China hat eine viel beachtete Premiere im All gefeiert: erstmals absolvierte ein Astronaut aus dem Reich der Mitte einen Außeneinsatz im Weltraum. Der 41-jährige Zhai Zhigang verließ das Raumschiff „Shenzhou 7“ heute gegen 10:45 Uhr MESZ für etwa 15 Minuten. „Ich grüße die Chinesen und die Menschen in der Welt“, sagte Zhai bei seinem Aufenthalt im All. China ist nach der ehemaligen Sowjetunion (18. März 1965, Alexei Leonow, Woschod-2) und den USA (3. Juni 1965, Edward White, Gemini 4) nun der dritte Staat, der im Alleingang einen Weltraumspaziergang absolvierte.
Solscape
Lavaablagerungen in Mangala Fossae

Die High Resolution Stereo Camera (HRSC) an Bord der europäischen Raumsonde Mars Express machte Aufnahmen von Mangala Fossae, einem System von Ausflusskanälen auf dem Mars, die Hinweise auf Lavaablagerungen und katastrophale Fluten beherbergen.
DLR Mars Express: Flutbasalte in der Region Mangala Fossae
Zweiter Merkur-Vorbeiflug von MESSENGER
Am 6. Oktober 2008 fliegt die US-Raumsonde MESSENGER zum zweiten Mal am sonnennächsten Planeten Merkur vorbei. Die Sonde wird die kraterzernarbte Oberfläche des kleinsten Planeten unseres Sonnensystems in rund 200 Kilometer Abstand passieren und dabei etwa 1.200 Bilder der Oberfläche aufnehmen.
MESSENGER Web Site
Forscher entdecken älteste Felsformation der Erde
Wie das Fachmagazin „Science“ in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, wurden entlang der Hudson Bay im Norden der kanadischen Provinz Quebec die ältesten Gesteinsformationen der Erde gefunden. Entdeckt wurden die Felsen von einem Forscherteam um Jonathan O’Neil und Professor Don Francis vom Department of Earth and Planetary Sciences der kanadischen McGill-Universität. Das Alter der Felsen konnte mit Hilfe von Neodym-142-Isotopen auf rund 4,3 Milliarden Jahre datiert werden. Angesichts des Gesamtalters unseres Planeten von etwa 4,6 Milliarden Jahren ermöglichen diese Gesteine damit einen Einblick in die noch junge Erdkruste.
McGill researchers find oldest rocks on Earth
Magnetstern schleudert Blitze
Astronomen haben ein extrem bizarres kosmisches Objekt ausfindig gemacht, inzwischen offiziell als Swift J195509+261406 bezeichnet, das nach einem Gammastrahlenausbruch 40 Lichtblitze aussendete und dann wieder in einen Ruhezustand versank. Wie Forscher des Max-Planck-Instituts im Fachmagazin „Nature“ berichten, könnte es sich bei dem Objekt um eine Sonderform eines Magnetars handeln. Magnetare sind junge Neutronensterne, die ein extrem starkes Magnetfeld besitzen – mehr als eine Trillion Mal stärker als das unserer Sonne. Die ungewöhnlichen Lichtblitze des Magnetars erklären die Wissenschaftler damit, dass sich der Magnetar möglicherweise in der Entwicklung zu einem normalen Neutronenstern befindet. Nach der gängigen Theorie nimmt das Magnetfeld dabei ab. Bisher fehlten jedoch Belege für diese Annahme. Das neu entdeckte Objekt könnte nun den ersten vielversprechenden Kandidaten für diese Belege darstellen.
Überraschende Blitze geben Rätsel auf
Erneut ein Exoplanet fotografiert?

Erst vor etwa einer Woche sorgte ein Foto für Schlagzeilen, das einen extrasolaren Planeten im Orbit um einen sonnenähnlichen Stern zeigt (siehe Erstes Foto eines Exoplaneten im Orbit um einen sonnenähnlichen Stern). Ein Jenaer Forscherteam hat nun nachgezogen, und ein Bild präsentiert, auf dem ein Objekt zu sehen ist, das um den 550 Lichtjahre entfernten Stern CT Cha kreist. Unklar ist noch, ob es sich tatsächlich um einen Planeten oder einen Braunen Zwerg handelt.
