Solscape

Satelliten fotografieren die Sonnenfinsternis vom 22. Juli 2009

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Der Mondschatten über dem Pazifik,
aufgenommen vom Satelliten GOES-W.
(NEODAAS/EUMETSAT/DSRS/astroarts.org)
Zum Vergrößern das Bild anklicken.

Einige der geostationären Satelliten sowie die Sonnenforschungssatelliten Koronas-Foton und Hinode (Solar-B) hatten die Gelegenheit, Bilder von der Sonnenfinsternis und der Wanderung des Mondschattens über die Erdoberfläche aufzunehmen.
Der Mondschatten über China und Taiwan, aufgenommen vom japanischen Satelliten MTSAT:
Eclipse Shadows Southeastern China

Bildergalerien des Instruments TESIS an Bord des russischen Sonnenforschungssatelliten Koronas-Foton:
Der erste Durchgang des Mondes vor der Sonnenscheibe

Der zweite Durchgang des Mondes vor der Sonnenscheibe

Bilder des japanischen Sonnenforschungssatelliten Hinode:
Images of Solar Eclipse as seen by Hinode Satellite

Mars Express: Krater und Lavaströme in Ma'adim Vallis

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Perspektivischer Blick von Nordost nach Südwest
über einen Teil von Ma'adim Vallis.
Wie die Wellen eines erstarrten Meeres,
das an die Küste anbrandet,
sind in der linken Bildhälfte
die Fließfronten von erstarrten Lavaströmen zu erkennen.
Rechts im Vordergrund ist der Umriss eines alten,
etwa 20 Kilometer großen Einschlagkraters zu erkennen,
der vollständig bis zum Kraterrand von Lava angefüllt wurde.
Die kleineren Krater auf seiner Oberfläche
sind später entstanden.
(ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum))

Die vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) betriebene, hochauflösende Stereokamera (HRSC) an Bord der europäischen Raumsonde Mars Express nahm am Heiligabend des vergangenen Jahres einen etwa 138 Kilometer langen und 70 Kilometer breiten Bildausschnitt von Ma’adim Vallis auf. Mit einer Fläche von fast zehntausend Quadratkilometern entspricht das der Größe von Zypern.
Ma’adim Vallis ist neben den berühmten Valles Marineris einer der größten Canyons auf dem Mars. Er liegt zwischen der Vulkanregion Tharsis und dem Hellas-Einschlagbecken. Mit einer Länge von 700 Kilometern und einer Breite von bis zu 20 Kilometern schneidet sich der Canyon, beginnend im südlichen Hochland nahe der Grenze zwischen dem Marshochland auf der Südhalbkugel und den nördlichen Tiefebenen, bis zu zwei Kilometer tief in die Marsoberfläche ein und mündet schließlich in den Gusev-Krater, der Landestelle des Marsrovers Spirit.

Craters, lava flows and tectonic features near Ma’adim Vallis

Gusev-Krater und Ma’adim Vallis, aufgenommen von den Viking Orbitern

Hubble-Bild von Einschlagnarbe auf Jupiter

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Foto der Einschlagnarbe auf Jupiter,
aufgenommen am 23. Juli 2009
mit Hubble's Wide Field Camera 3.
(NASA, ESA, H. Hammel
(Space Science Institute, Boulder, Colo.),
and the Jupiter Impact Team)

Wissenschaftler der NASA haben ihre Checks und Kalibrierungsarbeiten an den neuen Instrumenten von Hubble unterbrochen, um mit dem Weltraumteleskop die am vergangenen Sonntag entdeckte Einschlagnarbe auf Jupiter näher in Augenschein zu nehmen. Das Hubble-Bild der von einem Kometen oder Asteroiden erzeugten Einschlagnarbe, aufgenommen am 23. Juli, ist das bislang schärfste im sichtbaren Licht und zugleich die erste wissenschaftliche Aufnahme des Weltraumteleskops nach seiner Instandsetzung und Modernisierung im Mai 2009. Die Beobachtungen wurden mit der neuen Hubble-Kamera, der noch nicht vollständig kalibrierten (!) Wide Field Camera 3 (WFC3) durchgeführt.

