Blühende Korallenriffe im ehemaligen Atomtestgelände

Die Riff-Ökosysteme rund um das Bikini-Atoll befinden sich wieder in einem erstaunlich guten Zustand, obwohl dort vor rund 50 Jahren insgesamt 67 Atombomben gezündet worden waren. Selbst im Krater, den die starke Wasserstoffbomben-Explosion des Tests „Bravo“ hinterlassen hatte, entdeckten die Forscher um Zoe Richards von der James Cook University im australischen Townsville zahlreiche Fische und Korallen, deren Artengemeinschaft sich nur wenig von normalen Riffen unterschied. Verglichen mit einer Studie, die vor der Einrichtung des Testgeländes durchgeführt wurde, fehlten allerdings mindestens 42 Korallenarten: sie hielten den Explosionen, der erhöhten Radioaktivität und der Belastung durch aufgewirbelte Sedimente nicht stand. Die Erholung der Riffgemeinschaften wurde durch Meeresströmungen begünstigt, die für einen starken Wasseraustausch sorgten, so dass die radioaktive Belastung im Ozean wieder sehr niedrig ist. Auch an Land liegt die Hintergrundstrahlung nicht höher als in australischen Großstädten, so die ebenfalls an der Studie beteiligte Maria Beger. Pflanzen jedoch reichern strahlende Elemente in ihrem Gewebe an und erreichen immer noch so hohe Strahlungswerte, dass die Wiederbesiedelung von Bikini und die der benachbarten Atolle auch zukünftig unmöglich sein wird. Ironischerweise war die damalige Evakuierung der Bevölkerung für das Überleben der Riffe ebenfalls von Vorteil, denn Fischfang oder Abbau der Riffe für Baumaterial fand rund um den Archipel nun nicht mehr statt. Angrenzende, nicht unmittelbar von den Tests betroffene Bestände blieben deshalb über Jahrzehnte ungestört und lieferten ausreichend Polypen, um neue Korallengärten zu gründen.
Bikini corals recover from atomic blast

Bikini Atoll coral biodiversity resilience five decades after nuclear testing