Im Rahmen des Projektes „100 Stunden Astronomie“ vom 2. bis 5. April 2009 soll möglichst vielen Menschen auf der Erde die Möglichkeit gegeben werden, einmal selbst durch ein Teleskop zu blicken. Dieser umfangreichste Programmpunkt des Internationalen Jahres der Astronomie bietet zudem ein besonderes Highlight: während eines 24-stündigen Webcasts gewähren die größten Teleskope der Welt einen Blick hinter die Kulissen! Der Webcast beginnt am 3. April 2009 um 11 Uhr MESZ mit dem Gemini-Teleskop auf Hawaii, wandert langsam in westlicher Richtung um die Welt, und endet am 4. April 2009 um 11 Uhr MESZ beim Hale-Spiegelteleskop des Mount-Palomar-Observatoriums. Das Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile ist ebenso am Webcast beteiligt wie die Weltraumteleskope Hubble, Spitzer und Chandra.
Solscape
100 Stunden Astronomie: 7. Astronomietag
Anlässlich des Internationalen Jahres der Astronomie hat sich die Vereinigung der Sternfreunde e.V. (VdS) dazu entschlossen, ihren bislang im September durchgeführten deutschlandweiten Astronomietag in den Zeitraum von „100 Stunden Astronomie“ zu verlegen: der 7. Astronomietag wird dieses Jahr somit am Samstag, den 4. April 2009 stattfinden. Es sind bundesweit rund 200 astronomische Einrichtungen beteiligt.
Fragmente von 2008 TC3 in Nubischer Wüste entdeckt
Der etwa lastwagengroße Asteroid mit der Bezeichnung 2008 TC3 war der erste, den Astronomen kurz vor der Kollision mit der Erde entdeckt hatten. Unklar war lange, ob von dem kosmischen Geschoss Bruchstücke zum Erdboden gefallen waren. Im Fachjournal „Nature“ beschreiben Forscher um Peter Jenniskens vom SETI-Institut im kalifornischen Mountain View nun, wie sie nach Überbleibseln von 2008 TC3 gefahndet haben. Die Wissenschaftler stöberten über eine Strecke von 29 Kilometern im Sand der Nubischen Wüste. Unterstützt wurden sie dabei von Dutzenden Studenten der Universität Khartum. Ihre Suche hatte Erfolg: insgesamt fanden sie 47 Bruchstücke von 2008 TC3 mit einem Gesamtgewicht von 3,95 Kilogramm. Einer ersten Analyse zufolge gehören die Überreste zu den sog. Achondriten. Das sind Gesteinsmeteorite, die sich aus dem ursprünglichsten Material des Sonnensystems geformt haben. Dieses Material wurde im Laufe der vergangenen 4,5 Milliarden Jahre kaum verändert, der Asteroid hat somit ein Stück des frühen Sonnensystems auf die Erde gebracht.
NASA – Media Telecon: The Impact and Recovery of Asteroid 2008 TC3
Nature News – Astronomy: The rock that fell to Earth
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Fragmente von 2008 TC3 gefunden
Vulkanismus: Rotierende Aschewolken

Blitze in und bei der Aschewolke des Chaitén.
(Carlos Gutierrez/UPI/Landov)
Vulkanausbrüche und Wirbelstürme haben vielleicht mehr gemeinsam als es zunächst scheint. Pinaki Chakraborty von der University of Illinois und seine Kollegen Gustavo Gioia und Susan Kieffer vermuten, dass sich auch die Eruptionswolken von Vulkanen typischerweise um sich selbst drehen. Diese Rotation könnte unter anderem erklären, warum am Rand der Eruptionssäule häufig Blitze und Windhosen auftreten. Den Anstoß zu der jetzt im Magazin „Nature“ veröffentlichten Arbeit der amerikanischen Wissenschaftler gab ein Foto, das die in Blitze gehüllte Eruptionssäule des chilenischen Vulkans Chaitén zeigt. Bei der Suche nach früheren Schilderungen solcher Phänomene stießen die Forscher auf den Bericht von S. Tillard, eines Kapitäns der Royal Navy. Dieser hatte im Jahr 1811 einen Vulkanausbruch vor den Azoren beobachtet und neben zahlreichen Blitzen und Wasserhosen auch bemerkt, dass sich die aus dem Meer aufsteigende Eruptionssäule drehte. Eine solche Rotation konnten Chakraborty und Kollegen ebenfalls nachweisen, als sie Satellitenaufnahmen vom Ausbruch des Vulkans Pinatubo analysierten. Die mehrere Hundert Kilometer hohe Eruptionswolke drehte sich demnach um bis zu 30 Grad pro Stunde. Zudem nahm der anfänglich kreisrunde Wolkenschirm im Laufe weniger Stunden eine ausgebuchtete, gelappte Form an. Nach Ansicht der Forscher wird die Rotation angestoßen, indem die heiße Wolke eine windige Luftschicht durchstößt. Die walzenförmigen Luftwirbel über und unter dieser Schicht werden durch das aufsteigende Material zu zwei Säulen verbogen, die sich nach Art eines Hoch- und eines Tiefdruckgebiets drehen. Letztere Säule wird durch die Erdrotation so weit verstärkt, dass sie schließlich die gesamte Eruptionswolke in Drehung versetzt. Je nach den Begleitumständen, ruft diese Rotation wiederum Blitze, Windhosen und Lappenbildung in unterschiedlichen Ausmaßen hervor. Wie dies genau geschieht, ist bislang noch ungeklärt.
Rotation is Key Factor in Volcanic Plumes
University of Illinois – Department of Geology: Susan Kieffer
Discovery tritt Rückflug an/Vorbereitungen für Hubble-Mission und Ares-Testflug
Die „Discovery“ tritt heute die Heimreise an. Die Raumfähre wird um 20:53 Uhr MEZ von der Internationalen Raumstation abdocken. Die Landung auf der Piste des Kennedy Space Center in Florida ist für Samstag um 18:38 Uhr MEZ vorgesehen.
Die Raumfähre „Atlantis“ ist in der Zwischenzeit im Vehicle Assembly Building eingetroffen, wo sie auf den externen Tank montiert wird. Die Vorbereitungen für die letzte Hubble-Servicemission (Start frühestens am 12. Mai 2009) laufen also bereits auf Hochtouren.
Der Startkomplex 39A, von dem die „Discovery“ am 15. März zur ISS aufbrach, wird inzwischen umgerüstet für den „Ares I-X“-Testflug. Damit ist für diesen Startkomplex das Space Shuttle Programm bereits beendet.
ISS: Viertes Sonnensegel erfolgreich montiert

