Solscape

Erster Merkur-Flyby von MESSENGER

Mit Mariner 10 flog im Jahr 1975 das letzte Mal eine Raumsonde am Planeten Merkur vorbei. Nach über 30 Jahren besucht jetzt wieder eine Sonde den innersten und kleinsten Planeten unseres Sonnensystems. In knapp einer Woche wird der erste Vorbeiflug von MESSENGER erfolgen: am 14. Januar gegen 20 Uhr MEZ wird die NASA-Sonde in nur 200 Kilometer Abstand über die kraterübersäte Oberfläche des Merkur fliegen. Bei diesem Flyby wird man Gegenden zu sehen bekommen, die noch niemals zuvor fotografiert worden sind!
MESSENGER Missions-Homepage

NASA’s Planetary Photojournal: Bilder von Merkur

Verwaiste Sternhaufen

Die Natur merkwürdiger „blauer Klumpen“ im All hat die amerikanische Astronomin Duilia de Mello aufklären können. Ihre Beobachtungen mit dem Weltraumteleskop Hubble zeigen, dass es sich bei den relativ isoliert gelegenen Gebilden im Raum zwischen den Galaxien M81, M82 und NGC 3077 um Sternhaufen handelt. Möglicherweise sind sie in den Wirren einer großen Galaxienkollision entstanden. Frühere Beobachtungen hatten gezeigt, dass der Wasserstoff in dem Gebiet sehr ungleichmäßig verteilt und zu regelrechten „Brücken“ zwischen den Galaxien ausgezogen ist. Duilia de Mello und Kolleginnen konzentrierten sich bei ihren Beobachtungen auf klumpenförmige, ultraviolettes Licht aussendende Materialansammlungen in einer dieser Gasbrücken. Zur ihrer Verblüffung entpuppten sich die „Klumpen“ auf den hochauflösenden Hubble-Bildern als Gruppen von Sternen.
Hubble Finds that „Blue Blobs“ in Space Are Orphaned Clusters of Stars

Gesund lebt länger

Wer sich eines rundum gesunden Lebenswandels befleißigt, kann auf ein längeres Leben hoffen. Das belegt eine groß angelegte Studie, die britische Medizinerinnen um Kay-Tee Khaw von der University of Cambridge durchgeführt haben. Nichtrauchen, regelmäßige Bewegung, reichlich Obst und Gemüse sowie mäßiger Alkoholkonsum gingen mit einer massiv verringerten Sterberate im Untersuchungszeitraum einher.
Kay-Tee Khaw et al.:Combined Impact of Health Behaviours and Mortality in Men and Women: The EPIC-Norfolk Prospective Population Study

Die Kontinente kamen vor rund 1,5 Milliarden Jahren zum Stillstand

Die Kontinente waren nicht immer in Bewegung. Als sich vor 1,5 Milliarden Jahren die Landmassen zum Superkontinent Rodinia vereinigten, soll dies die Plattentektonik für rund 100 Millionen Jahre angehalten haben. Dies folgern zwei Forscher der Carnegie Institution aus der vergleichenden Untersuchung von Vulkangesteinen. Weil ein riesiges Meer bei der Bildung des Kontinents verschwunden sei, habe es auch dessen Subduktionszonen nicht mehr gegeben, in denen sich Erdplatten unter ihre Nachbarn schieben. Solche Zonen zeichnen sich durch regen Vulkanismus aus. Den gleichen Effekt sagen die Forscher übrigens auch für die Zukunft voraus: in 350 Millionen Jahren könnte es demnach zu einem Stillstand kommen, wenn Amerika, Asien und Australien zu einer Landmasse verschmelzen und der Pazifische Ozean zwischen ihnen verschwindet.

Earth’s Plates May Take a Break

Planet-forming disk may harbor precursors to life

Astronomers at the Carnegie Institution have found the first indications of highly complex organic molecules in the disk of red dust surrounding a distant star. The eight-million-year-old star, known as HR 4796A, is inferred to be in the late stages of planet formation, suggesting that the basic building blocks of life may be common in planetary systems.
HR 4796A is located in the constellation Centaurus, visible primarily from the southern hemisphere. It is about 220 light years from Earth.

Red Dust in Planet-Forming Disk May Harbor Precursors to Life

Überraschung am Nordpol des Saturn

Mit Hilfe der Raumsonde Cassini haben Astronomen am Nordpol des Ringplaneten Überraschendes entdeckt: trotz jahrelanger Dunkelheit scheint es auch hier – genau wie am Südpol des Planeten – einen sog. „Hot Spot“ zu geben. Was für diese heiße Stelle in der Saturnatmosphäre verantwortlich ist, wissen die Wissenschaftler allerdings nicht.
Hot Cyclones Churn at Both Ends of Saturn

Ein junger extrasolarer Planet in seiner kosmischen Krippe

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Astronomie in Heidelberg haben den bisher jüngsten Exoplaneten entdeckt. Er hat etwa die zehnfache Masse des Jupiter und umläuft seinen Zentralstern TW Hydrae in nur knapp 4 Tagen in einem Abstand von etwa 6 Millionen Kilometern. Die Beobachtung ist der erste direkte Beleg dafür, dass in einer zirkumstellaren Scheibe tatsächlich Planeten entstehen.
http://www.mpia.de/Public/menu_q2.php?Aktuelles/PR/2008/PR080103/PR_080103_de.html

Erstmals Exoplanet mit Hilfe seines sichtbaren Lichts vermessen

Das sichtbare gestreute Licht eines Exoplaneten im Sternbild Fuchs haben schweizerische Astronomen erfasst und den Planeten so vermessen. Wegen der großen Entfernung konnten derartige Planeten optisch bisher nicht von ihren Muttersternen separiert werden. Der jetzt untersuchte Planet ist etwa 60 Lichtjahre von der Erde entfernt und umkreist den Zwergstern HD189733 in etwas mehr als zwei Tagen. Bekannt war bereits, dass es sich um einen Gasplaneten handelt, der sich extrem nahe um den Mutterstern bewegt. Ähnlich wie eine Polaroid-Sonnenbrille grelles, reflektiertes Sonnenlicht herausfiltert, haben die schweizerischen Forscher durch die Messung von polarisiertem Licht das schwache, vom Exoplaneten reflektierte Licht aus dem Sternenlicht extrahiert. Dadurch konnten sie die Größe des Exoplaneten und dessen Atmosphäre bestimmen und die planetare Umlaufbahn beschreiben. Aus der gemessenen Polarisation ergab sich, dass die Atmosphäre über 30 Prozent größer ist als der undurchsichtige Bestandteil des Planeten, der während des Transits beobachtet worden war.

First Detection of Polarized Scattered Light from an Exoplanetary Atmosphere

exoplanet reflected light detected for the first time

Unter dem antarktischen Eis fließen große Flüsse

Die Antarktis ist keine Eiswüste, sondern eine Flusslandschaft. Unter dem bis zu vier Kilometer dicken Eispanzer fließen zahlreiche Flüsse und Ströme, deren größte die Ausmaße des Amazonas deutlich übertreffen. Dies berichten amerikanische Geologen, die in dem Netz aus Flüssen auch bereits 145 Seen lokalisiert haben. Darin könnten bisher unbekannte Organismen leben, spekulieren die Forscher. Die Flüsse existieren ihrer Schätzung nach seit über 30 Millionen Jahren. Das Wasser werde dank der Erdwärme in flüssigem Zustand gehalten.
Antarctica May Contain „Oasis of Life“