Solscape

Raumsonde Phoenix: erste chemische Analyse des Marsbodens

Die erste chemische Analyse einer Bodenprobe von der Landestelle der Marssonde Phoenix ist so gut wie abgeschlossen. Die Ergebnisse zeigen, dass der Boden Ähnlichkeiten zu trockenen Hochtälern in der irdischen Antarktis aufweist. Der Boden ist alkalisch, mit pH-Werten zwischen acht und neun. Es wurden mehrere Bestandteile von Salzen aufgespürt, unter ihnen Natrium-, Magnesium-, Kalium- und Chloridionen. Dies ist ein deutlicher Hinweis auf die Wechselwirkung von flüssigem Wasser mit Gesteinen, wobei das Wasser als aktives Lösungsmittel die Ionen aus den Mineralen auswusch.
Die optischen Instrumente von Phoenix arbeiten kontinuierlich weiter, um ein hochaufgelöstes 360°-Farbpanorama der Landestelle zu erstellen. Täglich werden neue Segmente des Panoramabildes aufgenommen und zur Erde übertragen.
Unterdessen befindet sich Phoenix bereits 30 Marstage auf dem Roten Planeten, ein Drittel der geplanten 90-tägigen Primärphase der Mission ist somit schon vorbei.
Makroskopische Aufnahme einer Bodenprobe vom Mars

Vor 100 Jahren: Asteroiden-Explosion in Sibirien


Vor 100 Jahren, am 30. Juni 1908, explodierte in ca. zwölf Kilometern Höhe über der sibirischen Taiga ein Asteroid von etwa 30 bis 50 Metern Durchmesser, der mit bis zu siebzigtausend Kilometern pro Stunde in die Erdatmosphäre eingedrungen war. Die von der Explosion ausgelöste, auf den Boden gerichtete Druckwelle verwüstete ein Gebiet von mehr als 2.000 Quadratkilometern. Beim Zerplatzen des Asteroiden wurde eine Energie freigesetzt, die etwa 10 bis 15 Megatonnen TNT oder der Energie von mehreren hundert Hiroshima-Atombomben entsprach. Erst 1927 konnte eine Expedition unter Leitung des Mineralogen Leonid Kulik zum Ort des Ereignisses vordringen. Die Folgen der Katastrophe sind noch heute zu erkennen.
30. Juni 1908: Tunguska in Flammen

100 Years of Space Rock: The Tunguska Impact

Tunguska Home Page – University of Bologna

Vulkane unter dem Packeis

Vor neun Jahren registrierten Erdbebenforscher ein schwarmartiges Auftreten von Erdbeben im Osten des arktischen Meeresbeckens, am sog. Gakkel-Bergrücken. Das unterseeische Bergmassiv liegt unter einer dicken Eisschicht am 85.Grad nördlicher Breite und ist Teil des globalen Mittelozeanischen Bergrückens. Eine Reihe von Indizien sprach für einen großen Vulkanausbruch als Ursache für die Beben. Erst jetzt konnten Wissenschaftler während einer Expedition in dieses Gebiet Belege für ihre Vermutung sammeln. Dabei verwendeten die Forscher eine eigens für den Einsatz unter Packeis konstruierte, hochauflösende Unterwasserkamera und einen speziellen ferngesteuerten Tauchroboter zur Probenentnahme. Die Bilder aus einem Tal des Gakkel-Bergrückens in etwa 4.000 Metern Tiefe zeigten ein großflächiges Gebiet mit vulkanischen Ablagerungen. Außerdem fanden die Forscher eine Vielzahl unterseeischer Vulkane mit einem Durchmesser von zwei Kilometern und einer Höhe von über 300 Metern.
Feuer unter dem Eis – Internationale Expedition entdeckt gigantische Vulkanexplosion im Arktischen Ozean

