Solscape

Erfolgreicher Start von GOES-O

Gestern um 0:51 Uhr MESZ wurde mittels einer Delta IV-Rakete der Umweltsatellit GOES-O der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) erfolgreich ins All transportiert. Der Start erfolgte von der Startrampe LC-37B der Cape Canaveral Air Force Station in Florida.
Gegenüber älteren Satelliten ist GOES-O mit erheblich verbesserter Beobachtungstechnik für die Aufnahme hochauflösender Bilder von Wettersituationen und die Gewinnung von Messdaten von Erdoberfläche und Atmosphäre ausgestattet. Außerdem sind spezielle Instrumente zur Sonnen- und Weltraumwetterbeobachtung mit an Bord. Insbesondere der von Lockheed Martin gebaute Solar X-Ray Imager soll die Warnmöglichkeiten hinsichtlich von Strahlungsausbrüchen der Sonne erheblich verbessern.

NASA – GOES-O

NOAA – National Environmental Satellite, Data, and Information Service (NESDIS)

Ein Ozean auf Saturnmond Enceladus?

Endeladus

Eisfontänen auf Enceladus.
(Bild: NASA/JPL/Space Science Institute)

Auf dem Saturnmond Enceladus gibt es möglicherweise einen unterirdischen Ozean. Das zeigt eine Arbeit deutscher Forscher auf der Basis von Messungen der Raumsonde Cassini.
Im E-Ring um den Saturn hat die Gruppe um Frank Postberg vom Heidelberger Max-Planck-Institut für Kernphysik salzige Eispartikel nachgewiesen, die ihrer Ansicht nach aus einem Ozean stammen. Der dünne E-Ring des Saturn speist sich aus gigantischen Eisfontänen, die von Enceladus‘ Südpol aus ins All schießen. Die Forscher stellen ihre Analyse im Fachjournal „Nature“ vor. Mit einem flüssigen Ozean würde Enceladus die wichtigste Voraussetzung für die Entstehung von Leben besitzen.
Der von einer dicken Eisschicht bedeckte Enceladus ist mit rund 500 Kilometern Durchmesser der sechstgrößte Mond des Saturn. Bereits frühere Messungen hatten Hinweise auf ein Wasserreservoir unter seiner Oberfläche geliefert. Es könnte die Geysire in der Nähe des Südpols speisen. Unklar war bislang jedoch, ob die Partikel aus den Geysiren die Oberfläche des Mondes schon in gefrorener Form oder als flüssiges Wasser verlassen und erst in der Kälte des Alls gefrieren.
Neue Messungen der seit dem Jahr 2004 um den Saturn kreisenden Raumsonde Cassini sollten diese Frage beantworten. Dazu wurde die Natrium-Konzentration der Partikel gemessen. Natrium ist einer der beiden Bestandteile von Kochsalz (Natriumchlorid), das gut wasserlöslich ist und auch die Ozeane auf der Erde salzig macht. Im E-Ring spürte Cassini Eispartikel mit einer für die Forscher überraschenden Vielfalt an Natrium-Verbindungen und unterschiedlich hohen Natrium-Konzentrationen auf. Etwa sechs Prozent der Eispartikel erwiesen sich als recht salzig. Forscher des Göttinger Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation und der Universität Göttingen stellten deshalb unter Leitung der Professoren Udo Buck und Bernd Abel die Verhältnisse auf dem Saturnmond in vereinfachter Form im Labor nach. Ein Wasserstrahl übernahm dabei die Rolle des Ozeans. Ein Laser simulierte die Zerstäubung des Wassers vor dem Geysir-Ausbruch. Mit Hilfe der sog. Flüssigkeits-Massenspektrometrie konnten die Wissenschaftler dann nachweisen, dass der Laser aus dem Wasserstrahl die gleichen Natriumverbindungen herausschlug, wie sie in den Eispartikeln des Saturnmondes vorkommen. Damit wurde die Vermutung untermauert, dass sich unter der Oberfläche des Mondes flüssiges Wasser befindet. Die natriumarmen Partikel entstehen demnach aus Wasserdampf, der sich über dem Ozean aufhält.
In derselben Ausgabe von „Nature“ stellen Forscher um Nicholas Schneider von der Universität von Colorado teleskopgestützte Untersuchungen der Eisfontänen aus den Enceladus-Geysiren vor. Darin konnten die Wissenschaftler im Rahmen der Messgenauigkeit allerdings gar kein Natrium nachweisen. Es könnte daher sein, dass der Ozean komplett gefroren ist oder es Süßwassertümpel unter der Oberfläche gibt. Jedenfalls muss das Wasser eines Ozeans langsam verdampfen, um Salz zurücklassen zu können – so wie es bei der Verdunstung irdischer Ozeane oder Salzwasserseen auch geschieht.

