Vor mehr als zwei Jahrzehnten entdeckten Wissenschaftler eine diffuse Röntgenstrahlung in unserer Milchstraße. Eine ganze Generation von Astronomen hat sich seither den Kopf über den Ursprung dieser Strahlung zerbrochen. Jetzt gelang es einer Forschergruppe um Mikhail Revnivtsev vom „Excellence Cluster Universe“ an der TU München, das Rätsel zu lösen.
Revnivtsev und seine Kollegen konnten erstmals nachweisen, dass ein Großteil der geheimnisvollen Strahlung nicht aus einer einzigen Quelle stammt, sondern aus vielen kleinen. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass Weiße Zwerge – also die Überreste erloschener, massearmer Sterne – die Röntgenstrahlen aussenden.
Im Weltall geht die energiereiche Röntgenstrahlung normalerweise von Gasen aus, die eine Temperatur zwischen 10 und 100 Millionen Grad Celsius aufweisen. Vor einem Vierteljahrhundert spürten Astronomen eine ganz ähnliche, diffuse Röntgenstrahlung in der Umgebung der Milchstraßenebene auf, ohne eine Erklärung dafür zu finden. In jüngerer Zeit konnten Beobachtungen mit den Röntgensatelliten RXTE und Integral zeigen, dass die Röntgenemission der Milchstraße das gleiche Verteilungsmuster aufweist wie die Sterne. Dies motivierte Revnivtsev und seine Kollegen zu genaueren Untersuchungen einer kleinen Himmelsregion nahe der Milchstraßenebene mit Hilfe des Röntgenteleskops Chandra. Tatsächlich konnte Revnivtsevs Team dort insgesamt 473 deutlich erkennbare Punktquellen aufspüren.
Galaktisches Röntgenlicht stammt aus Sternen
Galactic X-ray Ridge: Resolving a Galactic Mystery
Discrete sources as the origin of the Galactic X-ray ridge emission
Universe Cluster: Finding the sources of diffuse X-ray emission in the Milky Way
