Solscape

Abschiedsfoto von Hubbles Superkamera

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Der Planetarische Nebel Kohoutek 4-55.
(NASA, ESA, and the Hubble Heritage Team (STScI/AURA))

Bei der nun anstehenden Hubble-Service-Mission der Raumfähre Atlantis wird die Wide Field and Planetary Camera 2 an Bord des Weltraumteleskops durch eine neue Kamera ersetzt. Um Hubbles alter und langgedienter Kamera Tribut zu zollen, wurde am 4. Mai 2009 ein letztes „pretty picture“ aufgenommen. Es zeigt den Planetarischen Nebel Kohoutek 4-55, der sich etwa 4.600 Lichtjahre entfernt im Sternbild Schwan (Cygnus) befindet.
Kohoutek 4-55 gehört zu einer Reihe von Planetarischen Nebeln, die nach dem tschechischen Astronomen Luboš Kohoutek benannt sind.

Hubble Photographs a Planetary Nebula to Commemorate Decommissioning of Super Camera

Top Five Breakthroughs From Hubble’s Workhorse Camera

Plutos Namensgeberin Venetia Phair gestorben

Wie ihre Familie gestern mitteilte, ist Venetia Phair am 30. April 2009 in ihrem Haus in Epsom (in der Grafschaft Surrey; etwa 25 km südwestlich von London) gestorben. Sie wurde 90 Jahre alt.
Am 14. März 1930 hatte Phair, damals 11-jährig, durch ihren Großvater, Francis Falconer Madan, von der Meldung über die Entdeckung eines neuen Himmelskörpers und der Namenssuche erfahren und den Namen „Pluto“ vorgeschlagen. Francis Madan fand ihren Vorschlag so gut, dass er davon Herbert Hall Turner, einem befreundeten Astronomen und Professor für Astronomie an der Universität Oxford erzählte. Über diesen gelangte der Vorschlag am 15. März 1930 per Telegramm an das Lowell-Observatorium in Flagstaff, Arizona. Das Lowell-Observatorium, wo der Himmelskörper am 18. Februar 1930 von Clyde Tombaugh entdeckt worden war, nahm im Mai desselben Jahres den Vorschlag von Venetia Phair an.
Übrigens hatte Venetias Großonkel Henry Madan die Namen „Phobos“ und „Deimos“ für die Monde des Mars vorgeschlagen.

Venetia Phair, who named planet Pluto, dies at 90

Venetia Phair

MESSENGER: Neue Erkenntnisse über Merkur

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Das Rembrandt-Becken wurde von MESSENGER während des zweiten Vorbeiflugs am Merkur im Oktober 2008 aufgenommen. Die Bilder zeigen, dass dieses Einschlagbecken bemerkenswert gut erhalten ist. Die meisten großen Einschlagbecken auf Merkur, den anderen Planeten sowie dem Erdmond wurden später durch Lavaströme überflutet. Die Anzahl und Größenverteilung der Krater im und in Nähe des Einschlagbeckens zeigt an, dass es sich beim Rembrandt-Becken um das jüngste Einschlagbecken auf Merkur handelt.
(NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Smithsonian Institution/Carnegie Institution of Washington)
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Die Auswertung der Bilder und Daten vom zweiten Vorbeiflug der Raumsonde MESSENGER am Merkur im Oktober 2008 hielt für die Wissenschaftler einige Überraschungen bereit: der Nachweis von Magnesium in der Exosphäre des Planeten deutet darauf hin, dass Magnesium ein wichtiger Bestandteil der Oberfläche des Planeten ist. Das Mercury Atmospheric and Surface Composition Spectrometer (MASCS) hat während des Vorbeiflugs von MESSENGER auch weitere Stoffe wie Natrium und Kalzium nachweisen können. Die neuen Daten über die Magnetosphäre des Merkur zeigen, dass der sonnennächste Planet während des zweiten Vorbeiflugs deutlich dynamischer war als bei den ersten Untersuchungen im Januar 2008. Zudem haben die Forscher auf den Bildern der Raumsonde ein bislang unbekanntes, ungewöhnlich gut erhaltenes Einschlagbecken entdeckt. Dieses sog. Rembrandt-Becken hat einen Durchmesser von über 700 Kilometern und entstand vermutlich vor etwa 3,9 Milliarden Jahren. Damit ist es erheblich jünger als die meisten anderen bekannten Einschlagbecken auf Merkur. Einige Regionen auf dem Boden des Einschlagbeckens sehen noch so aus wie zur Entstehungszeit des Beckens.