Der kalte Mond und das Meer

Cassini entdeckt Hinweise auf Ozean auf dem Saturnmond Enceladus

CU-Boulder Study Says Jets on Saturn Moon Enceladus Not Geysers From Underground Ocean

Sky & Telescope – A „Briny Deep“ Inside Enceladus?

Sensationelles Foto vom Ausbruch des Vulkans Sarychev

iss020e009048

Ausbruch des Vulkans Sarychev auf den Kurilen,
aufgenommen von den Astronauten
der Internationalen Raumstation.
(Bild: NASA, astroarts.org)

Ein glücklicher Zufall wollte es, dass die Internationale Raumstation just in dem Moment über die Inselkette der Kurilen flog, als der Vulkan Sarychev sich zum Ausbruch entschloss – und glücklicherweise hatten die Astronauten gerade eine Kamera zur Hand, um die Eruption abzulichten.
Das detaillierte Foto zeigt einige Phänomene, die in der frühesten Phase eines explosiven Vulkanausbruchs auftreten. So besteht die Wolke aus brauner Asche und Wasserdampf, und aufgrund des raschen Aufstiegs des Gemischs sieht sie wie eine Blase aus. Ihre Druckwelle schiebt die Wolken der umgebenden Atmosphäre einfach beiseite und macht so der Asche den Weg frei.
Den Hang des Vulkans schießt ein pyroklastischer Strom hinab – eine Art Lawine aus heißen Gasen, Asche und anderem Auswurfmaterial.

Sarychev Peak Eruption, Kuril Islands

Download Hochauflösung (JPEG; 4288 x 2848 Pixel; 853 KB)

Getreidespeicher aus der Jungsteinzeit

Rund eintausend Jahre vor Beginn des eigentlichen Ackerbaus sammelten die Menschen im heutigen Jordanien bereits in großem Umfang Wildgetreide und bewahrten es über einen längeren Zeitraum auf. Das belegen Überreste von Getreidespeichern, die jetzt bei Grabungen in Dhra‘ am Toten Meer gefunden wurden.
Die Bauten waren kreisrund und hatten einen Durchmesser von rund drei Metern. Ihre Wand bestand aus Lehm und Steinen, auf die ein Flachdach aus lehmverputztem Flechtwerk aufgesetzt wurde.
Der besondere Clou lag im Innern des Silos: hier konstruierten die Erbauer einen eingezogenen Boden, indem sie auf Steinblöcken ein Holzgerüst lagerten, das mit Lehm verschmiert wurde. Dies sollte Nagetieren den Zugang erschweren und Luft um das Getreide zirkulieren lassen.
Laut Radiokarbondatierung sind die Speicher etwa 11.000 Jahre alt und stammen somit aus der Frühphase des sog. Präkeramischen Neolithikums A.
Aus der Endphase des Präkeramischen Neolithikums A, dem achten vorchristlichen Jahrtausend, stammt die berühmte „Stadtmauer“ im nahe gelegenen Jericho, einer der ersten stadtähnlichen Ansiedlungen weltweit.

wissenschaft.de – Als die Jäger sesshaft wurden

Notre Dame study describes evidence of world’s oldest known granaries

LRO erfolgreich in Mondumlaufbahn eingeschwenkt

362167main_ACD09-0117-001

Foto der vom Krater Mendeleev gebildeten Ebene
auf der Rückseite des Mondes,
aufgenommen von der Visible Light Camera
an Bord von LCROSS.
(Bild: NASA, astroarts.org)