Hubble Captures Rare Jupiter Collision

10 Jahre Röntgenteleskop Chandra

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Chandra-Aufnahme
des Supernova-Überrests E0102-72.3.
(NASA/CXC/MIT/D.Dewey et al./SAO/J.DePasquale/STScI)

Vor zehn Jahren, am 23. Juli 1999, war das Röntgenteleskop Chandra an Bord der Raumfähre Columbia ins All gebracht worden. Anlässlich des „Geburtstages“ veröffentlichte die NASA heute eine Chandra-Aufnahme des Supernova-Überrests E0102-72.3, der sich in etwa 190.000 Lichtjahren Entfernung in der kleinen Magellanschen Wolke befindet. Der Supernova-Überrest entstand vor über 1.000 Jahren durch die Explosion eines massereichen Sterns.
Röntgenstrahlen geringer Energie erscheinen in der Aufnahme in orange, solche mittlerer Energie blaugrün und die hochenergetischste Röntgenstrahlung erscheint blau. Die Aufnahme wurde um optische Daten des Weltraumteleskops Hubble ergänzt: zu erkennen ist die äußere Explosionswelle der Supernova (blau) und ein innerer Ring aus kühlerem Material (rot). Ein massereicher Stern außerhalb des Bildes lässt die grünliche Wolke aus Gas und Staub am rechten unteren Bildrand erleuchten.

E0102-72.3: Adding a New Dimension to an Old Explosion

Ten Years of Chandra

Saturn's Geysire zeigen Hinweise auf Ammoniak und Argon-40

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Künstlerische Darstellung des Vorbeiflugs
von Cassini an Enceladus.
(NASA/JPL)

Daten des Ion and Neutral Mass Spectrometer (INMS), die bei den nahen Vorbeiflügen der Raumsonde Cassini am Saturnmond Enceladus im Juli und Oktober 2008 gesammelt wurden, zeigen Hinweise auf Ammoniak und Argon-40.
Forscher um Hunter Waite vom Southwest Research Institute in San Antonio, Texas, werten die Anwesenheit von Ammoniak als starkes Indiz für einen Ozean unter der eisigen Oberfläche des Mondes. Unter der Anwesenheit von Ammoniak kann Wasser bis zu einer Temperatur von 176 Kelvin (-97 Grad Celsius) flüssig bleiben. In der Nähe des Südpols von Enceladus, dort wo die im Jahr 2005 entdeckten Geysire austreten, hatte man 180 Kelvin (-93 Grad Celsius) gemessen.
Jonathan Lunine vom Lunar and Planetary Laboratory der University of Arizona schließt sich der Einschätzung von Waite’s Team an. Die von Cassini gemessenen Mengen an Argon-40 lassen sich seiner Ansicht nach am ehesten mit der Zirkulation von flüssigem Wasser unter der Oberfläche des Saturnmondes erklären.
Das Isotop Argon-40 ist ein Zerfallsprodukt von Kalium.

Saturnian Moon Shows Evidence of Ammonia

Tiny Saturn Moon Could Be Targeted in Search for Extraterrestrial Life

Bilder und Videos der totalen Sonnenfinsternis (Update)

