Solscape

Hinweise auf riesige Geysire auf dem Mars

Auf dem Mars gab es noch vor wenigen Millionen Jahren Geysire, die Fontänen aus kohlensäurehaltigem Wasser mehrere Kilometer weit in die Höhe schossen. Darauf deuten die Formen von Ablagerungen hin, die britische Forscher in der Nähe zweier ausgedehnter Grabensysteme entdeckt haben. Ausgelöst wurden die Eruptionen wahrscheinlich durch Blasen aus Kohlenstoffdioxid, die das Wasser aus einer Tiefe von bis zu vier Kilometern durch Spalten im Marsboden an die Oberfläche drückten. Die Fontänen müssen dabei so gewaltig gewesen sein, dass das schlammige Wasser erst in einer Entfernung von mehreren Kilometern von der Austrittsstelle wieder auf den Boden regnete.
Neather et al.: CO2-driven water fountains during water release events on Mars (PDF)

Europäische CO2-Sünder enttarnt

Umweltforschern der Universität Bremen ist es erstmals gelungen, mittels Satellitenmessungen erhöhte regionale Konzentrationen des Treibhausgases Kohlenstoffdioxid (CO2) nachzuweisen, die vom Menschen verursacht wurden. Die Forscher verwendeten dazu Daten des vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gebauten Instrumentes SCIAMACHY (Scanning Imaging Absorption Spectrometer for Atmospheric Chartography) auf dem von der ESA betriebenen Umweltsatelliten ENVISAT. Demnach befinden sich die höchsten Konzentrationen des Treibhausgases CO2 über Europas Hauptballungsgebiet, welches sich von Amsterdam bis Frankfurt erstreckt.

Sonderseite der Uni Bremen

Envisat makes first ever observation of regionally elevated CO2 from manmade emissions

Neuer Rekord bei optischer Datenübertragung

Erstmals ist es gelungen, Daten per Laser mit einer Übertragungsrate von 5,5 Gigabit pro Sekunde zwischen zwei Satelliten im All zu übermitteln – ein neuer Rekord bei der optischen Datenübertragung. Die Verbindung konnte während eines Tests im Rahmen eines deutsch-amerikanischen Kooperationsprogramms über eine Entfernung von 5.000 Kilometern bis zu 20 Minuten fehlerlos zwischen dem deutschen Radarsatelliten TerraSAR-X und dem US-amerikanischen Militärsatelliten NFIRE aufrecht erhalten werden. Für die reibungslose optische Datenübertragung sorgten unter anderem leistungsstarke Halbleiterlasermodule aus dem Ferdinand-Braun-Institut für Höchstfrequenztechnik (FBH) in Berlin.
Die Nutzung von Lichtwellen erlaubt es, Daten künftig zwanzigmal schneller als mit den bislang üblichen Funkwellen aus dem Weltraum zu übermitteln – das entspricht der Übertragung einer Datenmenge von ungefähr 400 DVDs pro Stunde.
Pressemitteilung des Ferdinand-Braun-Instituts für Höchstfrequenztechnik (PDF)

Möglicher Fortschritt bei der Bekämpfung von Brustkrebs

In den meisten Fällen wird Krebs erst durch die Tochtergeschwülste oder Metastasen zu einer tödlichen Krankheit. Ihre Entstehung zu verhindern könnte daher ein lohnender Therapieansatz sein. Ein kleiner Schritt zu einer solchen Therapie ist möglicherweise einer Forschergruppe um Terumi Kohwi-Shigematsu von der Universität von Kalifornien in Berkeley gelungen. Das Team hat ein Protein identifiziert, das bei Brustkrebs die Bildung von Metastasen auslöst. Dieser Eiweißstoff namens SATB1 fand sich in allen metastasierenden Tumorzellen. Wurde die Bildung des Eiweißstoffes verhindert, ging die Fähigkeit der metastasierenden Tumorzellen zum Einnisten in fremdem Gewebe verloren.
A Protein that Triggers Aggressive Breast Cancer

Erste Phase der Entstehung von erdähnlichen Planeten beobachtet

Ein Team von Astronomen um William Herbst von der Wesleyan University konnte in einem Staubring um den Doppelstern KH 15D feste Teilchen ausmachen, die wesentlich größer sind als herkömmliche protoplanetare oder interstellare Staubteilchen. Die Teilchen mit einem Durchmesser von etwa 1 mm könnten die Vorläufer der mehrere hundert Kilometer großen Planetesimalen sein, aus denen erdähnliche Planeten entstehen.
First Step of Earth-Like Planet Formation Observed

Cassini: Erfolgreicher Vorbeiflug an Enceladus

Am 12. März passierte die Raumsonde Cassini den Saturnmond Enceladus mit einer Geschwindigkeit von 15 km/s und näherte sich dabei seiner Oberfläche bis auf 50 km. Beim Überflug über den Südpol des Mondes durchquerte die Sonde in etwa 200 km Höhe Wolken aus Wassereis, welche durch die am Südpol befindlichen Geysire ausgestoßen werden. Die Aufnahmen der Oberfläche zeigen, dass die südliche Hemisphäre von Enceladus geologisch deutlich jünger ist als der Nordpol. Dieser weist eine Vielzahl an Kratern auf, die sich sowohl in Größe als auch im Entwicklungszustand unterscheiden. Dies deutet auf verschiedene Entstehungszeitpunkte hin. Neben den Aufnahmen der Oberfläche war der Flug durch die Geysirwolken der Höhepunkt des Manövers von Cassini. Anhand der gewonnenen Daten sollen nun Dichte, Partikelgröße und Zusammensetzung der Wolken bestimmt werden. Während des Durchflugs zeigte ein Analyseinstrument ein Fehlverhalten und konnte leider keine Daten aufzeichnen. Alle anderen Instrumente an Bord der Raumsonde arbeiteten jedoch ohne Probleme.

Aufnahmen von Enceladus (Rohbilder):
https://solarsystem.nasa.gov/images/casJPGFullS38/N00103779.jpg

https://solarsystem.nasa.gov/images/casJPGFullS38/N00103768.jpg

https://solarsystem.nasa.gov/images/casJPGFullS38/N00103752.jpg

Hochaufgelöstes Mosaikbild der Nordpolregion:
PIA08409: The North Polar Region of Enceladus