Aus 39 Einzelaufnahmen, die mit einem Teleskop an Bord des Satelliten Swift in insgesamt über elf Stunden Beobachtungszeit gewonnen wurden, haben Astronomen ein eindrucksvolles Mosaikbild der Spiralgalaxie M33 erstellt. Das Bild ist die detailreichste Aufnahme im Ultravioletten, die je von einer ganzen Galaxie gemacht wurde. Dank des guten Auflösungsvermögens des Teleskops von Swift sind auf dem Mosaikbild einzelne Sternhaufen und Sternentstehungsgebiete bis hinein ins dichte Zentrum der Spiralgalaxie gut zu erkennen.
M33 befindet sich in rund 2,9 Millionen Lichtjahren Entfernung im Sternbild Dreieck. Die Galaxie gehört zur Lokalen Gruppe, zu der auch die Milchstraße und die Andromeda-Galaxie gehören. M33 hat einen Durchmesser von rund 50.000 Lichtjahren und nur etwa ein Zehntel der Masse der Milchstraße.
https://swift.gsfc.nasa.gov/results/releases/images/m33_uvot/
Solscape
Erstmals Bewegung von Elektronen gefilmt
Zum ersten Mal ist es Forschern gelungen, Schnappschüsse von Elektronen zu erstellen. Der kurze Film zeigt die Verteilung ihrer Energie, nachdem sie von einem Heliumatom entfernt wurden. Möglich wurden die Aufnahmen mit Hilfe einer neu entwickelten Stroboskop-Technik, bei der Pulse intensiven Laserlichts im Attosekundenbereich erzeugt werden.
Filmaufnahme der Elektronen: Attosecond Physics & High-Order Harmonic Generation
Coherent Electron Scattering Captured by an Attosecond Quantum Stroboscope
Fossile Federn im Bernstein
Sieben fossile Federn mit einer sehr ursprünglichen Struktur haben Paläontologen jetzt in etwa 100 Millionen Jahre altem Bernstein aus dem Jura entdeckt. Bei den aus einem Steinbruch bei Charente-Maritime in Frankreich stammenden Funden handelt es sich um ein wichtiges Zwischenstadium in der Evolution der Feder, so die Forscher in der Fachzeitschrift „Proceedings of the Royal Society“.
The early evolution of feathers: fossil evidence from Cretaceous amber of France (PDF, 393 KB)
Eta Carinae: Wenn stellare Winde kollidieren
In nur rund 8.000 Lichtjahren Entfernung liegt das bemerkenswerte Sternsystem Eta Carinae. Hier umrunden sich zwei extrem massereiche Sterne und blasen Winde ins All, die mit großer Wucht aufeinander prallen und so für die Abstrahlung hochenergetischer Röntgenstrahlung sorgen. Mit dem europäischen Weltraumteleskop Integral ist es jetzt erstmals gelungen, diese Strahlung nachzuweisen.
Integral: Stellar winds colliding at our cosmic doorstep
Hard X-ray emission from Eta Carinae
Isotopenausgleich vor Entstehung des Mondes
Die identische Verteilung von Sauerstoffisotopen bei Erde und Mond könnte durch den Austausch von Material zwischen der Protoerde und der sie umgebenden protolunaren Scheibe erklärt werden.
Compositional Balancing Before Moon Formation
Das Ende der Ulysses-Mission naht
Nach mehr als 17 Jahren im All – das ist fast das Vierfache der erwarteten Lebensdauer – geht die Mission der Raumsonde Ulysses zu Ende. Wie die europäische Weltraumagentur ESA mitteilt, dürfte die Sonde in den nächsten zwei Monaten aufgrund der nachlassenden Leistung ihrer Heizelemente einfrieren. Die von ESA und NASA gemeinschaftlich betriebene Sonde war im Oktober 1990 von der Raumfähre Discovery ausgesetzt worden. Seitdem lieferte sie Daten über die Vorgänge auf der Sonnenoberfläche, den Sonnenwind und über die kosmische Strahlung.