Die längste Sonnenfinsternis des 21. Jahrhunderts hat in Asien trotz Regens und teils dichter Wolkendecke Millionen Menschen in ihren Bann gezogen.
Das Himmelsschauspiel war von Indien über Bangladesch und Birma bis nach China zu sehen. Japan, Indonesien und Hawaii sahen eine partielle Finsternis. Damit überzog die Sonnenfinsternis einige der meistbewohnten Gegenden der Welt.
Als erstes konnten Frühaufsteher im westindischen Bundesstaat Gujarat die Sonnenfinsternis beobachten. In der ostchinesischen Wirtschaftsmetropole Shanghai war das Spektakel dann 36 Minuten später zu sehen.
Insgesamt hatte die Sonnenfinsternis einen Korridor mit 259 Kilometern Breite und etwa 15.000 Kilometern Länge. Über dem Pazifik, in Nähe der Vulkaninsel Kita-Iwojima, war die Sonne sechs Minuten und 39 Sekunden lang komplett vom Mond verdeckt – eine Rekordzeit, die erst von der Finsternis am 13. Juni 2132 übertroffen wird.
In Indien verdarb ein wolkenverhangener Himmel und Regen vielen Schaulustigen das Spektakel. Fünf Millionen Hindus badeten während der Sonnenfinsternis im heiligen Fluss Ganges. In der nordindischen Stadt Kurukshetra nahmen eineinhalb Millionen Pilger während der Finsternis ein Bad, um entsprechend ihrem Glauben ihre Seelen zu reinigen. Zehntausende Hindus begrüßten in Varanasi mit erhobenen Armen die „Wiederkehr“ der Sonne.
Im Südwesten Chinas hatten Millionen Schaulustiger einen klaren Blick auf das Himmelsereignis. In der westchinesischen Küstenstadt Shanghai mussten die Menschen jedoch teilweise dem Regen trotzen – und wurden belohnt, als die Wolkendecke plötzlich doch noch aufriss. Zahlreiche Büroangestellte strömten auf die Straßen, in den Wolkenkratzern Shanghais wurde für die Zeit der Finsternis das Licht ausgeschaltet.
Erste Bilder und Videos der totalen Sonnenfinsternis vom 22. Juli 2009 sind inzwischen online zu bestaunen:

Solar Eclipse Gallery: July 22, 2009

Bilder der Sonnenfinsternis bei Flickr (Dank an Peter)

Solar eclipse seen in China

Flickr-Video: July 22nd Eclipse China, Taiping

Größtes Teleskop der Welt geht in Betrieb

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Das Gran Telescopio Canarias.
(Foto: Steve B. Chamberlain)

Es wäre der Traum des Galileo Galilei. Knapp 400 Jahre, nachdem der Begründer der modernen Astronomie mit seinem Fernrohr u.a. die vier größten Jupitermonde entdeckte, ist auf der Kanaren-Insel La Palma das bislang größte Spiegelteleskop der Welt fertig gestellt worden. Am kommenden Freitag wird es im Beisein von Spaniens König Juan Carlos offiziell in Betrieb genommen.
Vor zehn Jahren hatten die Bauarbeiten für die rund 130 Millionen Euro teure Sternwarte begonnen. Sie steht in 2.400 Metern Höhe auf dem Roque de los Muchachos, dem höchsten Gipfel der kleinen Kanaren-Insel. Das Herzstück der 45 Meter hohen Kuppel ist ein Teleskop mit einem Spiegel von 10,4 Metern Durchmesser, der vom Mainzer Technologiekonzern Schott angefertigt wurde. Der Spiegel ist rund sechs Quadratmeter größer als die der anderen Großteleskope – in der Astronomie sind das Welten. Die 36 sechseckigen Segmente des Spiegels wiegen zusammen 18 Tonnen, das gesamte Teleskop ist etwa 400 Tonnen schwer.

Gran Telescopio Canarias (GTC)

(Das in diesem Artikel gezeigte Bild steht unter einer Creative Commons-Lizenz.)

Wie groß war das Objekt, das auf Jupiter einschlug?

