Die Raumfähre „Atlantis“ ist nach mehreren, wegen schlechten Wetters verschobenen Landeterminen wohlbehalten zur Erde zurückgekehrt. Die siebenköpfige Besatzung landete am Sonntag um 17:39 Uhr MESZ auf dem Luftwaffenstützpunkt Edwards in Kalifornien. Die sieben Astronauten hatten während ihrer durch den Aufschub nun fast dreizehn Tage dauernden Mission erfolgreich das Weltraumteleskop Hubble repariert.
Solscape
Neue ESA-Astronauten vorgestellt
Die Europäische Weltraumorganisation ESA hat heute die neuen Mitglieder des europäischen Astronautenteams vorgestellt. Aus 8413 Kandidatinnen und Kandidaten wurden Thomas Pesquet aus Frankreich, Samantha Cristoforetti und Luca Parmitano aus Italien, Timothy Peake aus Großbritannien, Andreas Mogensen aus Dänemark und Alexander Gerst aus Deutschland ausgewählt. Die Astronauten werden nun hauptsächlich für Einsätze auf der Internationalen Raumstation ausgebildet. Diese Ausbildung findet im Europäischen Astronautenzentrum (EAC) auf dem Gelände des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln statt.
ESA-Astronaut Alexander Gerst steht in der langen Tradition erfolgreicher deutscher Astronauten: seit 1976 wurden 13 Deutsche für die Ausbildung zum Astronauten ausgewählt, zehn von ihnen waren seither an insgesamt 14 Missionen ins All beteiligt.
Hubble kreist wieder um die Erde
Die Besatzung der Raumfähre „Atlantis“ hat das generalüberholte Weltraumteleskop am Dienstag um 14:57 Uhr MESZ mit einem Greifarm aus der Ladebucht des Shuttles gehievt und im freien Raum ausgesetzt.
Die Astronauten hatten am Montag den letzten von insgesamt fünf Außenbordeinsätzen zur Reparatur von Hubble durchgeführt. Damit ist das Teleskop fit für fünf bis zehn weitere Jahre im All, die es dann allerdings ohne Wartung verbringen muss. Die umfangreichen Reparaturen der vergangenen Tage waren die letzten in der bislang 19-jährigen Geschichte des Observatoriums.
Eine letzte Inspektion des Hitzeschutzschildes der „Atlantis“ ist inzwischen abgeschlossen und erbrachte keine Hinweise auf bedrohliche Schäden. Die Raumfähre und ihre Besatzung werden nach einer überaus erfolgreichen Mission am Freitag auf der Erde zurückerwartet.
Hubble-Service-Mission ein voller Erfolg

Das Weltraumteleskop Hubble
in der Ladebucht der "Atlantis".
(NASA TV)
Die Besatzung der Raumfähre „Atlantis“ hat am gestrigen Montag die Reparatur- und Wartungsarbeiten am Weltraumteleskop Hubble erfolgreich beendet. Während des letzten von insgesamt fünf Außenbordeinsätzen setzten John Grunsfeld und sein Kollege Andrew Feustel neue Batterien sowie einen neuen Sensor ein und brachten Schutzfolien gegen Strahlung und Temperaturveränderungen an.
Bereits am Sonntag hatten die Astronauten Mike Good und Mike Massimino ein defektes Stromversorgungsteil am Space Telescope Imaging Spectrograph (STIS) ausgetauscht. Wegen des Fehlers war der Spektrograph seit August 2004 nicht mehr einsatzfähig. Außerdem installierten die beiden Missions-Spezialisten die erste von zwei Schutzfolien, mit denen die empfindlichsten Teile des Teleskops vor zu großer Hitze und Strahlung geschützt werden sollen.
