Solscape

Blitze auf dem Mars

Der erste Nachweis von Blitzen auf dem Mars ist einem Team US-amerikanischer Wissenschaftler um Christopher Ruf vom Planetary Environment Research Laboratory der University of Michigan gelungen. Am 8. Juni 2006 fingen die Forscher mit dem 34 Meter durchmessenden Goldstone Apple Valley Radioteleskop, das unter anderem für den Funkverkehr mit den Voyager-Raumsonden genutzt worden war, eine Reihe von Strahlungsausbrüchen auf, die sich über einen Zeitraum von fünf Stunden ereigneten und aus einem Gebiet nordwestlich des Marsvulkans Elysium Mons kamen. Aufnahmen der Raumsonde Mars Global Surveyor zeigten, dass dort gerade ein Sturm mit bis zu 35 Kilometer hohen Staubwolken tobte. Aus Form und Spektrum der empfangenen Radiopulse schlossen Ruf und Kollegen, dass in der Wolke immer wieder Blitze über Entfernungen von einigen Kilometern zuckten.

First direct evidence of lightning on Mars detected

Electric Activity on Mars Reignites Challenging Discussion

Goldstone Apple Valley Radio Telescope (GAVRT)

Erste Bilder von Herschel

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Die Whirlpool-Galaxie M51,
aufgenommen von Herschel im fernen Infrarot.
(ESA and the PACS Consortium)

Am 14. Juni war die Schutzabdeckung für das 3,5 Meter durchmessende Infrarotteleskop Herschel erfolgreich geöffnet worden und das Instrument PACS (Photoconductor Array Camera and Spectrometer) machte erste Testaufnahmen von der Whirlpool-Galaxie M51. Die Bilder wurden in Wellenlängen von 70, 100 und 160 Mikrometern aufgenommen und zu einem Farbbild kombiniert.
Die Aufnahmen zeigen bereits jetzt, dass Herschel gegenüber anderen Infrarotteleskopen wie bspw. NASA’s Weltraumteleskop Spitzer klar überlegen ist.

Herschel’s daring test: a glimpse of things to come

Herschel’s sneak preview: PACS images of M51

Lunar Reconnaissance Orbiter: ein neues Kapitel in der Mondforschung

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Rollout der Atlas V-Raketezum Startplatz.
(Bild: United Launch Alliance)

NASA’s neue Mondsonde, der Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO), soll heute um 23:12 Uhr MESZ an Bord einer Atlas V-Rakete von Cape Canaveral in Florida aus starten. Der Flug zum Mond wird etwa vier Tage dauern. Ziel der einjährigen Mission des LRO ist es, mit bisher unerreichter Genauigkeit wichtige Details des Mondes zu erforschen, die zum einen für die Wissenschaft, aber auch für spätere bemannte Mondmissionen von großer Bedeutung sein werden. Dazu wird der Lunar Reconnaissance Orbiter, der mit sieben High-Tech-Instrumenten ausgestattet ist, den Erdtrabanten in nur 50 Kilometern Höhe umkreisen.
Zusammen mit dem Mondorbiter wird noch ein Einschlagskörper, der Lunar CRater Observation and Sensing Satellite (LCROSS), die Reise zum Mond antreten. Der etwa eine Tonne schwere Einschlagskörper soll nach vier Monaten vom Mondorbiter abgetrennt werden, um zunächst im Sturzflug den Einschlag der Atlas-Raketenoberstufe auf der Mondoberfläche mit Kameras und weiteren Messinstrumenten zu erfassen, bevor er selbst kurz darauf auf dem Mond zerschellt. Durch diesen Einschlag wird eine große Wolke Gesteinsmaterial aus der Mondoberfläche geschleudert, die spektroskopisch erfasst werden soll.
An der Mission sind auch deutsche Wissenschaftler beteiligt: das Team um Professor Jürgen Oberst vom DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin ist für die Auswertung der Daten des Laser-Höhenmessers LOLA (Lunar Orbiter Laser Altimeter) verantwortlich, die Forscher um Prof. Dr. Harald Hiesinger vom Institut für Planetologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster werden die Aufnahmen der Mondkamera LROC (Lunar Reconnaissance Orbiter Camera) unter geologischen Aspekten auswerten.
LROC wird mindestens zehn Prozent der Mondoberfläche (u.a. die Landestellen ehemaliger Mondmissionen) mit einer Bildauflösung von einem halben Meter pro Bildpunkt erfassen.

Lunar Reconnaissance Orbiter

Start der "Endeavour" erneut verschoben

Der für heute geplante Start der Raumfähre „Endeavour“ ist erneut verschoben worden. Grund war wie schon am vergangenen Samstag ein Leck nahe der Ground Umbilical Carrier Plate (das ist eine Befestigungsplatte für eine Leitung, über die verdampfter Wasserstoff vom Außentank abgesaugt wird).
Zuvor hatte ein schweres Gewitter die Betankung des Shuttles um fast drei Stunden verzögert.
Als frühestmöglichen neuen Starttermin nannte die NASA den 12. Juli 2009, 01:39 Uhr MESZ.