Ulysses mission coming to a natural end
Wasser auf Mars?
Auf der Marsoberfläche finden sich zahlreiche Einschlagbecken, in denen fächerförmige Sedimentablagerungen an irdische Flussdeltas erinnern. Einige dieser Schwemmfächer führen in mehreren Stufen in die entsprechenden Krater hinab. Erst vor rund drei Jahren stießen Wissenschaftler auf derartige Strukturen, und bislang gibt es keinen Konsens darüber, wie sie entstanden sein könnten. Auf der Erde gibt es nämlich keine vergleichbaren Formationen. Erin Kraal von der Virginia State University und ihre Kollegen bauten nun in ihrem Labor eine Marslandschaft nach. In einem fünf mal zwölf Meter großen Sedimentbecken gruben sie einen Krater in den Sand und ließen durch einen Kanal Wasser hineinrinnen. Erst fließt das Wasser noch in einem engen Kanal, dann breitet es sich fächerförmig aus und erodiert dabei das Sediment. Der weggeschwemmte Sand lagert sich andernorts ab und formt Deltas, die unter bestimmten Voraussetzungen stufenweise in das Kraterbecken abfallen. Das aus dem Experiment gewonnene Wissen steckten die Forscher daraufhin in theoretische Modelle zum Sedimenttransport auf dem Mars. Demnach würde die Bildung einer zwanzig Kilometer messenden Fließstruktur in einem hundert Kilometer breiten Einschlagbecken nicht Hunderte bis Millionen von Jahren dauern – wie für andere hydrologische Ereignisse auf dem Mars geschätzt – sondern nur wenige Jahrzehnte. Allerdings wäre viel Wasser vonnöten: der Rhein bspw. müsste rund hundert Jahre in das Becken fließen, um es ausreichend zu füllen!
Unique Martian formation reproduced, reveals brief bursts of water
Erdzwillinge häufiger als bisher gedacht
Sind Planetensysteme mit erdähnlichen Planeten eher selten oder haben wir sie bisher nur noch nicht entdeckt? Wahrscheinlich gilt letzteres, wie ein internationales Astronomenteam unter Leitung von Michael Meyer von der Universität von Arizona jetzt herausgefunden hat. Mit Hilfe des Weltraumteleskops Spitzer untersuchten die Forscher sechs Gruppen von Sternen unterschiedlichen Alters, deren Massen in etwa der Sonnenmasse entsprechen. Das Alter der Sterne reichte von drei bis zehn, von zehn bis 30, von 30 bis 100, von 100 bis 300 Millionen Jahren sowie von 300 Millionen zu einer Milliarde und von einer bis drei Milliarden Jahren. In der Fachzeitschrift „Astrophysical Journal Letters“ berichten die Astronomen davon, dass bis zu 62 Prozent der von ihnen beobachteten Sterne Systeme mit terrestrischen Planeten gebildet haben könnten oder noch bilden. Damit ist auch die Möglichkeit des Vorhandenseins außerirdischer Zivilisationen in unserer direkten kosmischen Nachbarschaft wieder gestiegen.
Many, Perhaps Most, Nearby Sun-Like Stars May Form Rocky Planets
Totale Mondfinsternis
Die Mondfinsternis am 21. Februar 2008 spielte sich vielerorts leider hinter einer dichten Wolkendecke ab. Einige Sterngucker hatten jedoch Glück und konnten den roten Mond fotografieren. Eine schöne Auswahl an Bildern gibt es z.B. auf SpaceWeather.com sowie in zwei Photo-Pools bei Flickr zu sehen: hier und hier.
Dynamisches Venuswetter
Seit rund zwei Jahren umrundet die europäische Sonde Venus Express unseren Nachbarplaneten und erkundet dabei intensiv seine dichte Atmosphäre. Die neuesten Bilder der Sonde enthüllen ein überraschend dynamisches und abwechslungsreiches Wettergeschehen auf der Venus.
The light and dark of Venus