MESSENGER Reveals Mercury as a Dynamic Planet

MESSENGER Multimedia Page

Zum sechsten Jahrestag von GALEX: der Dreiecksnebel M33

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M33: der Dreiecksnebel
in einem kombinierten GALEX/Spitzer-Bild.
(NASA/JPL-Caltech)

Anlässlich des sechsten Jahrestages des Starts des Galaxy Evolution Explorer (GALEX) veröffentlichte die NASA jetzt ein eindrucksvolles Bild des Dreiecksnebels M33. Kombiniert mit Daten des Infrarotteleskops Spitzer verdeutlicht die Aufnahme, wie man mit Hilfe von Beobachtungen in unterschiedlichen Wellenlängenbereichen ganz verschiedene Aspekte der Galaxienentwicklung studieren kann.
Auf dem kombinierten GALEX/Spitzer-Bild sind die jüngsten (im Ultravioletten sichtbaren) Sterne blau und die etwas älteren Sterne grün dargestellt. Die Infrarotstrahlung von ganz alten Sternen erscheint gelb und orange, und Staub mit einem hohen Anteil an organischen Molekülen leuchtet rot. Bei den bläulichen Flecken außerhalb der Scheibe von M33 handelt es sich um Hintergrundgalaxien.

NASA’s Galaxy Mission Celebrates Sixth Anniversary

Quelle für diffuse Röntgenstrahlung in der Milchstraße identifiziert

Vor mehr als zwei Jahrzehnten entdeckten Wissenschaftler eine diffuse Röntgenstrahlung in unserer Milchstraße. Eine ganze Generation von Astronomen hat sich seither den Kopf über den Ursprung dieser Strahlung zerbrochen. Jetzt gelang es einer Forschergruppe um Mikhail Revnivtsev vom „Excellence Cluster Universe“ an der TU München, das Rätsel zu lösen.
Revnivtsev und seine Kollegen konnten erstmals nachweisen, dass ein Großteil der geheimnisvollen Strahlung nicht aus einer einzigen Quelle stammt, sondern aus vielen kleinen. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass Weiße Zwerge – also die Überreste erloschener, massearmer Sterne – die Röntgenstrahlen aussenden.
Im Weltall geht die energiereiche Röntgenstrahlung normalerweise von Gasen aus, die eine Temperatur zwischen 10 und 100 Millionen Grad Celsius aufweisen. Vor einem Vierteljahrhundert spürten Astronomen eine ganz ähnliche, diffuse Röntgenstrahlung in der Umgebung der Milchstraßenebene auf, ohne eine Erklärung dafür zu finden. In jüngerer Zeit konnten Beobachtungen mit den Röntgensatelliten RXTE und Integral zeigen, dass die Röntgenemission der Milchstraße das gleiche Verteilungsmuster aufweist wie die Sterne. Dies motivierte Revnivtsev und seine Kollegen zu genaueren Untersuchungen einer kleinen Himmelsregion nahe der Milchstraßenebene mit Hilfe des Röntgenteleskops Chandra. Tatsächlich konnte Revnivtsevs Team dort insgesamt 473 deutlich erkennbare Punktquellen aufspüren.

Galaktisches Röntgenlicht stammt aus Sternen

Galactic X-ray Ridge: Resolving a Galactic Mystery

Discrete sources as the origin of the Galactic X-ray ridge emission

Universe Cluster: Finding the sources of diffuse X-ray emission in the Milky Way

Gammastrahlenblitz setzt neuen Entfernungsrekord im All

NASA’s Swift Satellit hat am 23. April 2009 einen Gamma-Ray Burst (GRB) beobachtet. Nichts besonderes, sollte man meinen – doch Nachbeobachtungen im optischen und im Radiobereich haben gezeigt, dass die Galaxie, in der dieser Ausbruch erfolgte, höchstwahrscheinlich jenseits von z=7, möglicherweise sogar eher bei z=8 liegt. Damit wäre das Universum zum Zeitpunkt des Ausbruchs des GRBs erst 640 Millionen Jahre alt gewesen. GRB 090423 wäre somit sehr viel weiter entfernt als die bislang bekannten, am weitesten entfernten Quasare und Galaxien.