Siehe auch:
Glühende Urgewalten unter dem Eis

Expedition 11: The Gakkel Ridge

Wikipedia: Mittelozeanischer Rücken

Gigantischer Einschlag formte den Mars

Eines der ältesten und umstrittensten Rätsel des Mars betrifft die eklatanten topographischen Unterschiede zwischen seinen beiden Hemisphären: während die südliche Hemisphäre ein stark verkratertes Hochland ist, besteht die Nordhalbkugel großenteils aus einer jüngeren Tiefebene. Forscher vom Massachusetts Institute of Technology haben jetzt Belege dafür gefunden, dass es sich bei diesem Becken, das 42 Prozent der Marsoberfläche ausmacht, um einen gigantischen, über vier Milliarden Jahre alten Einschlagkrater handelt. Bislang erschien vielen Wissenschaftlern die Form des Tieflands zu unregelmäßig für einen Krater. Das Team um Jeffrey C. Andrews-Hanna konnte diesen Einwand jetzt entkräften. Wie es durch Messungen der lokalen Gravitation im Verhältnis zur Topographie zeigte, bildet das nördliche Tiefland tatsächlich eine fast perfekte Ellipse. Sie ist an der Oberfläche nur deshalb nicht zu erkennen, weil die jüngere Tharsis-Region mit dem Vulkan Olympus Mons einen Teil der Struktur überdeckt. Per Computersimulation ermittelte Margarita Marinova vom California Institute of Technology in Pasadena, dass sich Form und Größe des Beckens mit dem Einschlag eines 1.600 bis 2.700 Kilometer großen Asteroiden erklären lassen, der mit sechs bis zehn Kilometern pro Sekunde in einem Winkel zwischen 30 und 60 Grad aufprallte.

Gigantischer Crash formte den Mars

Solar system’s biggest impact scar discovered

Andrews-Hanna: Planetary Geophysics Group

Pulsare im Doppelpack

Dem europäischen Röntgenteleskop XMM-Newton ist es erstmals gelungen, Signale von beiden Partnern eines Doppelpulsars aufzufangen. Das System besteht aus zwei Neutronensternen, die sich mit hoher Geschwindigkeit um die eigene Achse drehen und Röntgenpulse aussenden. Den Doppelpulsar mit der Bezeichnung PSR J0737-3039 hatten Astronomen erst im Jahr 2003 entdeckt.
XMM-Newton unveils the double pulsar in X-rays

PSR J0737-3039: Interacting Pulsars in X-Rays

Verbessertes optisches Mikroskop

Klassische Rastertunnelmikroskope liefern überaus scharfe Bilder von Atomlandschaften, aber leider nur in schwarz-weiß. Optische Mikroskope dagegen unterscheiden Stoffe mit Hilfe von deren Farbspektrum, können aber bisher einzelne Atome oder Moleküle überhaupt nicht unterscheiden. Ein neues optisches Mikroskop erreicht nun eine Auflösung, die lange als undenkbar galt. Es bildet einzelne Moleküle mit Hilfe ihres abgestrahlten Ramanlichtes ab und versieht sie mit Farbe.
Licht auf die Spitze getrieben

Aktive Unterseevulkane nahe Fidschi

Während einer sechswöchigen Forschungsexpedition im Pazifischen Ozean führten Wissenschaftler der australischen National-Universität (ANU) und des australischen Forschungsverbunds (CSIRO) eine Kartierung der Topographie des Meeresbodens im North Lau Basin, einem Meeresgebiet rund 400 Kilometer nordöstlich der Fidschiinseln, durch. Mit Hilfe von modernsten Sonargeräten erzeugten sie digitale Aufnahmen des Meeresbodens in zuvor nie erreichter Auflösung. Bei der Kartierung der teilweise noch völlig unerforschten Gebiete fanden die Forscher Überraschendes: in dem von Spreizungsrücken und Riftzonen durchzogenen Gebiet entdeckten sie gleich mehrere aktive Vulkane. Zwei der Vulkane sind so gewaltig, dass allein ihre Krater bis zu 1.500 Meter in die Tiefe reichen. Einige der vulkanischen Formen gleichen in mancher Hinsicht denen auf der Venusoberfläche.
Active submarine volcanoes found near Fiji

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