Der kühlste Braune Zwerg

In 40 Lichtjahren Entfernung zur Erde hat ein internationales Forscherteam um Philippe Delorme von der Université Joseph Fourier in Grenoble, Frankreich, ein fehlendes Bindeglied zwischen Sternen und Riesenplaneten aufgespürt. Der Braune Zwerg CFBDS0059 ist mit einer Oberflächentemperatur von ca. 350 Grad Celsius der kühlste bekannte Vertreter seiner Art und womöglich der Prototyp der bislang nur theoretisch vorhergesagten „Y-Zwerge“. Die Modelle über diese „Y-Zwerge“ sagen voraus, dass sich die Atmosphärenphysik von Braunen Zwergen bei Temperaturen unterhalb von etwa 370 Grad Celsius drastisch ändert: zum einen wird die Entstehung von Ammoniak möglich, zum anderen kondensiert Wasserdampf bei noch niedrigeren Temperaturen zu Eiswolken. Delorme und seine Kollegen analysierten die chemische Zusammensetzung der Atmosphäre von CFBDS0059 und fanden dabei Hinweise auf die Verbindung Ammoniak. Alle bislang bekannten Braunen Zwerge sind so warm, dass dieses Gas in ihrer Atmosphäre nicht entstehen kann: die sog. „L-Zwerge“ haben eine Oberflächentemperatur von 1.200 bis 2.000 Grad Celsius und ihre äußere Atmosphäre enthält Wolken aus Staub und Aerosolen, die „T-Zwerge“ sind kälter als 1.200 Grad und weisen eine methanhaltige Atmosphäre auf.
Gasplaneten wie Jupiter sind übrigens kälter als minus 100 Grad Celsius.

The coldest brown dwarf ever observed

CFBDS J005910.90-011401.3: reaching the T-Y Brown Dwarf transition?

Braune Zwerge