Astrophysiker der Universität Jena fotografieren einen neuen Planetenkandidaten
Rätsel um Polkappe des Mars gelöst
Schon seit langem wundern sich die Forscher darüber, dass die Lage der südlichen Polkappe des Mars von der geografischen Lage des Südpols abweicht, während sich ihr nördliches Gegenstück exakt am Pol befindet. Marco Giuranna vom Istituto di Fisica dello Spazio Interplanetario in Rom und seine Kollegen nutzten nun das Planetary Fourier Spectrometer (PFS) an Bord der europäischen Raumsonde Mars Express, um das Geheimnis zu lüften. Sie beobachteten, wie atmosphärisches Kohlendioxid aus der Gashülle am Südpol ausfriert, wenn auf dem Mars der Herbst in den Winter übergeht. Dabei bilden sich die von der Erde aus schon in einem kleinen Teleskop gut sichtbaren saisonalen Polkappen, die überwiegend aus gefrorenem Kohlendioxid bestehen. Während des Übergangs zum Winter bilden sich auf der Südhalbkugel des Roten Planeten dann zwei regionale Wettersysteme aus. Sie entstehen aus starken östlichen Winden, die für die mittleren marsianischen Breiten typisch sind. Dabei blasen die Winde direkt in das größte Einschlagbecken auf dem Mars, das Hellas-Becken. Durch die Tiefe des Kraters und seine steilen Wände werden die Winde abgelenkt, wobei sog. Rossby-Wellen entstehen. Die Rossby-Wellen lenken die Marswinde in großen Höhen ab und verschieben die von ihnen beeinflussten Wettersysteme in Richtung des Marssüdpols. Auf der westlichen Hemisphäre des Planeten entsteht dabei ein starkes Tiefdruckgebiet in Südpolnähe, während sich östlich davon ein Hochdrucksystem ausbildet. Die Forscher stellten fest, dass die Temperatur innerhalb des Tiefdrucksystems oft unterhalb des Kondensationspunkts für Kohlendioxid liegt und das Gas somit in Flocken aus der Atmosphäre herabrieselt. Im Hochdrucksystem dagegen kann sich niemals Kohlendioxidschnee bilden, so dass hier am Boden nur Raureif entsteht. Die Regionen mit dichter Schneedecke tauen auch im Sommer nicht völlig ab. Der Bodenfrost besteht dagegen aus größeren Partikeln, die bei Erwärmung leichter sublimieren können, da ihre zerklüfteten Oberflächen mehr Strahlung absorbieren. Der westliche Teil der südlichen Polkappe verdampft also langsamer während des Sommers als die weiter östlich gelegenen Regionen, die dann völlig frostfrei bleiben. Über lange Zeit hinweg können sich dann die in den saisonalen Polkappen enthaltenen Anteile von Wassereis in der Region westlich des geografischen Marssüdpols ansammeln.
Mars polar cap mystery solved
Sonderausstellung zum Thema "Kometen" in Dresden
Im Dezember 2008 jährt sich zum 250. Mal die Wiederentdeckung des Halleyschen Kometen durch den Naturwissenschaftler Johann Georg Palitzsch. Aus diesem Anlass wird das Heimat- und Palitzsch-Museum Prohlis in Dresden eine Sonderausstellung zum Thema „Kometen“ präsentieren. Neben dem aktuellen Forschungsstand bringt die Ausstellung den Besuchern auch die Geschichte der Kometenbeobachtung nahe. Erläutert wird zudem, wie es Wissenschaftlern im Jahr 1986 gelang, die Raumsonde Giotto bis auf 500 Kilometer an den Halleyschen Kometen heranzusteuern, und wie die Sonde Rosetta im Jahr 2014 auf dem Kometen Tschurjumow-Gerasimenko landen soll. Leihgaben aus anderen Museen, Modelle der europäischen Weltraumorganisation ESA, des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt sowie des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung runden das Angebot ab. Die Ausstellung beginnt am 24. Oktober 2008 und endet am 19. April 2009.
Zwei startbereite Raumfähren in Cape Canaveral
Für den am 10. Oktober 2008 geplanten Flug der Atlantis zum Weltraumteleskop Hubble hält die NASA jetzt zwei startfähige Raumfähren bereit. Am vergangenen Wochenende gesellte sich zur Atlantis die für eine eventuelle Rettungsmission vorgesehene Endeavour. Für den Fall einer schweren Havarie der Atlantis bei der letzten Wartungs- und Reparaturmission für das Weltraumteleskop soll die Endeavour in Rekordzeit starten können und die in Not geratenen Astronauten bergen. Diese extrem aufwändige Vorgehensweise liegt darin begründet, dass das Weltraumteleskop die Erde auf einer deutlich anderen Umlaufbahn umrundet als die Internationale Raumstation. Mit den an Bord der Raumfähren vorhandenen Treibstoffvorräten ist es daher nicht möglich, im Notfall die ISS zu erreichen und dort die Ankunft einer Rettungsfähre abzuwarten. Die NASA hofft natürlich, dass die Endeavour keinen Rettungsflug antreten muss. Sollte der Flug der Atlantis also ohne ernste Probleme ablaufen, so wird die Endeavour gleich für den nächsten Flug zur ISS ausgerüstet, der am 12. November 2008 stattfinden soll.
Foto der beiden startbereiten Raumfähren
Marsrover Opportunity wird auf eine lange Reise geschickt
Der Marsrover Opportunity bekommt von der NASA einen neuen, möglicherweise letzten Auftrag: der kleine Roboter steht zur Zeit wieder am Rand des Victoria-Kraters und soll jetzt den zwölf Kilometer entfernten, wesentlich größeren Krater Endeavour ansteuern. Für die Fahrt wird der Rover voraussichtlich zwei Jahre brauchen. Zum einen kann er maximal hundert Meter am Tag zurücklegen, zum anderen gibt es auf dem Weg noch einige größere Gesteine zu untersuchen. Erreicht Opportunity sein neues Ziel, könnte der Rover einen Blick in einen 22 Kilometer durchmessenden Krater werfen, in dem deutlich tiefere Gesteinsschichten freigelegt sind als im Victoria-Krater, den Opportunity in den letzten Monaten erkundet hatte.
NASA’s Mars Rover to Head Toward Bigger Crater
