Europäisches Weltraumteleskop Planck geht in Betrieb

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Planck vor einer Karte
des kosmischen Mikrowellenhintergrunds.
Künstlerische Darstellung.
(ESA/NASA/WMAP)

Das europäische Weltraumteleskop Planck, das den kosmischen Mikrowellenhintergrund kartieren soll, hat am 13. August 2009 seinen normalen Betrieb aufgenommen. In den kommenden 15 Monaten wird Planck eine präzise Karte des Himmels im Wellenlängenbereich von 0,3 Millimetern bis zu einem Zentimeter erstellen. Planck übertrifft damit die Messgenauigkeit seines Vorgängers WMAP um ca. das Zehnfache.
Der kosmische Mikrowellenhintergrund stammt von heißem Gas, das etwa 380.000 Jahre nach dem Urknall den gesamten Raum erfüllte. Zu dieser Zeit hatte sich das Universum erstmals so weit abgekühlt, dass sich Elektronen und Atomkerne zu Atomen verbanden und der Weltraum durchsichtig wurde. Die stetige Expansion des Raumes dehnte die damals als Infrarotlicht entsandten Wellen bis heute um den Faktor 1.000, so dass wir diese Wellen jetzt als Mikrowellen empfangen. Im kosmischen Mikrowellenhintergrund zeigt sich also unmittelbar die ursprüngliche Verteilung der Materie im Weltall, noch lange bevor das Gas zu ersten Galaxien verklumpte.
Aus der gemessenen Struktur können Physiker die Anfangsbedingungen des Universums zurückberechnen. Auch verschiedene Urknallmodelle und die damit verbundenen Theorien der Quantengravitation lassen sich mit den neuen Daten des Planck-Teleskops überprüfen.
In etwa 18 Monaten sollen die vollständigen Karten des kosmischen Mikrowellenhintergrunds vorliegen.

Planck Satellite – UK Outreach Site