Neuer Entfernungsrekord: Sternexplosion im jungen Kosmos

The Most Distant Object Yet Discovered in the Universe

New Gamma-Ray Burst Smashes Cosmic Distance Record

Sicheldünen auf dem Mars

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Sicheldünen auf dem Mars.
(NASA/JPL/University of Arizona/astroarts.org)
Zum Vergrößern auf das Bild klicken.
(2048 x 2548 Pixel; 975 KB)

Anhaltende Winde können große Sanddünen scheinbar fließen und sogar wie eine Flüssigkeit tropfen lassen. Auf dem obigen Bild sind rechts zwei flache Tafelberggipfel zu sehen. Ein heller, mit einer Kuppe bedeckter Hügel ist links im Bild zu erkennen. Während die Winde von rechts nach links wehen, hinterlässt der fließende Sand auf und um die Hügel pittoreske Streifen. Die dunklen, bogenförmigen Tröpfchen aus feinem Sand werden als Sicheldünen (Barchane) bezeichnet und sind die planetaren Geschwister ähnlich aussehender irdischer Sandformen.
Die am 16. März 2008 von der HiRISE-Kamera an Bord des Mars Reconnaissance Orbiter gemachte Aufnahme zeigt einen Bereich der Hellespontus Region auf der südlichen Hemisphäre des Mars.

HiRISE – Eroding Mesas Forming Seif and Barchan Dunes

Linear-Lee Dunes on Mars and Earth

Barchan Dunes

Foto: Sicheldünen im Paracas-Nationalpark, Peru

Siehe auch:
HiRISE – Defrosting Polar Sand Dunes

„Sharks Teeth“ – Sand Dunes in Proctor Crater

HiRISE – Barchan Dunes in Chasma Boreale

Haumeas eisige Verwandtschaft

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Künstlerische Darstellung von Haumea mit ihren Monden.
(NASA, ESA, and A. Feild (STScI))

Die beiden kleinen Monde des Zwergplaneten Haumea sind aus einer großen Kollision am Rand des Sonnensystems hervorgegangen. Für diese Ansicht sprechen Beobachtungen der amerikanischen Astronomen Wesley Fraser und Michael Brown mit dem Weltraumteleskop Hubble. Die beiden Monde bestehen demnach aus dem gleichen eisigen Material, das auch den Zwergplaneten bedeckt. Wären die beiden Monde namens Hi’iaka und Namaka nachträglich durch die Schwerkraft Haumeas eingefangen worden, müssten die Oberflächeneigenschaften stärker variieren.
Haumea war erst vor wenigen Jahren entdeckt worden – die Umstände der Erstbeobachtung sind allerdings bis heute umstritten. Benannt nach einer hawaiianischen Fruchtbarkeitsgöttin, besitzt der Zwergplanet jenseits des Neptun in etwa die Form eines 2.000 Kilometer großen Rugbyballs. Derzeit ist er etwas mehr als 7,5 Milliarden Kilometer von der Sonne entfernt.
Erst kürzlich hatten Brown und Kollegen entdeckt, dass mindestens sechs weitere Objekte auf sehr ähnlichen Umlaufbahnen wie Haumea um die Sonne kreisen und ebenfalls eine Kruste aus Wassereis besitzen. Daraus hatten sie geschlossen, dass diese sog. Haumea-Familie aus einem großen Mutterkörper hervorgegangen ist, der bei einer Kollision zerschmettert wurde.
Ähnliche Vorgänge werden von Astronomen auch für Pluto und seine drei Monde diskutiert.

NICMOS Photometry of the Unusual Dwarf Planet Haumea and its Satellites

Kuiper-belt Object Was Broken up by Massive Impact 4.5 Billion Years Ago, Study Shows

Webseite von Mike Brown beim CalTech

Erfolgreicher Start der größten Saturn V-Modellrakete der Welt

Die größte Saturn V-Modellrakete der Welt ist am Samstag erfolgreich gestartet. Das 11 Meter lange und 726 Kilogramm schwere Modell (Maßstab 1:10) wurde von Steve Eves gebaut. 9 Raketenmotoren ließen das Modell in eine Höhe zwischen 600 und 900 Metern aufsteigen. Danach kehrte die Rakete in 3 Teilen an Fallschirmen zur Erde zurück. Bilderbuchstart und -landung fanden auf einem Feld der Higgs Farm in der Nähe von Price in Maryland/USA statt. Steve Eves hält nun den Weltrekord für die größte, jemals gestartete Modellrakete.

One man’s quest to honor America’s Saturn V rocket

Bildergalerie bei Gizmodo