Fuel Leak Again Postpones Launch of Space Shuttle Endeavour

ExoMars wird offenbar Gemeinschaftsprojekt von ESA und NASA

Nach jahrelangen Finanzierungsproblemen holt die europäische Raumfahrtbehörde ESA für ihre Robotermission zum Mars jetzt die Schwesterorganisation NASA an Bord.
Die ExoMars-Mission war zunächst in relativ kleinem Maßstab geplant und sollte nicht mehr als 650 Millionen Euro kosten. Im Laufe der Entwicklung verdoppelten sich die Kosten jedoch, weil der Umfang des Programms deutlich vergrößert wurde. Die ESA-Mitgliedsstaaten waren daher nicht mehr bereit, die Kosten alleine zu tragen. Die Finanzierungsprobleme führten schließlich zu einer Verschiebung des Fluges, der ursprünglich schon 2011 stattfinden sollte.
Nun ist man offenbar nahe an einer Einigung mit der NASA: während die ESA das Landemodul und den Marsrover stellt, wird die NASA für den Transport ins Weltall und das Orbitalmodul verantwortlich sein.
Der Start von ExoMars ist für 2016 geplant.

Europe’s Mars mission scaled back

The ESA-NASA ExoMars programme 2016-2018 – an overview

Modell liefert Blick auf Verteilung von Eisenisotopen im Erdmantel

Mit Hilfe eines Supercomputers haben die beiden Geologen Qing-zhu Yin und James Rustad von der University of California in Davis erstmals rekonstruiert, wie die verschiedenen Eisenisotope im Erdinneren verteilt waren, bevor sich die Erdschichten bildeten. Wie sie in der Fachzeitschrift „Nature Geology“ berichten, erzeugten sie im Modell virtuell die gewaltigen Kräfte, die unseren Planeten vor 4,5 Milliarden Jahren aus einem Ozean flüssigen Magmas zu fester Erde kristallisieren ließen. Das Modell zeigte, dass sich die schwereren Eisenisotope dabei durch den starken Druck nahe dem Grund des kristallisierenden Erdmantels konzentrierten.

New Study Closes in on Geologic History of Earth’s Deep Interior

Der Aufbau der Erde

SUNRISE in Nordkanada gelandet

Das am Montagmorgen mittels eines Heliumballons gestartete Sonnenteleskop SUNRISE (siehe: Erfolgreicher Start von SUNRISE) ist nach seiner fünftägigen Reise über das Polarmeer auf der Somersetinsel in Nordkanada gelandet. Zuvor hatte man den Heliumballon per Funk-Kommando von SUNRISE abgetrennt. Das Sonnenteleskop kehrte an einem Fallschirm zur Erde zurück; die Landung im bergigen Gelände der Somersetinsel erfolgte mittels Stoßdämpfern aus Wellpappe.
Während der letzten Tage hatte SUNRISE die Sonne beobachtet und dabei fast 5 Terabyte an Daten gesammelt.

"Ultrakühler Unterzwerg" stammt aus einer anderen Galaxie

Sie leuchten nur schwach, sind ungewöhnlich kalt und sehr klein: die erst im Jahr 2003 entdeckten „Ultracool Subdwarfs“. Ein weiteres Markenzeichen der ausgefallenen Sterne ist, dass sie fast nur aus Wasserstoff und Helium bestehen. Um mehr über diese Exoten zu erfahren, verfolgten Adam Burgaser und John Bochanski vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) nun ihre Bahnen. Dabei stellten sie eine weitere Besonderheit fest: die „ultrakühlen Unterzwerge“ fliegen sehr viel schneller und in größerer Entfernung um die Milchstraße als andere Sterne. Dabei verlassen sie die Spiralebene und tummeln sich bevorzugt im kugelförmigen Halo, der unsere Heimatgalaxie umgibt. Besonders wild treibt es, wie sich zeigte, der Stern 2MASS 1227 – 0447: Berechnungen zufolge entfernt er sich bis zu 200.000 Lichtjahre vom Zentrum der Milchstraße. Das ist weiter weg als viele der uns nächstgelegenen Zwerggalaxien. Vermutlich stammt 2MASS 1227 – 0447 aus einer anderen, kleineren Galaxie, die einst der Milchstraße zu nahe kam und von deren Schwerkraft auseinandergerissen wurde.

Ultracool stars take ‚wild rides‘ around, outside the Milky Way
(Pressemeldung des MIT inkl. YouTube-Video)

Bilder und Animationen beim MIT

Wikipedia: Unterzwerg

Start der Raumfähre Endeavour verschoben

Die NASA hat den für heute geplanten Start der Raumfähre Endeavour verschoben. Grund war ein Leck an der Ground Umbilical Carrier Plate (GUCP), über die während des Betankungsvorgangs verdampfter Wasserstoff aus dem externen Tank abgesaugt wird. Die NASA-Manager wollen am morgigen Sonntag über den neuen Starttermin beraten. Bei ihrer Entscheidung haben sie mit einem sehr engen Zeitplan zu kämpfen. Möglicherweise muss die Endeavour dem für den 17. Juni geplanten Start des Lunar Reconnaissance Orbiter den Vortritt lassen.

NASA – Space Shuttle