Variationen der Methanvorkommen auf dem Mars

Bereits im Jahr 2003 hatten Forscher bei Beobachtungen mit irdischen Teleskopen große Methanfahnen entdeckt, die sich im Sommer über der Nordhalbkugel des Mars bildeten. Mit einem umfassenden Atmosphärenmodell haben Franck Lefèvre und François Forget von der Université Pierre et Marie Curie in Paris nun versucht, das Phänomen nachzuvollziehen – und stießen dabei auf eine Reihe von Problemen. Am ehesten ließen sich die beobachteten Variationen mit einer Quelle reproduzieren, aus der binnen Wochen rund 150.000 Tonnen Methan entwichen, das wiederum innerhalb weniger Monate vollständig abgebaut wurde. Nach heutigem Wissensstand sollten sich die jährlichen marsweiten Emissionen allerdings auf wenige Hundert Tonnen Methan belaufen, zudem sollte ein Methanmolekül in der Marsatmosphäre eine typische Lebensdauer von einigen Jahrhunderten haben. Jegliche Emission müsste demnach binnen Wochen gleichmäßig in der Atmosphäre des Roten Planeten verteilt sein. Da für andere Gase die Vorhersagen des Modells gut mit den Beobachtungen übereinstimmen, gehen Lefèvre und Forget davon aus, dass vielleicht chemische Reaktionen des Methans an der Marsoberfläche eine größere Rolle spielen als bislang angenommen. In diesem Fall müsste der Marsboden höchst aggressive Verbindungen enthalten.

ESA Science & Technology: Reconciling methane variations on Mars

Gashydrate und Methankreislauf