Solscape

Neue Hoffnung für MS-Kranke

Mehr als 50 Jahre nach der Entdeckung der Interferone ist es Medizinern um Prof. Dr. Marco Prinz vom Pathologischen Institut des Universitätsklinikums Freiburg gelungen, die Wirkungsweise dieser Botenstoffe im Zusammenhang mit entzündlichen Erkrankungen des zentralen Nervensystems aufzuklären. Dies macht Hoffnung auf einen effektiveren therapeutischen Ansatz zur Bekämpfung der Multiplen Sklerose (MS). Die Multiple Sklerose ist eine der häufigsten entzündlichen Erkrankungen des Zentralnervensystems.
Distinct and Nonredundant In Vivo Functions of IFNAR on Myeloid Cells Limit Autoimmunity in the Central Nervous System

3D-Geodaten von NRW im Internet

Wissenschaftler vom Institut für Geodäsie und Geoinformation der Universität Bonn haben flächendeckende dreidimensionale Geodaten des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen im Internet bereitgestellt. Die Daten stammen vom Vermessungsamt des Landes und dem Landesbetrieb „Straßenbau NRW“. Sie umfassen Daten über Geländebeschaffenheit, Gebäude, Straßen und Schienen. Aufgebaut wurde die Service-Architektur für eine Kartierung von Umgebungslärm. Anhand der Daten werden Karten erstellt, welche die Lärmbelastung erfassen, der die Menschen in bestimmten Gegenden ausgesetzt sind. Eine solche kartographische Erfassung gehört zur Umgebungslärmrichtlinie, die das Europäische Parlament im Jahr 2002 erlassen hat. Ziel dieser Richtlinie ist es, die Lärmbelastung für die Bevölkerung der EU-Staaten zu verringern.
Die Daten lassen sich aber auch zu ganz anderen Zwecken nutzen. So können damit etwa Katastrophenschutzpläne erstellt oder Neubaugebiete geplant werden. Im Ruhrgebiet wurde anhand dieser Daten bereits eine Schadstoffübersicht erstellt.

Der Service ist auf der Website https://www.umgebungslaerm.nrw.de/ abrufbar.

Mars-Radar eröffnet eine neue Dimension der Planetenforschung

Das an Bord der europäischen Raumsonde Mars Express befindliche Instrument MARSIS (Mars Advanced Radar for Subsurface and Ionosphere Sounding) zur Tiefensondierung der Marsoberfläche gewährt neue Einblicke in den Untergrund des Roten Planeten. Der Erfolg der Technik verleitet Forscher jetzt dazu, über die Verwendung der Technik bei künftigen Planetenmissionen nachzudenken. Naheliegende Ziele wären bspw. Jupiters Mond Europa und Saturns Monde Enceladus und Titan. Bei Europa und Enceladus könnte mit Hilfe dieser Technik ein globaler Blick unter die Eispanzer gelingen – bis hinab in eine Tiefe von 20 km. Auf Titan könnten die Kohlenwasserstoffseen genauer erforscht werden. Und auch Kometen und Asteroiden könnten mittels dieser Technik noch so manches Geheimnis preisgeben.
Mars radar opens up a planet’s third dimension

Vitamin D schützt vor Brustkrebs

Eine hohe Vitamin-D-Konzentration im Blut schützt Frauen jenseits der Wechseljahre vor Brustkrebs. Untersuchungen aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum bestätigen diesen Zusammenhang und zeigen, dass eine bestimmte Genvariante des Vitamin-D-Rezeptors mit einem erhöhten Risiko für Brustkrebs einhergeht, wenn der Tumor Rezeptoren für das weibliche Sexualhormon Östrogen aufweist.
Ein Zusammenhang zwischen der Vitamin-D-Konzentration und dem Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, wurde bereits seit langem vermutet, konnte jedoch bisher nicht sicher belegt werden.
Vitamin D und Brustkrebsrisiko

