Solscape

Naturgesetze gelten auch im fernen Universum

Die bei uns auf der Erde gültigen Naturgesetze haben ebenso Bestand in den Tiefen des Universums. So das Resümee eines Forschungsprojekts, durchgeführt von einem internationalen Astronomenteam, zu dem auch Christian Henkel vom Bonner Max-Planck-Institut für Radioastronomie gehört. Das Ergebnis ihrer Arbeit, die im Fachmagazin „Science“ veröffentlicht wurde, zeigt, dass eine der fundamentalen Naturkonstanten in der Physik, nämlich das Massenverhältnis zwischen Proton und Elektron, in einer Galaxie in rund sechs Milliarden Lichtjahren Entfernung nahezu exakt den gleichen Wert aufweist wie in irdischen Laboratorien.
Irdische Naturgesetze auch im fernen Universum gültig

Lebensbausteine im Meteoriten

Britische Forscher um Zita Martins vom Imperial College in London haben im Murchison-Meteoriten die zwei Nukleinbasen Uracil und Xanthin entdeckt. Diese chemischen Verbindungen sind am Aufbau der Erbgutmoleküle DNA und RNA beteiligt. In ihrer Entdeckung sehen die Wissenschaftler einen Beleg für die Annahme, dass Meteoriten entscheidend an der Entstehung von Leben auf der Erde beteiligt waren. Der zur Gruppe der kohligen Chondrite gehörende Murchison-Meteorit war 1969 im australischen Bundesstaat Victoria auf die Erde gefallen.
Extraterrestrial nucleobases in the Murchison meteorite

Drei erdähnliche Planeten um HD 40307

Auf einer Konferenz im französischen Nantes hat ein europäisches Astronomenteam um Michel Mayor die Entdeckung von gleich drei erdähnlichen Planeten um den 42 Lichtjahre entfernten Stern HD 40307 bekannt gegeben. Die Planetenmassen schätzen die Astronomen auf 4, 7 und 9 Erdmassen. Die Planeten umrunden ihre Sonne in 4, 10 und 20 Tagen. Damit sind sie ihrem Zentralstern deutlich näher als die Erde und können wohl kaum als „wohnliche“ Welten bezeichnet werden. Der Fund gelang mit dem Spektrographen HARPS am 3,6-Meter-Teleskop der Europäischen Südsternwarte im chilenischen La Silla. Eine Auswertung aller mit HARPS aufgespürten fernen Welten ergab zudem, dass offenbar um jeden dritten sonnenähnlichen Stern auch ein erdähnlicher oder ein Neptun-ähnlicher Planet mit einer Umlaufdauer von unter 50 Tagen kreist.
A Trio of Super-Earths

Nachbau eines alten Schiffes folgt der Route der Argonauten

Ein Nachbau der Argo – das Schiff, mit dem sich der Legende nach Jason und die 50 Argonauten zur Suche nach dem Goldenen Vlies aufmachten – ist am vergangenen Samstag von der griechischen Stadt Volos zu einer zweimonatigen Reise nach Venedig in Italien aufgebrochen. Die Reise wird voraussichtlich am 11. August enden. Das Schiff wurde nach bekannten Plänen für Kriegsschiffe der mykenischen Epoche gebaut. Die Reise der Argonauten hat vermutlich im 14. Jahrhundert v.Chr. stattgefunden, fast 200 Jahre vor dem Trojanischen Krieg.
Forscher wiederholen Argonauten-Fahrt

Wikipedia: Argonautensage

Wilkins-Schelfeis vor dem Kollaps

Das Wilkins-Schelfeis in der Antarktis zerbricht weiter. Nach einer zweimonatigen Ruhepause hat eine erneute Abbruchphase begonnen, die noch immer andauert. Der ehemals rund 15 Kilometer breite Eissteg zwischen den beiden Inseln Charcot und Latady, die etwa 1.000 Kilometer vor der Südspitze Südamerikas liegen, ist seit dem erneuten Eisabbruch nur noch knapp drei Kilometer breit. Satellitenaufnahmen zeigen auf der verbliebenen Eisbrücke einen bogenförmigen Riss – die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Steg in den nächsten Tagen komplett zerbricht, ist sehr hoch. Die Folgen für die Stabilität des übrigen Schelfeises sind nicht abzusehen.
Even the Antarctic winter cannot protect Wilkins Ice Shelf

Siehe auch:
Solscape – Gewaltiger Eisabbruch im antarktischen Schelfeis

Missionsende von Ulysses

17 Jahre lang lieferte die Sonnensonde Ulysses wertvolle Daten über unser Zentralgestirn. Am 1. Juli nun endet die Mission von Ulysses. Dies gaben NASA und ESA auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Paris bekannt.
Ulysses hat während ihrer Missionszeit einen nahezu vollständigen Sonnenfleckenzyklus beobachtet und die räumliche Struktur der inneren Heliosphäre nebst Sonnenmagnetfeld erschlossen. Die Sonde überflog je dreimal den Sonnennord- und -südpol in einem Abstand von rund 300 Millionen Kilometern und funkte eine Fülle einzigartiger Messdaten zur Erde. Zusammen mit der Raumsonde SOHO stellte Ulysses die wissenschaftlichen Grundlagen für Weltraumwettervorhersagen bereit. Diese ermöglichen rechtzeitige Warnungen vor „Stürmen“ im Erdmagnetfeld. Bei solchen Ereignissen können unter anderem Satelliten und irdische Stromnetze ausfallen.
Weltweit arbeiteten rund 150 Wissenschaftler an der Ulysses-Mission, über tausend wissenschaftliche Arbeiten wurden publiziert. An der Mission waren von deutscher Seite die Max-Planck-Institute für Sonnensystemforschung, für Kernphysik und für Extraterrestrische Physik, die Universitäten Kiel, Bonn, Bochum und Köln sowie die Technische Universität Braunschweig und das Astrophysikalische Institut Potsdam beteiligt. Insgesamt förderte die deutsche Raumfahrt-Agentur DLR sechs der zehn Ulysses-Experimente, davon drei mit jeweils einem Deutschen als leitendem Wissenschaftler.
Sun to set on Ulysses solar mission on 1 July

ESA Science & Technology: Ulysses

Neue Klasse von Objekten im Sonnensystem

Nach seiner Degradierung zum Zwergplaneten hat der Pluto eine kleine Genugtuung erfahren. Laut Beschluss der Internationalen Astronomischen Union (IAU) ist der einstmals neunte Planet nun der Prototyp einer ganzen Klasse von Objekten im Sonnensystem: den Plutoiden. In diese Kategorie sollen künftig alle Zwergplaneten fallen, die außerhalb der Neptunbahn um die Sonne ziehen. Derzeit gehören lediglich Pluto und Eris in diese Kategorie.

Plutoid chosen as name for Solar System objects like Pluto

Pluto and the Changing Landscape of Our Solar System

Hubble: Blick in den Coma-Galaxienhaufen


Eine heute veröffentlichte Aufnahme des Weltraumteleskops Hubble bietet einen eindrucksvollen Blick in den Coma-Galaxienhaufen. Diese fast kugelförmige Ansammlung von mehr als 1.000 Galaxien liegt in über 300 Millionen Lichtjahren Entfernung und hat ihren Namen von dem Sternbild, in dem der Galaxienhaufen zu finden ist: Coma Berenices (Haar der Berenike). Der 20 Millionen Lichtjahre durchmessende Coma-Galaxienhaufen ist eine der dichtesten Ansammlungen von Galaxien im Universum.
Hubble’s Sweeping View of the Coma Cluster of Galaxies