Kategorie: Medizin & Gesundheit

Nobelpreis für Medizin 2009

Eine kleine Gen-Sequenz am Ende jedes Chromosoms schützt die Erbinformation davor, bei Zellteilungen „angenagt“ zu werden. Wie diese Telomere arbeiten, und wie sie letztlich ihren Dienst aufgeben und das Altern verursachen, das haben die drei amerikanischen Zellforscher Elizabeth H. Blackburn, Jack W. Szostak und Carol W. Greider herausgefunden, die in diesem Jahr mit dem Nobelpreis für Medizin geehrt werden.
Insbesondere für das Verständnis vieler Krankheiten ist die Erforschung von Telomeren wichtig. Bei Krebszellen etwa, die sich nahezu unendlich teilen können, wird das im Zellkern enthaltene Enzym Telomerase „missbraucht“: es ist länger aktiviert, als es für die normale Lebenszeit der Zellen nötig ist. So kommt es dazu, dass Tumore wachsen. Defekte Telomere sind auch die Ursache vieler Erbkrankheiten.

The 2009 Nobel Prize in Physiology or Medicine

Telomerase: Medizinnobelpreis mit Perspektiven für Krebsforschung und Anti-Aging-Medizin

Walfleisch: Gesundheitsgefahr durch Schadstoffe und Bakterien

Menschen, die häufig Wal- und Delfinfleisch essen, leiden häufiger an Gedächtnisstörungen, Parkinson-Erkrankungen und Immunschwächen. Dies zeigt ein Bericht, den die Artenschutzorganisation „Pro Wildlife“ auf der Internationalen Walfangkonferenz vorstellte. Die Inuit in Kanada, Alaska und Grönland sind besonders betroffen, aber auch die Bevölkerung von Industriestaaten wie Japan.
In Walprodukten werden die Grenzwerte für Quecksilber, PCB oder DDT oft um das bis zu 5.000fache überschritten. Bei den meisten Ureinwohnern, und auch in Japan, werden Wal- und Delfinprodukte zudem teilweise roh verzehrt – die Konsumenten riskieren damit die bakterielle Erkrankung Brucellose. „Fast 40 Prozent des Zwergwal-Fleisches aus dem japanischen Walfang im Nordpazifik sind Brucella-verseucht. Der Regierung in Tokio ist dies bekannt. Trotzdem wird das Fleisch verkauft.“, so die Pro Wildlife-Sprecherin Sandra Altherr.
Auch die Regierung Grönlands verharmlost die Gesundheitsrisiken und empfiehlt Walfleisch – aus kulturellen Gründen. Ähnlich argumentieren die Behörden in Kanada, obwohl die dort angebotenen Belugas und Narwale stark mit Giftstoffen belastet sind.

Toxic Menu – Contamination of Whale Meat and Impact on Consumers‘ Health (lokal gespeicherte PDF-Datei)

Protein des Ebola-Virus entschlüsselt

Ein Forscherteam unter Leitung von Gaya Amarasinghe von der Iowa State University hat die Struktur eines wichtigen Teils des Ebola-Proteins VP35 entschlüsselt. VP35 stört die natürliche Widerstandskraft der Host-Zellen gegen Virusinfektionen. Wenn man aufgrund der neuen Ergebnisse ein Medikament herstellen kann, das die Funktion von VP35 hemmt, könnte das Ebola-Virus möglicherweise neutralisiert werden.

Iowa State University researchers discover structure of key Ebola protein

Nobelpreis für Medizin 2008

Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr jeweils zur Hälfte an den Heidelberger Krebsforscher Harald zur Hausen und das französische Forscherduo Françoise Barré-Sinoussi und Luc Montagnier. Der Deutsche Harald zur Hausen wird für seine Entdeckung der krebserregenden humanen Papillomviren (HPV) geehrt, die mittlerweile zur Entwicklung eines vorbeugenden Impfstoffs gegen Gebärmutterhalskrebs geführt hat (Gebärmutterhalskrebs ist die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache bei Frauen unter 45 Jahren). Sinoussi und Montagnier werden für die Entdeckung des HIV-Virus ausgezeichnet.
The Nobel Prize in Physiology or Medicine 2008

Humane Papillomviren als Krebsauslöser

Oberflächenprotein des Ebola-Virus entschlüsselt

Im Kampf gegen die tödliche Infektionskrankheit Ebola haben Wissenschaftler des Scripps Research Institute einen wichtigen Durchbruch erzielt: sie entschlüsselten die Struktur eines Oberflächenproteins, mit dessen Hilfe das Virus in menschliche Zellen eindringt. Die jetzt im Fachmagazin „Nature“ veröffentlichen Erkenntnisse könnten dazu beitragen, potenzielle Ansatzstellen für eine Schutzimpfung oder eine Behandlung der Krankheit zu entwickeln.
Structure of the Ebola virus glycoprotein bound to an antibody from a human survivor

Neue Hoffnung für MS-Kranke

Mehr als 50 Jahre nach der Entdeckung der Interferone ist es Medizinern um Prof. Dr. Marco Prinz vom Pathologischen Institut des Universitätsklinikums Freiburg gelungen, die Wirkungsweise dieser Botenstoffe im Zusammenhang mit entzündlichen Erkrankungen des zentralen Nervensystems aufzuklären. Dies macht Hoffnung auf einen effektiveren therapeutischen Ansatz zur Bekämpfung der Multiplen Sklerose (MS). Die Multiple Sklerose ist eine der häufigsten entzündlichen Erkrankungen des Zentralnervensystems.
Distinct and Nonredundant In Vivo Functions of IFNAR on Myeloid Cells Limit Autoimmunity in the Central Nervous System

Vitamin D schützt vor Brustkrebs

Eine hohe Vitamin-D-Konzentration im Blut schützt Frauen jenseits der Wechseljahre vor Brustkrebs. Untersuchungen aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum bestätigen diesen Zusammenhang und zeigen, dass eine bestimmte Genvariante des Vitamin-D-Rezeptors mit einem erhöhten Risiko für Brustkrebs einhergeht, wenn der Tumor Rezeptoren für das weibliche Sexualhormon Östrogen aufweist.
Ein Zusammenhang zwischen der Vitamin-D-Konzentration und dem Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, wurde bereits seit langem vermutet, konnte jedoch bisher nicht sicher belegt werden.
Vitamin D und Brustkrebsrisiko

Möglicher Fortschritt bei der Bekämpfung von Brustkrebs

In den meisten Fällen wird Krebs erst durch die Tochtergeschwülste oder Metastasen zu einer tödlichen Krankheit. Ihre Entstehung zu verhindern könnte daher ein lohnender Therapieansatz sein. Ein kleiner Schritt zu einer solchen Therapie ist möglicherweise einer Forschergruppe um Terumi Kohwi-Shigematsu von der Universität von Kalifornien in Berkeley gelungen. Das Team hat ein Protein identifiziert, das bei Brustkrebs die Bildung von Metastasen auslöst. Dieser Eiweißstoff namens SATB1 fand sich in allen metastasierenden Tumorzellen. Wurde die Bildung des Eiweißstoffes verhindert, ging die Fähigkeit der metastasierenden Tumorzellen zum Einnisten in fremdem Gewebe verloren.
A Protein that Triggers Aggressive Breast Cancer