Solscape

Quasare im frühen Universum

Ein Astronomenteam unter Beteiligung des Max-Planck-Instituts für Astrophysik (MPA) hat mit Hilfe von Beobachtungen durch das Weltraumteleskop Hubble und Vorhersagen aus der Millennium-Simulation mögliche Erklärungen für eines der verblüffendsten kosmischen Rätsel gefunden: Wenn – wie es die Theorie vorhersagt – leuchtende Quasare im frühen Universum die Regionen anzeigen, die als erste zusammengestürzt sind und massereiche Galaxienhaufen gebildet haben, warum gibt es dann bislang so wenige empirische Beweise für solche „Städte im Bauzustand“ ?

Quasare im frühen Universum: Schornsteine der ersten kosmischen Großstädte?

Abschied von Kaguya

Am 10. Juni 2009 um 20:30 Uhr MESZ wird die japanische Raumsonde Kaguya auf dem Mond in der Nähe des Kraters Gill aufschlagen.

Hinweise auf Eis unter der Oberfläche von Hephaestus Fossae

hephaestusfossae

Perspektivische Ansicht eines Kraters in Hephaestus Fossae.
Der Durchmesser des Kraters beträgt etwa 20 Kilometer.
Der dem Krater zu Grunde liegende Meteoriteneinschlag
traf genau in die Mitte eines verzweigten Kanalsystems.
Die ungewöhnliche Form der Auswurfdecken
des Einschlagkraters deutet darauf hin,
dass in den Hohlräumen unter der Oberfläche einst Wasser,
wahrscheinlich als Eis, gespeichert gewesen sein musste.
(ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum))

Westlich des Marsvulkans Elysium Mons erstreckt sich die Utopia-Ebene. Neue Bilder der europäischen Raumsonde Mars Express zeigen einen Ausschnitt aus der Region Hephaestus Fossae, einem Gebiet von etwa 600 Kilometern Durchmesser im Südosten von Utopia. Hier finden sich zahlreiche Kanalsysteme, die mit großer Wahrscheinlichkeit durch Eis entstanden, das in Hohlräumen unter der Oberfläche gespeichert war.
Die Aufnahmen wurden am 28. Dezember 2007 mit der vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) betriebenen hochauflösenden Stereokamera HRSC an Bord von Mars Express gemacht. Die Bildauflösung beträgt etwa 16 Meter pro Pixel.

Craters and channels in Hephaestus Fossae

Unter dem antarktischen Eis verbergen sich alpine Landschaften

Unter dem kilometerdicken Eis der Antarktis verbergen sich neuesten Erkenntnissen zufolge Landschaften, die den Alpen gleichen. Vor Jahrmillionen hätten sich dort auch Flüsse durch schroffe Bergtäler gewunden, heißt es in einer Studie chinesischer, britischer und japanischer Forscher.
Wie die Gletscherexperten im Fachmagazin „Nature“ berichten, drangen sie zwischen 2004 und 2008 in zwei Expeditionen in die „Dome Argus“ genannte Hochebene der Antarktis vor. „Dome Argus“ befindet sich knapp 4.100 Meter über dem Meeresspiegel. Die Gegend gilt als eine der kältesten und zugleich unzugänglichsten der Erde – die Durchschnittstemperatur liegt hier bei minus 58 Grad Celsius.
Mit tief reichenden Radargeräten untersuchten die Forscher ein 30 Quadratkilometer großes Gebiet. Unter dem bis zu drei Kilometer dicken Eis befindet sich dort das Gamburzew-Gebirge. Die Radaruntersuchungen zeigten eine klassische alpine Topographie. Früher durchschnitten Flusstäler die Berge, dann wurden diese Täler durch Gletscher weiter vertieft.
Die Studie lieferte außerdem weitere Einblicke in die Entwicklung der Polarkappen. Demnach gab es im Eozän vor 34 Millionen bis 52 Millionen Jahren eine erste Abkühlung, bei der die Gipfel des Gamburzew-Gebirges auch als erstes vergletscherten. Darauf folgten weitere Kältephasen. Zudem formte sich ein Kältestrom rund um die Antarktis.

The Gamburtsev mountains and the origin and early evolution of the Antarctic Ice Sheet

wissenschaft.de – Wie die Antarktis zu ihrem Eis kam

Gruber-Preis für Kosmologie vergeben

Wie die amerikanische Gruber-Stiftung gestern mitteilte, werden die US-Amerikanerin Wendy Freedman (Carnegie Institution of Washington in Pasadena, Kalifornien), der Brite Robert Kennicutt (Universität Cambridge) und der Australier Jeremy Mould (Universität von Melbourne) die mit 500.000 US-Dollar dotierte Auszeichnung für ihre Bestimmung der Hubble-Konstante erhalten. Nach den Berechnungen der drei Forscher liegt die Hubble-Konstante bei 72 Kilometern pro Sekunde je Megaparsec (ein Megaparsec entspricht 31 Trillionen Kilometern).
Die Auszeichnung, die in diesem Jahr zum zehnten Mal vergeben wird, soll am 4. August zum Auftakt der Vollversammlung der Internationalen Astronomischen Union (IAU) in Rio de Janeiro überreicht werden.

