Daten der Raumsonde Cassini deuten darauf hin, dass der Saturnmond Titan, der vermutlich kein eigenes Magnetfeld besitzt, Reste von Saturns Magnetfeld halten kann, sobald er sich aus der Magnetosphäre des Planeten hinausbewegt.
Solscape
Goldene Ströme im Regenwald

Die untergehende Sonne verwandelt den Amazonas und einige seiner Nebenflüsse in Ströme aus Gold. Rund tausend Kilometer von der Küste entfernt, schlängelt sich der Fluss in diesem rund 150 Kilometer umfassenden Bildausschnitt ostwärts. Die schimmernden Flächen zwischen dem Amazonas in der Bildmitte und dem Madeira River am unteren Bildrand sind ausgedehnte sumpfige Feuchtgebiete. Oberhalb des Amazonas fließt der Uatumã River seiner Mündung entgegen. Die Aufnahme stammt von den Astronauten an Bord der Internationalen Raumstation und wurde am 19. August 2008 gemacht.
Spektakuläre Saurierspuren in niedersächsischem Steinbruch
In einem Steinbruch bei Obernkirchen in Niedersachsen haben Paläontologen um Annette Richter vom Niedersächsischen Landesmuseum Hannover zum ersten Mal in Europa Fährten einer neuen Raubsaurierart aus der Gattung der Velociraptoren gefunden. Auf einer Fläche von rund 2.000 Quadratmetern sicherte das Forscherteam Spuren von insgesamt fünf bis sechs Dinosaurierarten, darunter acht Fährtenzüge mit insgesamt 49 Fußabdrücken des vogelartigen Raubsauriers.
Forscher finden spektakuläre Dinosaurier-Spuren
Jahrestag: die Entdeckung der Höhle von Lascaux

Heute vor 68 Jahren wurde die Höhle von Lascaux entdeckt, die einige der ältesten Kunstwerke der Menschheitsgeschichte enthält. Die Höhlenmalereien sind bis zu 17.000 Jahre alt und zeigen hauptsächlich realistische Bilder von Tieren jener Zeit: Wildrinder, Auerochsen, Pferde und Hirsche. Im Jahr 1963 wurde die Höhle für den Publikumsverkehr geschlossen und mit einem aufwändigen Belüftungs- und Klimaregulierungssystem versehen. Das durch etwa 1.200 tägliche Besucher ausgestoßene Kohlendioxid hatte die Bilder deutlich beschädigt.
Der Large Hadron Collider ging in Betrieb
Heute Vormittag um 10:28 Uhr war es soweit: am CERN bei Genf raste der erste Protonenstrahl durch den Large Hadron Collider (LHC). Damit hat das bislang größte Experiment der Physik begonnen: im LHC will man Zustände simulieren, wie sie kurz nach dem Urknall geherrscht haben. Im Funkenregen der Kollisionen wollen die Forscher außerdem die Spuren des sog. Higgs-Teilchens identifizieren – dies ist das Partikel, das nach dem Standardmodell der Teilchenphysik der Materie ihre Masse verleiht.
First beam in the LHC – accelerating science
The big science of the very small (interaktives Diagramm bei National Geographic)
240 Elefanten in einer Röhre (PDF; 8.4 MB)
Projekt Atlas – Der Gigant und das geheimnisvolle Higgs-Partikel (Film der Max-Planck-Gesellschaft)
Ungewöhnliches Trans-Neptun-Objekt gefunden
Ein internationales Astronomenteam hat ein ungewöhnliches Trans-Neptun-Objekt gefunden, das helfen könnte, den Ursprung einer bestimmten Gruppe von Kometen zu klären, zu denen auch der berühmte Halleysche Komet gehört. Der Brocken mit der Bezeichnung 2008 KV42 hat einen Durchmesser von etwa 50 Kilometern und umrundet die Sonne rückwärts (retrograd) auf einer Bahn, die im Vergleich zum Orbit der Planeten um 104 Grad geneigt ist (und damit fast senkrecht steht). Anders als der Halleysche Komet kommt 2008 KV42 nur bis auf 20 AU an die Sonne heran (in dieser Entfernung umkreist Uranus die Sonne), um anschließend auf eine maximale Entfernung von etwa 70 AU zu entschwinden (dies liegt weit jenseits von Neptun und Pluto). Astronomen favorisieren deshalb die sog. Oortsche Wolke als Entstehungsort dieses Himmelskörpers.
Discovery of the retrograde trans-neptunian object 2008 KV42
Buran wird Highlight neuer Raumfahrtausstellung
Im Frühjahr erfolgte der Aufsehen erregende Transport des russischen Space Shuttles Buran von Bahrain nach Speyer. Das Spektakel wurde von Tausenden Interessierten am Ufer des Rheins mitverfolgt (siehe Die letzte Reise einer Raumfähre). Mittlerweile ist die Raumfähre gründlich renoviert und wird ab dem 3. Oktober 2008 im Mittelpunkt der neuen Raumfahrtausstellung „Apollo and Beyond“ stehen, zu deren Eröffnung Apollo 16-Astronaut Charlie Duke kommen wird.
Technikmuseum Speyer: Raumfähre Buran ab 3. Oktober zu sehen
Cassini entdeckt neue Ringe bei Saturn