Teil des erfolgreich entfalteten letzten Sonnensegels.
(NASA TV)
Am gestrigen Donnerstag haben die beiden Shuttle-Astronauten Steve Swanson und Richard Arnold das vierte und letzte Sonnensegel der Internationalen Raumstation installiert. Das Duo verließ die Raumstation um 18:16 Uhr MEZ, ihr Weltraumspaziergang dauerte sechs Stunden und sieben Minuten. Mit dem letzten montierten Sonnensegel steht der ISS jetzt eine Leistung von 120 Kilowatt zur Verfügung, darunter etwa 50 Kilowatt für die wissenschaftlichen Arbeiten in den Forschungsmodulen. Ab Mai kann nun auch die Stammbesatzung von derzeit drei auf die geplante Soll-Stärke von sechs Astronauten verdoppelt werden.
Quelle: NASA
Grube Messel: Fossil eines Urhuftiers gefunden

Fossil des Urhuftiers "Kopidodon macrognatus".
(© Senckenberg Forschungsinstitut Frankfurt)
Wissenschaftler des Frankfurter Senckenberg-Museums haben in der Grube Messel bei Darmstadt das nahezu komplett erhaltene Fossil eines Urhuftiers der Gattung „Kopidodon macrognatus“ ausgegraben. Das Tier ähnelte den heute in Lateinamerika lebenden Wickelbären.
Knapp 6.800 Fossilien sind in den vergangenen zwei Jahren aus der ehemaligen Ölschiefer-Grube ausgegraben worden. Die Funde lieferten detaillierte Kenntnisse über die Lebensweise einzelner Arten und ermöglichten die Rekonstruktion ihres Lebensraums. Vor 47 Millionen Jahren lag die Gegend des ehemaligen Maarkratersees auf der Höhe des heutigen Sizilien und war mit einem südostasiatischen Regenwald vergleichbar.
Senckenberg world of biodiversity
UNESCO Weltnaturerbe Grube Messel
Verwandte Artikel: Grube Messel – Fenster in die Urzeit
Spanische Schüler schicken Ballon ins All
Eine Gruppe spanischer Schüler im Alter von 18-19 Jahren hat einen Ballon auf eine Höhe von über 30 Kilometern gebracht und beeindruckende Bilder geschossen:
https://www.flickr.com/photos/meteotek08/sets/72157614847488964/
Vorläufersterne zweier Supernovae ausfindig gemacht
Mit Hilfe des Weltraumteleskops Hubble und dem Gemini-Teleskop haben Justyn Maund und Stephen Smartt die Vorläufersterne zweier Supernovae vom Typ II aufgespürt. Wie bereits von der Theorie vorhergesagt und in einem anderen Fall bestätigt, handelt es sich dabei um sog. Rote Überriesen. Die beiden Forscher analysierten Aufnahmen von Weltraumregionen, in denen eine Sternexplosion stattgefunden hatte, jeweils vor und nach dem Ereignis. Sie konnten nachweisen, dass in zwei Himmelsregionen Rote Überriesen exakt an den Positionen fehlten, an denen einige Jahre zuvor jeweils eine Typ-II-Supernova aufgetreten war. Diese einfache, aber zeitaufwändige Methode lässt keinen Zweifel daran, dass die beiden Sterne die Vorläufer von SN 2003gd in der Galaxie M74 und SN 1993J in der Galaxie M81 waren, schreiben die beiden Wissenschaftler im Fachmagazin „Science“.
Supernovae resultieren aus dem internen Kollaps massereicher Sterne am Ende ihrer Entwicklung. Nach dem zeitlichen Verlauf ihrer Helligkeit sowie ihrem Emissionsspektrum unterteilen Astronomen die Explosionen in verschiedene Klassen. Typ-II-Supernovae weisen im Gegensatz zu Supernovae vom Typ I u.a. starke Wasserstofflinien in ihrem Spektrum auf.
The Disappearance of the Progenitors of Supernovae 1993J and 2003gd
Vulkan vor Tongatapu löste heftiges Erdbeben aus
Das Pazifische Tsunami-Warnzentrum auf Hawaii verzeichnete gestern gegen 19:18 Uhr MEZ ein Erdbeben der Stärke 7,6. Das Epizentrum des Bebens lag in etwa 220 Kilometern Entfernung von der Hauptstadt des Inselreiches Tonga. Für die Südseeinseln von Tonga, Samoa und Fiji wurden zunächst Tsunami-Warnungen ausgesprochen, später am Abend wurden diese Warnungen wieder aufgehoben.
