
Auf aktuellen Bildern der Raumsonde Cassini wurden Kreisbögen aus feinem Material auf den Umlaufbahnen der Saturnmonde Anthe und Methone entdeckt. Das Material erstreckt sich dabei auf der Umlaufbahn vor und hinter den Monden, umschließt aber Saturn nicht vollständig. Diese Korrelation zwischen der Position des jeweiligen Mondes und des Ringmaterials deutet darauf hin, dass die Monde die Quellen des Ringmaterials sind und gleichzeitig die Gravitation der bestimmende Faktor für die Form der Ringe ist, also darüber entscheidet, ob sich ein vollständig geschlossener Ring bilden kann oder nur ein Kreisbogen entsteht. Die beiden Monde Anthe und Methone befinden sich auf Umlaufbahnen, auf denen Bahnresonanzen mit dem größeren Mond Mimas wirken. Mimas stört regelmäßig und systematisch die beiden kleineren Monde, wodurch Anthe und Methone auf kleinen Abschnitten ihrer Bahnen vor und zurück pendeln. Die Bereiche dieser Pendelbewegungen fallen mit dem beobachteten Ringmaterial zusammen. Daraus ergibt sich, dass die beiden Ringe höchstwahrscheinlich aus Material der Monde bestehen, welches durch Einschläge von deren Oberfläche herausgeschleudert wurde. Die Gravitationswirkung von Mimas beeinflusst aber nicht nur die kleinen Monde selbst, sondern hält auch das herausgeschleuderte Material in diesem Bereich gefangen.
Methone’s Kreisbogen war schon früher mittels des Magnetospheric Imaging Instruments der Raumsonde Cassini entdeckt worden. Jetzt konnten erstmals optische Aufnahmen dieses Kreisbogens gewonnen werden. Anthe’s Kreisbogen war den Forschern bisher völlig unbekannt.
Cassini Images Ring Arcs Among Saturn’s Moons
Cassini entdeckt neue Ringe bei Saturn
7. September 2008
