Solscape

Protoplanetare Scheibe um V4046 Sagittarii

Astronomen um Joel Kastner vom Rochester Institute of Technology haben mit dem Submillimeter Array (SMA) die Existenz einer protoplanetaren Scheibe aus molekularem Gas um das nur 240 Lichtjahre von uns entfernte Doppelsternsystem V4046 Sagittarii nachgewiesen. Die Scheibe beginnt in etwa dort, wo in unserem Sonnensystem der Neptun seine Bahn zieht und erstreckt sich dann noch etwa zehn Mal weiter ins All. Nach Ansicht der Forscher könnten dort gerade jupiterähnliche Planeten entstehen.

Radio Telescope Images Reveal Planet-Forming Disk Orbiting Twin Suns

Liebling, ich habe Beteigeuze geschrumpft!

Der Rote Überriese Beteigeuze, zweithellster Stern im Sternbild Orion, hat in den letzten 15 Jahren deutlich an Größe verloren. Dies ist das Ergebnis einer Langzeitbeobachtung von Astronomen am Mount-Wilson-Observatorium der University of California in Berkeley. Der etwa 600 Lichtjahre von uns entfernte, mit bloßem Auge gut sichtbare Stern befindet sich am Ende seiner Lebenszeit. Sein Wasserstoffvorrat ist aufgebraucht, und in Folge der wesentlich energiereicheren Heliumfusion in seinem Kern hatte sich Beteigeuze immer weiter aufgebläht. Heute strahlt der Stern gut 10.000-mal heller als unsere Sonne. Dass er sich nun erneut zusammenzieht, dürfte ein erstes Anzeichen für das Einsetzen weiterer Fusionsprozesse sein, die schon in den nächsten 1.000 Jahren in einer Supernova enden könnten.

Red giant star Betelgeuse mysteriously shrinking

C. H. Townes et al. (2009): A Systematic Change with Time in the Size of Betelgeuse (PDF)

Sterntypen – von Riesen und Zwergen

Walfleisch: Gesundheitsgefahr durch Schadstoffe und Bakterien

Menschen, die häufig Wal- und Delfinfleisch essen, leiden häufiger an Gedächtnisstörungen, Parkinson-Erkrankungen und Immunschwächen. Dies zeigt ein Bericht, den die Artenschutzorganisation „Pro Wildlife“ auf der Internationalen Walfangkonferenz vorstellte. Die Inuit in Kanada, Alaska und Grönland sind besonders betroffen, aber auch die Bevölkerung von Industriestaaten wie Japan.
In Walprodukten werden die Grenzwerte für Quecksilber, PCB oder DDT oft um das bis zu 5.000fache überschritten. Bei den meisten Ureinwohnern, und auch in Japan, werden Wal- und Delfinprodukte zudem teilweise roh verzehrt – die Konsumenten riskieren damit die bakterielle Erkrankung Brucellose. „Fast 40 Prozent des Zwergwal-Fleisches aus dem japanischen Walfang im Nordpazifik sind Brucella-verseucht. Der Regierung in Tokio ist dies bekannt. Trotzdem wird das Fleisch verkauft.“, so die Pro Wildlife-Sprecherin Sandra Altherr.
Auch die Regierung Grönlands verharmlost die Gesundheitsrisiken und empfiehlt Walfleisch – aus kulturellen Gründen. Ähnlich argumentieren die Behörden in Kanada, obwohl die dort angebotenen Belugas und Narwale stark mit Giftstoffen belastet sind.

Toxic Menu – Contamination of Whale Meat and Impact on Consumers‘ Health (lokal gespeicherte PDF-Datei)

Element 112 offiziell bestätigt

Im Periodensystem der chemischen Elemente gibt es ab sofort einen neuen Eintrag. Das bereits im Jahr 1996 am Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung (GSI) in Darmstadt erzeugte Element 112 ist nun auch offiziell als neues Element anerkannt. Die Darmstädter Forscher erhielten eine entsprechende Mitteilung der Internationalen Union für reine und angewandte Chemie (IUPAC).
Seit 1981 wurden am Helmholtzzentrum in Darmstadt die chemischen Elemente mit den Ordnungszahlen 107 bis 111 entdeckt. Diese tragen mittlerweile die Namen Bohrium, Hassium, Meitnerium, Darmstadtium und Roentgenium.

Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung (GSI)

Darmstadtium and Beyond

Am 10. Juni 1909…

…schrieb Kapitän Arthur George Dunning Geschichte. Allerdings nicht, weil er mit seinem Dampfschiff, der „SS Slavonia“, auf dem Weg von New York nach Italien bei den Azoren Schiffbruch erlitt, sondern weil er das erste Mal überhaupt das berühmteste aller Morsezeichen absetzte: SOS.

Wikipedia: Morsecode – „SOS“

Erfolgreicher Start von SUNRISE

Die Mission SUNRISE ist am heutigen Montag erfolgreich von der europäischen Weltraumbasis Esrange im nordschwedischen Kiruna gestartet. Um 08:27 Uhr hob der Heliumballon mit einem Fassungsvermögen von etwa einer Million Kubikmetern von der Startbahn ab und trug das Observatorium, das unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) entstanden ist, in Richtung Stratosphäre. Neben weiteren Instrumenten befindet sich auf SUNRISE das größte Sonnenteleskop, das jemals den Erdboden verlassen hat. Die Wissenschaftler werden damit die Magnetfelder des Sterns mit niemals zuvor erreichter Genauigkeit beobachten.

SUNRISE schwebt der Sonne entgegen

Die Sonne im Visier – deutsches Teleskop Sunrise zur Mission aufgebrochen

SUNRISE-Homepage am MPS

Arches-Sternhaufen ist erstaunlich normal

Mit Hilfe des Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) machten Astronomen eine der schärfsten Aufnahmen des Arches Cluster, eines außergewöhnlich dichten Haufens junger Sterne nahe dem supermassereichen Schwarzen Loch im Herzen der Milchstraße. Trotz der extremen Bedingungen stellten die Astronomen erstaunt fest, dass in dem Sternhaufen das gleiche Verhältnis von massereichen zu massearmen jungen Sternen zu finden ist, wie in ruhigeren Gebieten der Milchstraße.

Stellar family in crowded, violent neighbourhood proves to be surprisingly normal

The massive star initial mass function of the Arches cluster

"Düstere" Supernova könnte Rätsel um bestimmte Gammablitze lösen

Sterne mit mehr als acht Sonnenmassen enden gewöhnlich in gewaltigen Explosionen: als Supernovae, die in kurzer Zeit mehr Energie freisetzen als die Sonne während ihrer gesamten Lebensspanne von zehn Milliarden Jahren; dabei strahlen sie so hell wie Milliarden von Sternen. Es geht aber auch weniger spektakulär. „Düstere“ Supernovae sind 100-mal energieärmer und sehr viel lichtschwächer. Jetzt haben Forscher der Queens-Universität in Belfast, des Italienischen Nationalinstituts für Astrophysik und des Max-Planck-Instituts für Astrophysik zum ersten Mal eine solche Supernova entdeckt, deren Spektrum obendrein keinerlei Spuren von Wasserstoff aufweist – und damit möglicherweise das Rätsel um bestimmte kosmische Gammablitze gelöst.

Düstere Supernova erhellt Gammablitze