Solscape

John Wheeler     1911 – 2008

Er leistete fundamentale Arbeit auf dem Gebiet der Quantenmechanik. Die Zusammenarbeit mit Niels Bohr lieferte eine der frühesten theoretischen Arbeiten über die Kernspaltung. Er erfand die S-Matrix und formulierte zusammen mit Bryce DeWitt die Wheeler-DeWitt-Gleichung (Wellenfunktion des Universums). Er spielte eine wichtige Rolle im Manhattan-Projekt (Atombombe) und im Matterhorn-Projekt (Wasserstoff-Bombe). Zusammen mit Charlie Misner und Kip Thorne lieferte er wichtige Beiträge zur Allgemeinen Relativitätstheorie. Er prägte Begriffe wie „Wurmloch“, „Quantenschaum“ und „Schwarzes Loch“. In diesem Zusammenhang stammt auch das No-Hair-Theorem von ihm („Schwarze Löcher haben keine Haare“). Er lehrte Generationen von Studenten; einer seiner bekanntesten war der Physiker und spätere Nobelpreisträger Richard Feynman.

John Wheeler starb am Sonntagmorgen.

Wikipedia: John Wheeler

Der kühlste Braune Zwerg

In 40 Lichtjahren Entfernung zur Erde hat ein internationales Forscherteam um Philippe Delorme von der Université Joseph Fourier in Grenoble, Frankreich, ein fehlendes Bindeglied zwischen Sternen und Riesenplaneten aufgespürt. Der Braune Zwerg CFBDS0059 ist mit einer Oberflächentemperatur von ca. 350 Grad Celsius der kühlste bekannte Vertreter seiner Art und womöglich der Prototyp der bislang nur theoretisch vorhergesagten „Y-Zwerge“. Die Modelle über diese „Y-Zwerge“ sagen voraus, dass sich die Atmosphärenphysik von Braunen Zwergen bei Temperaturen unterhalb von etwa 370 Grad Celsius drastisch ändert: zum einen wird die Entstehung von Ammoniak möglich, zum anderen kondensiert Wasserdampf bei noch niedrigeren Temperaturen zu Eiswolken. Delorme und seine Kollegen analysierten die chemische Zusammensetzung der Atmosphäre von CFBDS0059 und fanden dabei Hinweise auf die Verbindung Ammoniak. Alle bislang bekannten Braunen Zwerge sind so warm, dass dieses Gas in ihrer Atmosphäre nicht entstehen kann: die sog. „L-Zwerge“ haben eine Oberflächentemperatur von 1.200 bis 2.000 Grad Celsius und ihre äußere Atmosphäre enthält Wolken aus Staub und Aerosolen, die „T-Zwerge“ sind kälter als 1.200 Grad und weisen eine methanhaltige Atmosphäre auf.
Gasplaneten wie Jupiter sind übrigens kälter als minus 100 Grad Celsius.

The coldest brown dwarf ever observed

CFBDS J005910.90-011401.3: reaching the T-Y Brown Dwarf transition?

Braune Zwerge

Phobos !

Die Raumsonde Mars Reconnaissance Orbiter hat eindrucksvolle Bilder des Marsmondes Phobos zur Erde gefunkt. Sie gehören mit zu den besten Aufnahmen, die je von dem kleinen Trabanten des Roten Planeten gemacht wurden.
Phobos Imaged by HiRISE

Die letzte Reise einer Raumfähre

buran_in_cologne

Die Buran in Köln.

Foto: Peter Liebetrau
Das Bild steht unter einer Creative Commons-Lizenz.

Ein echtes Raumschiff befindet sich seit dem 7. April auf einer Reise durch Deutschland: das russische Space Shuttle Buran OK-GLI fährt derzeit auf einem Lastenponton über den Rhein bis nach Speyer. Im dortigen Technik Museum wird die Buran das Highlight einer neuen Raumfahrthalle.
Die Buran OK-GLI flog zwar nicht ins All, absolvierte aber insgesamt 25 unbemannte Testflüge in der Erdatmosphäre, bevor das russische Shuttle-Programm aus Kostengründen eingestellt wurde. Während der Olympischen Spiele 2000 wurde die Buran in Sydney ausgestellt. Danach sollte sie im Rahmen der Sommerfestspiele 2002 in Bahrain ausgestellt werden, blieb aber demontiert im dortigen Hafenbereich liegen und geriet offenbar in Vergessenheit. Bei Dreharbeiten für die Formel 1 in Bahrain stieß ein deutsches TV-Team im Sommer 2004 auf die OK-GLI. Anfang März 2008 wurde sie dort schließlich auf ein Hochseeschiff verladen und nach Rotterdam gebracht.