Am Samstag hatten John Grunsfeld und Andrew Feustel die Advanced Camera for Surveys (ACS) wieder in Gang gebracht, obwohl für diese Kamera eine Reparatur im All nie vorgesehen war. Dabei bewiesen die Astronauten enormes Fingerspitzengefühl, weil sie in den groben Handschuhen ihrer Raumanzüge mit vielen kleinen Schrauben hantieren mussten. Außerdem demontierten Grunsfeld und Feustel das COSTAR-Instrument, jene Korrektureinheit, die dem Teleskop 1993 bei der ersten Reparaturmission aufgesetzt werden musste, weil beim 2,40 Meter großen Hauptspiegel ein Fabrikationsfehler entdeckt worden war. Dadurch lieferte Hubble zunächst nur verschwommene Bilder. Inzwischen verfügen alle neueren Geräte des Teleskops über eigene Korrektursysteme. COSTAR wurde durch den neuen Cosmic Origins Spectograph (COS) ersetzt.
Die beiden Astronauten Mike Massimino und Mike Good absolvierten am Freitag einen Außenbordeinsatz, bei dem sie unter anderem altersschwache Batterien austauschten sowie die Gyroskope des Teleskops ersetzten. Der Einsatz dauerte sieben Stunden und 56 Minuten und reiht sich damit in die Top-Ten der 10 längsten Außenbordeinsätze auf Platz 8 ein.
Am heutigen Dienstag wird die „Atlantis“ das Weltraumteleskop wieder in seine reguläre Umlaufbahn um die Erde entlassen.
Die Landung der Raumfähre ist für kommenden Freitag um 17:41 Uhr MESZ geplant.
Die „Venus vom Hohle Fels“

Die "Venus vom Hohle Fels".
Ansicht von der Seite und von vorne.
(© H. Jensen/Universität Tübingen)
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Vor 100 Jahren gruben Archäologen in Österreich die berühmte „Venus von Willendorf“ aus – eine rund 27.000 Jahre alte Frauenfigur mit übertrieben weiblichen Proportionen. Dies war eine Sensation. Denn dass Menschen schon viele tausend Jahre früher solche Frauenbildnisse schufen, das hätte bislang niemand für möglich gehalten. Nun revolutioniert ein Fund, der einem Team um den Tübinger Archäologen Nicholas J. Conard gelang, unsere Vorstellungen vom Leben und der Kunst der eiszeitlichen Jäger erneut. In der Hohle Fels-Höhle bei Schelklingen auf der Schwäbischen Alb entdeckte das Team im September des vergangenen Jahres insgesamt sechs Bruchstücke aus Mammut-Elfenbein. Gereinigt und zusammengesetzt, ergaben sie eine etwa sechs Zentimeter große weibliche Figur. Der linke Arm und die linke Schulter fehlen, und statt des Kopfes befindet sich oben ein kleine Öse. Die Stücke lagen nur wenige Zentimeter voneinander entfernt rund drei Meter unter dem heutigen Höhlenboden – in einer Schicht, die auf ein Alter von mindestens 35.000 Jahren schließen lässt.
Neue "Hubble"-Kamera erfolgreich installiert

Die Astronauten Grunsfeld und Feustel kurz nach dem Einbau der Wide Field Camera 3.
(NASA TV)
Gestern um etwa 15:00 Uhr MESZ begann der erste Außenbordeinsatz der Hubble-Service-Mission. Nach 7 Stunden und 20 Minuten hatten die beiden Shuttle-Astronauten John Grunsfeld und Andrew Feustel die Wide Field and Planetary Camera 2 (WFPC2) des Weltraumteleskops gegen die Wide Field Camera 3 (WFC3) ausgetauscht. Außerdem ersetzten die beiden Missions-Spezialisten auch einen Computer, der das Teleskop kontrolliert und dessen Informationen zur Erde sendet.
Die Wide Field and Planetary Camera 2 (WFPC2) war vor 16 Jahren, während der ersten Service-Mission mit der Raumfähre Endeavour, installiert worden.
