Solscape
NGC 1275: Galaxienkollision mit Hochgeschwindigkeit

Die Spiralgalaxie NGC 1275 ist ein Mitglied des Perseus-Galaxienhaufens, der sich etwa 230 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Perseus befindet. Die neue Aufnahme des Weltraumteleskops Hubble zeigt feine, filamentartige Strukturen im die Galaxie umgebenden, heißen interstellaren Gas. Durch Radioausbrüche wird ein Transport von kühlerem Gas aus dem Zentrum der Galaxie in das heißere Gas hervorgerufen, wobei die roten Filamente durch die Ansammlung des kühleren Gases entlang eines starken Magnetfeldes entstehen.
NGC 1275 stößt mit einer Geschwindigkeit von 10 Millionen Kilometern pro Stunde mit einer riesigen elliptischen Galaxie zusammen. Die Folge dieses Zusammenstoßes sind massive Sternentstehungsgebiete in beiden Galaxien. Die beobachtete Strahlung im Radio- und Röntgenbereich deutet darauf hin, dass sich im Zentrum der Galaxie ein sehr massereiches Schwarzes Loch befindet.
Rosetta: Reise durch den Asteroidengürtel
Abertausende Kilometer von der Erde entfernt jagt die europäische Raumsonde Rosetta durchs All. Ihr Kurs wird sie im Jahr 2014 zum Zielkometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko bringen. Die Sonde wird den Kometen ein Stückweit auf seinem Flug durch den Weltraum begleiten, und dann – zum ersten Mal in der Geschichte der Weltraumforschung – eine Landesonde auf der Oberfläche absetzen. Bis dahin ist Rosettas Reise zwar lang, aber alles andere als ereignislos: in gut zwei Wochen, am 5. September 2008, wird die Sonde einem Asteroiden begegnen. Von diesem kennt die Wissenschaft bislang nicht viel mehr als seinen Namen, den er kurz nach seiner Entdeckung im November 1969 erhielt: (2867) Steins. Inzwischen hat Rosetta den Asteroiden mit ihren optischen Geräten ins Visier genommen.
Perfect sight: Rosetta cameras track asteroid target
Mini-Vulkan legt Flugverkehr lahm
Ein kleiner Vulkan hat Anfang August 2008 einen Teil des Flugverkehrs zwischen Alaska, Kanada und den USA lahmgelegt. Schuld war die Aschewolke, die der Ausbruch des Kasatochi-Vulkans am 7. August hoch hinauf in die Atmosphäre schleuderte. Die winzige, rund 750 Meter große Insel Kasatochi in den westlichen Alëuten besteht nur aus der Spitze eines unterseeischen Stratovulkans, die 314 Meter über den Meeresspiegel hinausragt. Das Innere des Kraters war vor dem Ausbruch mit Wasser gefüllt. Die Aufnahme des „Advanced Spaceborne Thermal Emission and Reflection Radiometer“ (ASTER) an Bord des NASA-Satelliten Terra zeigt die Vulkaninsel vor dem Ausbruch. Die Vegetation an den steilen Vulkanhängen erscheint im infraroten Wellenbereich rot gefärbt. Das zweite Bild zeigt die Aschewolke drei Tage nach dem Ausbruch in einer Aufnahme des „Advanced Very High Resolution Radiometer“ des Satelliten NOAA-15.
Tiny Aleutian island has big impact
Enceladus: Cassini findet Quellen der Eisgeysire
Bei ihrem Vorbeiflug am Saturnmond Enceladus hat die Raumsonde Cassini erste Detailaufnahmen von den Ausbruchsstellen der Eisgeysire gemacht. Die Bilder zeigen, dass die sog. Tigerstreifen (Sulci) etwa 300 Meter tief sind und V-förmige Innenwände haben. An den äußeren Flanken der Tigerstreifen sieht man umfangreiche Ablagerungen von feinem Material. In der Umgebung der Tigerstreifen liegen Eisblöcke von zehn bis achtzehn Metern Größe.
Die Ausbruchsstellen in den Tigerstreifen „Bagdad“ und „Kairo“
Die Ausbruchsstellen im Tigerstreifen „Damaskus“
Karte von Enceladus‘ Südpol mit den eingezeichneten Ausbruchsstellen der Geysire
Rohbild von „Kairo“, einer etwa 300 Meter tiefen Spalte, die von großen Eisbrocken umsäumt ist
Partielle Mondfinsternis über Mitteleuropa
In der Nacht vom 16. auf den 17. August 2008 ist bei uns eine partielle Mondfinsternis zu sehen. Um 21:36 Uhr MESZ tritt der Mond in den kegelförmigen Kernschatten der Erde ein und ist dann in ein dunkles kupferrotes Licht eingetaucht. Zur Mitte der Finsternis um 23:10 Uhr MESZ sind rund 81 Prozent des Vollmondes vom irdischen Kernschatten bedeckt. Um 0:45 Uhr MESZ verlässt unser Trabant die Kernschattenzone wieder, womit der sichtbare Teil der Finsternis abgeschlossen ist. Das eigentliche Ende markiert jedoch erst der Austritt des Mondes aus dem Halbschatten um 1:57 Uhr MESZ.
Als die Sahara noch grün war
Im Niger entdeckte ein internationales Forscherteam um den Paläontologen Prof. Paul Sereno von der Universität von Chicago eine steinzeitliche Grabanlage und Siedlungsspuren aus einer Zeit, als die Sahara noch üppig bewachsen war.
Graves Found From Sahara’s Green Period
Lakeside Cemeteries in the Sahara: 5000 Years of Holocene Population and Environmental Change
Roboter mit Biohirn
Ein Team britischer Forscher von der University of Reading hat einen Roboter konstruiert, der durch lebende Nervenzellen aus dem Gehirn junger Ratten gesteuert wird. Die Nervenzellen wurden in Kultur gezüchtet und dann auf einem sog. Multielektrodenarray (MEA) platziert. Dieses besteht aus einer flachen Schale, in der 60 Elektroden die von den Neuronen erzeugten elektrischen Signale einfangen. Nähert sich der Roboter einem Hindernis, senden seine Sensoren ein Signal an das MEA und über die Elektroden an die lebenden Nervenzellen. Diese reagieren auf den Reiz und senden ihrerseits elektrische Signale aus, die von den Elektroden aufgefangen und an den Roboter weitergegeben werden. Je nach Signal des Biohirns bewegt sich dann der Roboter so, dass er dem zuvor wahrgenommenen Hindernis ausweichen kann. Diese Bewegung wird ausschließlich von den Nervenzellen gesteuert, es gibt keine zusätzliche Kontrolle durch einen Menschen oder einen Computer.
Robot with a Biological Brain: new research provides insights into how the brain works
Enceladus-Vorbeiflug ein voller Erfolg