Auf aktuellen Bildern der Raumsonde Cassini wurden Kreisbögen aus feinem Material auf den Umlaufbahnen der Saturnmonde Anthe und Methone entdeckt. Das Material erstreckt sich dabei auf der Umlaufbahn vor und hinter den Monden, umschließt aber Saturn nicht vollständig. Diese Korrelation zwischen der Position des jeweiligen Mondes und des Ringmaterials deutet darauf hin, dass die Monde die Quellen des Ringmaterials sind und gleichzeitig die Gravitation der bestimmende Faktor für die Form der Ringe ist, also darüber entscheidet, ob sich ein vollständig geschlossener Ring bilden kann oder nur ein Kreisbogen entsteht. Die beiden Monde Anthe und Methone befinden sich auf Umlaufbahnen, auf denen Bahnresonanzen mit dem größeren Mond Mimas wirken. Mimas stört regelmäßig und systematisch die beiden kleineren Monde, wodurch Anthe und Methone auf kleinen Abschnitten ihrer Bahnen vor und zurück pendeln. Die Bereiche dieser Pendelbewegungen fallen mit dem beobachteten Ringmaterial zusammen. Daraus ergibt sich, dass die beiden Ringe höchstwahrscheinlich aus Material der Monde bestehen, welches durch Einschläge von deren Oberfläche herausgeschleudert wurde. Die Gravitationswirkung von Mimas beeinflusst aber nicht nur die kleinen Monde selbst, sondern hält auch das herausgeschleuderte Material in diesem Bereich gefangen.
Methone’s Kreisbogen war schon früher mittels des Magnetospheric Imaging Instruments der Raumsonde Cassini entdeckt worden. Jetzt konnten erstmals optische Aufnahmen dieses Kreisbogens gewonnen werden. Anthe’s Kreisbogen war den Forschern bisher völlig unbekannt.
Cassini Images Ring Arcs Among Saturn’s Moons
Rosetta: Erfolgreicher Vorbeiflug am Asteroiden Steins

Rosetta-Aufnahme des Asteroiden Steins.
(ESA ©2008 MPS for OSIRIS Team
UPM/LAM/IAA/RSSD/INTA/UPM/DASP/IDA)
Der Vorbeiflug der europäischen Kometensonde Rosetta am Asteroiden Steins war ein voller Erfolg. Nach der Pressekonferenz der ESA in Darmstadt wurden heute Mittag erste Bilder und eine Flash-Animation veröffentlicht:
Steins: A diamond in the sky
Perfektes Manöver am Limit: Rosetta fliegt in 800 Kilometern Entfernung am Asteroiden Steins vorbei
Ein Tachometer für das Weltall
Aus den Lichtsignalen weit entfernter Galaxien und Sterne können Astronomen ableiten, dass das Weltall nicht statisch ist, sondern sich kontinuierlich ausdehnt. Neueste Messungen lassen den Schluss zu, dass sich diese Expansion sogar noch beschleunigt. Doch dieser Annahme liegt ein Modell zugrunde, das noch längst nicht komplett belegt ist. Bisher ließ die Technik nämlich eine präzise Geschwindigkeitsbestimmung von Sternen und anderen Himmelskörpern nicht zu. Doch nun hat ein internationales Wissenschaftlerteam am VTT-Sonnenteleskop auf Teneriffa einen neuen „Tacho“ getestet, mit dem Geschwindigkeitsänderungen stellarer Objekte mit einer Genauigkeit von rund neun Metern pro Sekunde ermittelt werden können. Bei dem neuen Verfahren wird erstmals die Frequenzkammtechnik, für deren Entwicklung Professor Theodor W. Hänsch im Jahr 2005 den Nobelpreis für Physik bekam, zur Kalibrierung von Spektrographen eingesetzt. Durch weitere Verbesserungen der Technik soll es künftig sogar möglich sein, Genauigkeiten von wenigen Zentimetern pro Sekunde zu erreichen.