Technik MUSEUM SPEYER

Sowjet-Shuttle am Persischen Golf aufgetaucht

Sinsheimer Museum kauft den Sowjet-Shuttle

Astronomen finden bislang kleinstes Schwarzes Loch

Astronomen um Nikolai Shaposhnikov vom Goddard-Raumfahrtzentrum der amerikanischen Weltraumbehörde NASA haben das kleinste bislang im Universum bekannte Schwarze Loch entdeckt. Der Winzling hat nur einen Durchmesser von 24 Kilometern und ist lediglich so schwer wie 3,8 Sonnenmassen. Er bildet zusammen mit einem Stern ein Doppelsystem namens XTE J1650-500 und befindet sich rund 10.000 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Ara.
Die untere Massengrenze für ein Schwarzes Loch liegt bei rund 1,7 bis 2,7 Sonnenmassen.
NASA Scientists Identify Smallest Known Black Hole

Kälteeinbruch am Ende der letzten Eiszeit genau datiert

Das Ende der letzten Eiszeit war eine chaotische Zeit, die Temperaturen fuhren Achterbahn. Als das Tauwetter schon eingesetzt hatte, kam die Kälte noch einmal zurück und hielt Europa und Nordamerika für einige Jahrhunderte in ihrem Bann. Wann die Kältewelle, bekannt unter dem Namen „Jüngere Dryas“, genau begann und wie lange sie dauerte, ließ sich bislang nicht feststellen. Unterschiedliche Klimaarchive lieferten widersprüchliche Ergebnisse. Einem Team um Raimund Muscheler von der Lund Universität in Schweden ist es jetzt gelungen, zwei wichtige Klimaarchive, den Baumring-Kalender der Universität Hohenheim und den Eis-Kalender aus Grönland, zeitlich in Einklang zu bringen und damit die Abläufe nach dem Ende der Eiszeit aufzuklären. Die „Jüngere Dryas“ begann demnach vor 12.800 Jahren und dauerte insgesamt 1.300 Jahre.
Tree rings and ice cores reveal 14C calibration uncertainties during the Younger Dryas

Röntgenstrahlung macht Fossilien in Bernstein sichtbar

Bernstein enthält ja sehr oft Schnappschüsse längst vergangener Ökosysteme, ist allerdings nicht immer transparent. Mit Hilfe einer ausgefeilten Röntgentechnik ist es französischen Forschern nun gelungen, auch die undurchsichtige Variante des versteinerten Baumharzes zu durchleuchten. Auf diese Weise konnten sie in zwei Kilogramm Material nicht weniger als 356 Gliederfüßer aus der Zeit der Dinosaurier aufspüren.
ESRF X-rays reveal clues about life 100 million years ago trapped in opaque amber

Siehe auch:
Solscape – Fossile Federn im Bernstein

Solscape – Forscher durchleuchten Bernstein-Spinne

Schwarzes Loch in Omega Centauri

Omega Centauri ist schon lange als ungewöhnlicher Kugelsternhaufen bekannt. Neue Forschungsergebnisse eines Astronomenteams um Eva Noyola vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik zeigen, dass sich im Zentrum des Kugelsternhaufens möglicherweise ein seltenes Schwarzes Loch mittlerer Masse verbirgt. Das legt die Vermutung nahe, dass es sich bei Omega Centauri gar nicht um einen Kugelsternhaufen handelt, sondern um eine Zwerggalaxie, die ihrer äußeren Sterne beraubt wurde.
Black hole found in Omega Centauri

Gemini and Hubble Space Telescope Evidence for an Intermediate Mass Black Hole in omega Centauri

A Tale of Two Populations