Blühende Korallenriffe im ehemaligen Atomtestgelände

Die Riff-Ökosysteme rund um das Bikini-Atoll befinden sich wieder in einem erstaunlich guten Zustand, obwohl dort vor rund 50 Jahren insgesamt 67 Atombomben gezündet worden waren. Selbst im Krater, den die starke Wasserstoffbomben-Explosion des Tests „Bravo“ hinterlassen hatte, entdeckten die Forscher um Zoe Richards von der James Cook University im australischen Townsville zahlreiche Fische und Korallen, deren Artengemeinschaft sich nur wenig von normalen Riffen unterschied. Verglichen mit einer Studie, die vor der Einrichtung des Testgeländes durchgeführt wurde, fehlten allerdings mindestens 42 Korallenarten: sie hielten den Explosionen, der erhöhten Radioaktivität und der Belastung durch aufgewirbelte Sedimente nicht stand. Die Erholung der Riffgemeinschaften wurde durch Meeresströmungen begünstigt, die für einen starken Wasseraustausch sorgten, so dass die radioaktive Belastung im Ozean wieder sehr niedrig ist. Auch an Land liegt die Hintergrundstrahlung nicht höher als in australischen Großstädten, so die ebenfalls an der Studie beteiligte Maria Beger. Pflanzen jedoch reichern strahlende Elemente in ihrem Gewebe an und erreichen immer noch so hohe Strahlungswerte, dass die Wiederbesiedelung von Bikini und die der benachbarten Atolle auch zukünftig unmöglich sein wird. Ironischerweise war die damalige Evakuierung der Bevölkerung für das Überleben der Riffe ebenfalls von Vorteil, denn Fischfang oder Abbau der Riffe für Baumaterial fand rund um den Archipel nun nicht mehr statt. Angrenzende, nicht unmittelbar von den Tests betroffene Bestände blieben deshalb über Jahrzehnte ungestört und lieferten ausreichend Polypen, um neue Korallengärten zu gründen.
Bikini corals recover from atomic blast

Bikini Atoll coral biodiversity resilience five decades after nuclear testing

NASA verlängert Mission der Raumsonde Cassini

Die NASA hat die Mission der Raumsonde Cassini um zwei Jahre verlängert. Ursprünglich sollte die Mission im Juli 2008 zu Ende gehen. Die Missionsverlängerung wird vor allem die bisher gewonnenen Erkenntnisse über Saturns Monde berücksichtigen. So ist neben Titan vor allem Enceladus in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Unter dessen Eispanzer könnte es flüssiges Wasser geben.
Für die verlängerte Mission sind nach Angaben des Cassini-Teams folgende Ziele geplant: 60 weitere Orbits der Sonde um Saturn; 26 Vorbeiflüge an Titan; 7 Vorbeiflüge an Enceladus mit Annäherungen bis auf 26 km sowie weitere Durchflüge durch die Eisgeysire am Südpol des Mondes; je ein Vorbeiflug an den Monden Rhea, Dione und Helene; weitere Erforschung von Saturns Ringsystem. Für die Missionsverlängerung befindet sich die Sonde in einem guten Zustand. Der an Bord befindliche Treibstoff könnte nach den zwei Jahren sogar noch für eine weitere Missionsverlängerung reichen.
Cassini war am 15. Oktober 1997 gestartet und hatte den Planeten Saturn am 30. Juni 2004 erreicht. Während der seitdem absolvierten 62 Orbits hat Cassini über 140.000 Bilder zur Erde übertragen. Höhepunkte der Mission waren das erfolgreiche Absetzen des europäischen Landers Huygens auf Titan sowie vielfache Vorbeiflüge an den Monden Titan, Enceladus, Dione, Rhea, Tethys und Iapetus.
NASA Extends Cassini’s Grand Tour of Saturn

"Science TV" macht Wissenschaft erlebbar

Mit Hilfe von Kurzfilmen soll eine neue Internetseite die Arbeit von Wissenschaftlern erlebbar machen. Unter https://www.dfg.de/service/dfg_bewegt/dfgscience_tv/ werden zehn außergewöhnliche Forschungsprojekte in Filmtagebüchern vorgestellt. Woche für Woche stellen die Wissenschaftler selbst gedrehtes Material zur Verfügung, das von einer professionellen Produktionsfirma zu dreiminütigen Filmbeiträgen verarbeitet wird. Die Projekte stammen aus den unterschiedlichsten Wissensgebieten. Mit „Science TV“ will die Deutsche Forschungsgemeinschaft vor allem Jugendliche zwischen 14 und 19 Jahren für die Wissenschaft begeistern. Das Projekt ist als Pilotvorhaben derzeit noch auf einen Zeitraum von drei Monaten ausgelegt. Bei einem Erfolg soll das Webangebot fortgeführt und ausgeweitet werden.