüste riesige Stürme hervorbringen kann.

Storm Brews Over Titan’s Tropical Desert

Huge Storm Detected on Titan

Caltech Scientists Discover Storms in the Tropics of Titan

wissenschaft.de – Sturmwarnung für Titan

HiRISE-awesomeness!

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Perspektivische Aufnahme des Victoria-Kraters.
(NASA/JPL-Caltech/University of Arizona)

HiRISE, die hochauflösende Kamera an Bord des Mars Reconnaissance Orbiter, sendete eine ganze Reihe beeindruckender neuer Bilder zur Erde, darunter eine perspektivische Aufnahme des Victoria-Kraters – jenes Marskraters, den der Rover Opportunity zwei Jahre lang erkundet hatte.

HiRISE – An Oblique View of Victoria Crater

HiRISE – Interesting Crater in Meridiani Planum

HiRISE – Eroded Craters and Sharp Ridges

HiRISE – Gullies Incised on Crater Wall

Crash in planetarer Kinderstube

Mit Hilfe des Weltraumteleskops Spitzer fanden Carey Lisse von der Johns Hopkins University und seine Kollegen Hinweise für eine Kollision in der protoplanetaren Scheibe um den rund 100 Lichtjahre entfernten Stern HD 172555: ein Objekt von der Größe des Erdmondes prallte dort in einen merkurgroßen Planeten.
Im Infrarotspektrum des etwa zwölf Millionen Jahre alten Sterns hatten die Astronomen ungewöhnliche Signaturen entdeckt, die auf Obsidian und sog. Tektite schließen lassen. Zudem findet sich in der Umgebung des Sterns reichlich Siliziumoxid-Gas als Relikt verdampften Gesteins.
Gemessen an den Kollisionsprodukten waren die beteiligten Gesteinskörper mit einer Relativgeschwindigkeit von mindestens zehn Kilometern pro Sekunde aufeinander geprallt. Nach Schätzungen von Lisse liegt diese Kollision nur wenige Jahrtausende zurück.

Planet Smash-Up Sends Vaporized Rock, Hot Lava Flying