Am 11. August 2008 flog die Raumsonde Cassini in nur 50 Kilometer Abstand am Saturnmond Enceladus vorbei und konnte aus nächster Nähe Bilder der zerklüfteten Eisoberfläche des vulkanisch aktiven Mondes aufnehmen. Die kleinsten erkennbaren Details auf den faszinierenden Fotos sind etwa 10 Meter groß.
Aufnahme aus einer Entfernung von etwa 4.700 Kilometern. In der oberen Bildhälfte verläuft der tektonische Graben Damascus Sulcus.
https://photojournal.jpl.nasa.gov/jpeg/PIA11107.jpg
Aufnahme aus einer Entfernung von etwa 2.600 Kilometern. Oben links erkennt man Teile des tektonischen Grabens Cairo Sulcus.
https://photojournal.jpl.nasa.gov/jpeg/PIA11109.jpg
Aufnahme aus einer Entfernung von etwa 1.600 Kilometern. Der tektonische Graben Cairo Sulcus kreuzt die untere Hälfte des Bildes.
http://photojournal.jpl.nasa.gov/jpeg/PIA11106.jpg
Turbulente Sternenwiege als Jubiläumsbild

Während seiner hunderttausendsten Erdumkreisung am gestrigen Sonntag hat das Weltraumteleskop Hubble einen kleinen Ausschnitt der Großen Magellanschen Wolke nahe dem Sternhaufen NGC 2074 aufgenommen. Das Jubiläumsbild umfasst ein Gebiet mit einem Durchmesser von rund 100 Lichtjahren; allein die dunkle Gas- und Staubsäule rechts unten ragt etwa 20 Lichtjahre weit in den Weltraum hinaus. Die Region um NGC 2074 liegt in 170.000 Lichtjahren Entfernung im Tarantula-Nebel, einer der aktivsten Sternentstehungsregionen in unserer lokalen Galaxiengruppe.
Hubble Unveils Colorful and Turbulent Star-Birth Region on 100,000th Orbit Milestone
