Aus den Lichtsignalen weit entfernter Galaxien und Sterne können Astronomen ableiten, dass das Weltall nicht statisch ist, sondern sich kontinuierlich ausdehnt. Neueste Messungen lassen den Schluss zu, dass sich diese Expansion sogar noch beschleunigt. Doch dieser Annahme liegt ein Modell zugrunde, das noch längst nicht komplett belegt ist. Bisher ließ die Technik nämlich eine präzise Geschwindigkeitsbestimmung von Sternen und anderen Himmelskörpern nicht zu. Doch nun hat ein internationales Wissenschaftlerteam am VTT-Sonnenteleskop auf Teneriffa einen neuen „Tacho“ getestet, mit dem Geschwindigkeitsänderungen stellarer Objekte mit einer Genauigkeit von rund neun Metern pro Sekunde ermittelt werden können. Bei dem neuen Verfahren wird erstmals die Frequenzkammtechnik, für deren Entwicklung Professor Theodor W. Hänsch im Jahr 2005 den Nobelpreis für Physik bekam, zur Kalibrierung von Spektrographen eingesetzt. Durch weitere Verbesserungen der Technik soll es künftig sogar möglich sein, Genauigkeiten von wenigen Zentimetern pro Sekunde zu erreichen.