Für den nächsten Außenbordeinsatz am heutigen Freitag (mit den Astronauten Mike Good und Mike Massimino) ist geplant, mehrere Batterien sowie die Gyroskope des Teleskops auszuwechseln. Gyroskope sind Schwingkreisel, die eine exakte Ausrichtung des Teleskops erlauben.
Erfolgreicher Start von Herschel und Planck!
Die beiden europäischen Weltraumteleskope Herschel und Planck starteten heute planmäßig um 15:12 Uhr MESZ vom Weltraumbahnhof Kourou aus ins All. Etwa 30 Minuten nach dem Start wurden die beiden Teleskope erfolgreich ausgesetzt und werden in rund zwei Monaten ihre endgültige Position einnehmen.
Laut ESA wird Herschel bereits Anfang Juli die Spiralgalaxie M51 im Sternbild Jagdhunde ins Visier nehmen.
Weltraumteleskope Herschel und Planck im All
Herschel und Planck startbereit
Wenn alles nach Plan verläuft, werden die beiden Weltraumteleskope Herschel und Planck der Europäischen Weltraumorganisation ESA am morgigen Donnerstag um 15:12 Uhr MESZ an Bord einer Ariane-5-Rakete vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana aus gen Weltraum starten und einen Orbit in etwa 1,5 Millionen Kilometern Entfernung von der Erde, am sog. Lagrangepunkt L2, einnehmen.
Herschel, das dann größte Teleskop im Weltall, wird den Himmel im infraroten Spektralbereich abtasten, Planck wird, wie seine Vorgänger COBE und WMAP, die kosmische Hintergrundstrahlung ins Visier nehmen.
Bilder der startbereiten Ariane-5 bei Flickr
Planck-Satellit ist bereit, den Urknall zu vermessen
Blick ins verborgene Universum
Hubble erfolgreich eingefangen
Heute um 19:14 Uhr MESZ wurde Hubble erfolgreich vom Roboterarm der „Atlantis“ eingefangen. Inzwischen ist das Weltraumteleskop fest in der Ladebucht der Raumfähre verankert. So kann es in den nächsten Tagen von der Besatzung der „Atlantis“ gründlich überholt und mit neuen Instrumenten ausgestattet werden.
Vom morgigen Donnerstag an (ab ca. 14:54 Uhr MESZ) bis einschließlich Montag werden dafür täglich jeweils zwei Astronauten einen Außenbordeinsatz von etwa 6 Stunden Dauer absolvieren.
Inspektion des Hitzeschildes/Rendezvous mit Hubble

Beschädigung an den Hitzeschutzkacheln
der Raumfähre Atlantis.
(NASA)
Die Besatzung der „Atlantis“ hat bei der obligatorischen Untersuchung des Hitzeschildes an der rechten Seite der Raumfähre Kerben entdeckt, die sich in einer Länge von etwa 50 Zentimetern über vier Hitzeschutzkacheln hinziehen. Die schadhafte Stelle befindet sich dort, wo rechte Tragfläche und Rumpf zusammenführen. Der Schaden entstand knapp zwei Minuten nach dem Start durch ein vom Außentank herab fallendes Schaumstoffteil. Da die Hitzeschutzkacheln aber nur oberflächlich abgeplatzt sind, wird keine Reparatur nötig sein. Und wenn während des weiteren Missionsverlaufs keine Schäden durch evtl. vorhandenen Weltraummüll entstehen, wird die „Atlantis“ wohl für den Wiedereintritt freigegeben.
Das Rendezvous mit dem Weltraumteleskop Hubble findet heute gegen 18:00 Uhr MESZ statt.
Die Reparaturarbeiten am Weltraumteleskop werden von der NASA live im Internet übertragen:
NASA TV
Astronaut Mike Massimino, Missionsspezialist an Bord der Atlantis, berichtet seit Montag auf Twitter.
NASA-Webseite zur aktuellen Mission:
Servicing Mission 4