Mit einem Durchmesser von rund 5.000 Kilometern besitzt der dunkle Fleck etwa die Größe des Planeten Merkur. Seine ovale Form lässt auf eine deutlich geneigte Flugbahn des Impaktors schließen. Größe und Farbe des Flecks entsprechen in etwa den Einschlagnarben, die von den mittelgroßen Fragmenten (Durchmesser zwischen 380 und 660 m; siehe (2)) des Kometen Shoemaker-Levy 9 auf dem Jupiter hinterlassen wurden.
Shoemaker-Levy 9 hatte ursprünglich einen Durchmesser von rund 4 km (1). Aufgrund der Gravitationswirkung des Jupiter zerfiel er in 21 Fragmente mit Durchmessern zwischen 50 und 1.270 m (2).
Eine Studie geht davon aus, dass Kometen mit 0,3 km Durchmesser etwa alle 500 Jahre und Kometen mit 1,6 km Durchmesser etwa alle 6.000 Jahre auf dem Jupiter einschlagen (3).
Es erscheint deshalb plausibel, dass der für den jetzigen Fleck verantwortliche Impaktor nicht größer als eines der mittelgroßen Fragmente von Shoemaker-Levy 9 gewesen sein kann.

(1) Zamarashkina, M. D.; Medvedev, Y. D.: „Estimation of the Nucleus Size of Comet Shoemaker-Levy 9 under the Assumption of Its Step-by-Step Disintegration„. Solar System Research, Vol. 38, 3, Pages 219f.
(2) Crawford, D. A.: „Comet Shoemaker-Levy 9 fragment size and mass estimates from light flux observations„. Conference Paper, 28th Annual Lunar and Planetary Science Conference, p. 267.
(3) Roulston, M. S.; Ahrens, T. J.: „Impact Mechanics and Frequency of SL9-Type Events on Jupiter„. Icarus 126 (1): 138–147.

Impakt auf Jupiter! (Update)

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Diese Aufnahme des Keck II-Teleskops
zeigt die Einschlagstelle auf Jupiter im Infrarot.
(Foto: Paul Kalas (UCB), Michael Fitzgerald (LLNL/UCB),
Franck Marchis (SETI Institute/UCB), James Graham (UCB))

Fast genau 15 Jahre nach den Einschlägen der Fragmente des Kometen Shoemaker-Levy 9 hat der australische Amateurastronom Anthony Wesley am Sonntagnachmittag nahe dem Südpol des Gasplaneten Jupiter einen dunklen Fleck ausgemacht (und später auch fotografiert).
Beobachtungen mit Hilfe des Infrarot-Teleskops der NASA (IRTF) und des Keck II-Teleskops (beide auf Hawaii) bestätigen mittlerweile, dass der Fleck vom Einschlag eines Asteroiden oder Kometen herrührt.
Da der Fleck auf Amateuraufnahmen, die am Sonntagmorgen gemacht wurden, noch nicht zu sehen ist, hat der Einschlag offenbar am Sonntagmittag stattgefunden.

Impact mark on Jupiter, 19th July 2009

Jupiter Adds a Feature

New NASA Images Indicate Object Hits Jupiter

PIA12148: Jupiter Impact Scar

PIA12147: Jupiter Impact Scar

Surprise Collision on Jupiter Captured by Gemini Telescope

Totale Sonnenfinsternis am 22. Juli 2009

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Die totale Sonnenfinsternis vom 11. August 1999.
Foto: Luc Viatour

Am 22. Juli 2009 wird die längste totale Sonnenfinsternis dieses Jahrhunderts über Indien, China und dem Pazifik zu sehen sein. Über dem Arabischen Meer kommt es zum „ersten Kontakt“, der Neumond berührt die Sonne. Mit dem „zweiten Kontakt“ – der Mond verdeckt die Sonne – bricht Dunkelheit über Indien, Bhutan, Myanmar und China herein.
Über dem Pazifik dauert die Phase der Totalität sechs Minuten und 39 Sekunden.

NASA – Total Solar Eclipse of 2009 July 22

(Das in diesem Artikel gezeigte Bild steht unter einer Creative Commons-Lizenz.)