2009 Gruber Cosmology Prize

Seitwärtstorkeln eines Sterns verrät Exoplaneten

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VB 10 und sein planetarer Begleiter
im Vergleich zum Sonnensystem.
(NASA/JPL-Caltech)

Seit mehr als 50 Jahren versuchen Astronomen, mit Hilfe der Astrometrie einen Exoplaneten nachzuweisen. Bislang ohne Erfolg. Den beiden amerikanischen Astronomen Steven Pravdo und Stuart Shaklan vom Jet Propulsion Laboratory ist es nun gelungen, einen Exoplaneten anhand des Seitwärtspendelns zu erkennen, in das er sein Zentralgestirn versetzt. Als Folge dessen bewegt sich der Stern in einer Art Schlangenlinie über den Nachthimmel. Anhand der Stärke des Effekts schätzen die beiden Forscher, dass der Exoplanet die sechsfache Masse des Jupiter besitzt.
Der Exoplanet gehört zum 20 Lichtjahre von uns entfernten Roten Zwergstern Van Briesbroek 10 (VB 10) im Sternbild Adler. Der Planet umrundet den Roten Zwerg in einem Abstand von ca. 50 Millionen Kilometern – dies entspricht in etwa dem Abstand des Planeten Merkur von der Sonne. Für einen Umlauf um sein Zentralgestirn benötigt der Exoplanet rund neun Monate.
Der Rote Zwergstern VB 10 weist nur 8,3 Prozent der Masse unserer Sonne auf – er ist damit der masseärmste und kleinste Stern, bei dem bisher ein Planet gefunden wurde.

Planet-Hunting Method Succeeds at Last

Entdeckungsmethoden von Exoplaneten

Supernova in Messier 82

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Messier 82, aufgenommen vom
Weltraumteleskop Hubble.
(NASA, ESA, and The Hubble Heritage Team (STScI/AURA))

Ein internationales Team von Radioastronomen konnte die Explosion eines Sterns in der nahen Galaxie M82 nachweisen. Obwohl es sich um die nächstgelegene Supernova der letzten fünf Jahre handelt, konnte die Explosion nur mit Radioteleskopen beobachtet werden, da dichtes Gas und Staub sie in anderen Wellenlängen unsichtbar machten.
M82 befindet sich in einer Entfernung von etwa zwölf Millionen Lichtjahren in Richtung des Sternbilds „Großer Bär“ (Ursa Major) und zeigt einen äußerst heftigen Sternentstehungsausbruch („Starburst“) von einigen Hundert Lichtjahren Ausdehnung in ihrem Zentralbereich. M82 wird daher oft auch als „explodierende“ Galaxie bezeichnet; optische und Infrarotaufnahmen vermitteln tatsächlich den Eindruck, als ob M82 komplett auseinandergerissen wird. Dieses Erscheinungsbild ist das Resultat zahlreicher Supernova-Explosionen im Kernbereich der Galaxie.

Sternexplosion in einer „explodierenden“ Galaxie

Wikipedia: Messier 82

Historische Mission zur ISS gestartet

Vom Kosmodrom in Baikonur aus startete heute eine historische Mission zur ISS: mit der Ankunft des Sojus-Raumschiffs am kommenden Freitag wird die ständige Besatzung der Raumstation auf sechs Personen anwachsen. ESA-Astronaut Frank De Winne wird zudem im Herbst als erster Europäer das Kommando über die ISS übernehmen.
Mit seinem Flug zur Internationalen Raumstation läutet ESA-Astronaut Frank De Winne seine sechsmonatige Mission OasISS ein. Er startete heute um 12:34 Uhr MESZ gemeinsam mit dem russischen Kosmonauten Roman Romanenko und dem kanadischen Astronauten Robert Thirsk an Bord eines Sojus-Raumschiffs vom Typ TMA-15 vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan. Mit der Ankunft von De Winne, Romanenko und Thirsk am Freitag, den 29. Mai um 14:36 Uhr MESZ wird erstmals eine sechsköpfige Mannschaft an Bord der Raumstation versammelt sein.
In den ersten vier Monaten seiner OasISS-Mission wird De Winne als Mannschaftsmitglied der „Expedition 20“ Aufgaben als Flugingenieur wahrnehmen und das europäische Columbus-Labor für Forschungsarbeiten nutzen. Während dieser Zeit wird De Winne dem Kommandanten der „Expedition 20“, Gennady Padalka, unterstellt sein. Nach der Rotation von drei der sechs Mannschaftsmitglieder, die für Oktober geplant ist, wird De Winne das Kommando über die Mannschaft der „Expedition 21“ übernehmen. Damit wird zum ersten Mal ein Europäer ISS-Kommandant.

OasISS mission heading to ISS with ESA astronaut Frank De Winne

ESA’s next long-term ISS mission has a name: OasISS