Nach einer Reise von viereinhalb Tagen ist der Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) erfolgreich in eine Umlaufbahn um den Mond eingeschwenkt. Die Missionstechniker am Goddard Space Flight Center der NASA in Greenbelt, Maryland, bestätigten LRO’s Eintritt in die Umlaufbahn heute um 12:27 Uhr MESZ.
Das Flugmanöver sowie erste Bilder von der Visible Light Camera an Bord des Lunar CRater Observation and Sensing Satellite (LCROSS) waren von der NASA live im Internet übertragen worden.

NASA Lunar Mission Successfully Enters Moon Orbit

Formicula!

Mikroskop-Aufnahmen von Insekten sind ja immer wieder sehr beeindruckend. Das hier vorgestellte, zoombare 0,29 Gigapixel große Bild einer Ameise übertrifft jedoch alles, was man bisher gesehen hat. Es ist ein Stitch aus 136 verschiedenen Aufnahmen, die mit einem Rasterelektronenmikroskop mit 800facher Vergrößerung gemacht wurden.

GigaPan: Ant

Steinheim-Impaktor war Eisenmeteorit

Im Steinheimer Becken auf der Ostalb haben Geologen des Instituts für Planetologie der Universität Stuttgart überraschende Entdeckungen gemacht. Sie fanden in Bohrkernen, die im Meteorkratermuseum in Steinheim am Albuch (Landkreis Heidenheim) gelagert sind, mikroskopisch kleine Partikel, die sie als Reste des Steinheimer Meteoriten identifizieren konnten. Die Gesteinspartikel enthalten ungewöhnliche Eisensulfid-Kristalle und Schmelzkügelchen, sog. Sphärulen. Auffällig ist auch der stark erhöhte Gehalt der ansonsten seltenen Metalle Nickel und Kobalt. Offenbar ist das Steinheimer Becken durch den Einschlag eines Eisen-(oder Stein-Eisen-)Meteoriten entstanden. Die Gesteine aus dem benachbarten Nördlinger Ries zeigen hingegen die Signatur eines Steinmeteoriten.
Forscher gehen schon länger davon aus, dass Süddeutschland im Miozän (vor etwa 14-15 Millionen Jahren) zeitgleich von einem kosmischen Doppelgeschoss getroffen wurde.
Das Steinheimer Becken gehört zusammen mit dem Nördlinger Ries zu den am besten erhaltenen Meteoritenkratern der Erde.

Quellen:
M. Schmieder, E. Buchner: Fe-Ni-Co sulfides from the Steinheim Basin, SW Germany: Possible impactor traces., in 72nd Annual Meteoritical Society Meeting (2009), abstract no. 5073.

E. Buchner, M. Schmieder: The Steinheim suevite., in 72nd Annual Meteoritical Society Meeting (2009), abstract no. 5072.

D. Stöffler, N. A. Artemieva, E. Pierazzo: Modeling the Ries-Steinheim impact event and the formation of the moldavite strewn field., in Meteoritics & Planetary Science, Vol. 37, 2002, S. 1893–1907.

Meteorkratermuseum Steinheim am Albuch

Meteorkrater Steinheimer Becken

Grundsteinlegung für Spaceport America

SPA_Aerial_BLUE_TAG

Künstlerische Darstellung des Spaceport America.
(Virgin Galactic)
Zum Vergrößern das Bild anklicken.

Am 19. Juni fand die Grundsteinlegung für den Spaceport America in New Mexico statt. Von hier aus sollen ab 2011 Weltraumtouristen ins All fliegen können. Ursprünglich war geplant, dass WhiteKnightTwo, das Trägerflugzeug von SpaceShipTwo, zum Zeitpunkt der Feierlichkeiten für die Grundsteinlegung den künftigen Spaceport überfliegen sollte. Dazu kam es jedoch nicht. Aufgrund eines technischen Defekts musste WhiteKnightTwo in der Nähe von Phoenix/Arizona zwischenlanden. Der Überflug wurde schließlich am nächsten Tag nachgeholt.

WhiteKnightTwo takes to the skies (mit Video)

Kleiner Saturnmond macht die Welle

5682_13083_1

Daphnis erzeugt Wellen im Ringsystem des Saturn.
Zum Vergrößern das Bild anklicken.
(NASA/JPL/Space Science Institute)


Auf neuen Aufnahmen der Raumsonde Cassini sind erstmals im Detail die Effekte der Schwerkraft von kleinen Monden im Ringsystem des Saturn zu beobachten. Auf der hier gezeigten Aufnahme ist der Saturnmond Daphnis zu sehen, wie er beim Durchgang durch die Ringebene Wellen in den dort vorhandenen Staubteilchen verursacht. Diese Wellen sind nur deshalb erkennbar, weil das Sonnenlicht in besonders niedrigem Winkel auf die Ringe fällt, so dass auch kleine Erhebungen lange Schatten werfen.
Daphnis – einer von inzwischen mehr als 60 bekannten Saturnmonden – besitzt gerade einmal acht Kilometer Durchmesser und wurde erst im Mai 2005 auf den Bildern von Cassini entdeckt. Daphnis ist einer von fünf sog. Schäfermonden, die durch ihre Schwerkraft die Staubpartikel der Ringe auf stabilen, getrennten Bahnen halten.
Ein erster Hinweis auf die Existenz von Daphnis war die 42 Kilometer breite Keeler-Lücke im äußeren A-Ring des Saturn, die bereits während der Vorbeiflüge der beiden Voyager-Raumsonden entdeckt worden war. Die Lücke entsteht durch die Schwerkraft des Mondes, der in diesem Bereich des A-Rings den Planeten umrundet und dabei die Region von Staub frei hält. Bei seiner Bewegung lenkt seine Anziehungskraft die benachbarten Staubteilchen am Rand der Lücke kurzfristig aus ihrer Bahn und lässt sie danach wieder zurück schwingen. Es entstehen Wellen vor und hinter dem Mond, die ihn auf seinem Umlauf begleiten. Da die Umlaufbahn von Daphnis geringfügig zur Ebene der Ringe geneigt ist, schlagen diese Wellen auch senkrecht zur Ringebene aus. Dabei ragen die Wellenberge bis zu anderthalb Kilometer in die Höhe.

Towering Edge Waves Pop Into View

Saturn Satellite and Moon Data

„Cassini“-Mission: Kleiner Saturnmond macht große Wellen

Urzeitlicher See auf dem Mars

14725_rel

Rekonstruktion des Shalbatana-Sees
auf dem Mars anhand
eines Original-Höhenmodells.
(Gaetano Di Achille,
University of Colorado)

Ein Forscherteam um Gaetano Di Achille von der University of Colorado in Boulder hat auf Aufnahmen der Raumsonde Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) den ersten eindeutigen Beleg dafür gefunden, dass es auf dem Mars früher einmal Seen gab. Die Wissenschaftler entdeckten auf den Aufnahmen der leistungsfähigen HiRISE-Kamera, die sich an Bord des MRO befindet, einen etwa 50 Kilometer langen Canyon, der sich zu einem Tal erweitert und ganz offensichtlich durch Wasser entstanden ist. Durch sich absetzende Sedimente hatten sich rund um das Tal mehrere Deltas gebildet. Nach Ansicht der Wissenschaftler spricht diese Uferlinie für einen urzeitlichen See mit einer Fläche von über 200 Quadratkilometern und einer Tiefe von bis zu 460 Metern. Der See entstand vor über drei Milliarden Jahren und lag in einem deutlich größeren Tal, dem Shalbatana Vallis.

CU Researchers Find First Definitive Evidence for Ancient Lake on Mars

HiRISE – Possible Intravalley Paleolake in Shalbatana Vallis – I.

HiRISE – Possible Intravalley Paleolake in Shalbatana Vallis – II.