Solscape

Woher der Saturn seine Ringe hat

Warum von den Planeten des Sonnensystems ausgerechnet der Saturn ein so auffallendes Ringsystem besitzt, haben Sébastien Charnoz von der Universität Paris Diderot und seine Kollegen jetzt möglicherweise geklärt. Demnach sind die spektakulären Ringe während eines Kometen- und Asteroidenschauers vor rund vier Milliarden Jahren entstanden. Damals lagen zwar alle Planeten unter einem heftigen Bombardement, doch beim Saturn trafen und zerlegten sie einen seiner Monde. Die Bruchstücke dieses Mondes verteilten sich dann um den Gasplaneten und bildeten ein Ringsystem.
Did Saturn’s rings form during the Late Heavy Bombardment ?

Wikipedia: Großes Bombardement

Urzeit-Krebse bildeten Ketten

Vor 525 Millionen Jahren, in der Mitte des Erdzeitalters Kambrium, lebten allerhand eigenartige Tiere: Riesenkrebse mit einem Mund wie ein Schredder, Gliederfüßer mit sieben Stielaugen, Würmer, die aussahen wie eine Flaschenbürste. Nun fügen Paläontologen um Xian-Guang Hou der Liste der Merkwürdigkeiten eine weitere hinzu: kleine Krebse schlossen sich im kambrischen Urmeer zu Ketten aus bis zu 20 Individuen zusammen. Dies ist der bislang früheste Hinweis für Gruppenverhalten bei Tieren. Hou und seine Kollegen entdeckten die Krebs-Ketten in Gesteinen der berühmten Chengjiang-Lagerstätte in der chinesischen Provinz Yunnan. Diese Gesteine sind bekannt für besonders gut erhaltene Fossilien aus dem Abschnitt der Erdgeschichte, in dem sich erstmals komplexe Tiere in großer Zahl auf der Erde verbreiteten.
Unique fossils capture ‘Cambrian migration’

Collective Behavior in an Early Cambrian Arthropod

Die Winde junger Sterne

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Stefan Kraus vom Bonner Max-Planck-Institut für Radioastronomie und Eric Tatulli vom Observatoire de Grenoble hat mittels des VLT-Interferometers der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile die geometrische Verteilung des atomaren und molekularen Gases im zentralen Bereich der Akkretionsscheiben um junge Sterne untersucht. Die Beobachtungen zeigen einerseits das Einfallen des Gases auf die Sterne als auch einen Wind, der von der unmittelbaren Umgebung der Sterne ausgeht.

Astronomers get best view yet of infant stars at feeding time

Kinderstube der Planeten

Meteosat registrierte Asteroiden-Einschlag

Am Dienstag trat der Asteroid 2008 TC3 über dem nördlichen Sudan in die Erdatmosphäre ein und verglühte (siehe Zwergasteroid verglühte in Erdatmosphäre). Das Ereignis, das von Astronomen exakt vorausberechnet worden war, konnte vom Wettersatelliten Meteosat-8 verfolgt werden. Die Explosion des Asteroiden in der Erdatmosphäre erreichte in etwa die Stärke von 1,1 bis 2,1 Kilotonnen TNT – das ist vergleichbar mit der Sprengkraft einer kleinen Atombombe.

Asteroid 2008 TC3 impacts over northern Sudan

Satellit spürt verschüttete Nazca-Pyramide auf

Mit Hilfe von hochauflösenden Bildern des Erdbeobachtungssatelliten „Quickbird“ haben italienische Forscher um Nicola Masini vom Istituto Beni Archeologici e Monumentali und Rosa Lasaponara vom Istituto di Metodologie per l’Analisi Ambientale eine sensationelle Entdeckung gemacht: eine seit Jahrhunderten verschüttete Pyramide. Die Fundstelle bei der peruanischen Ortschaft Cahuachi befindet sich in der Nähe eines Areals, das bereits seit 25 Jahren nach Überresten der untergegangenen Nazca-Kultur (etwa 200 v. Chr. bis 650 n. Chr.) durchforstet wird. Die neu entdeckte Pyramide hat eine Grundfläche von 91,5 x 100 Meter und besteht aus mindestens sieben Ebenen.
Ancient Peru Pyramid Spotted by Satellite

Archäologie aus dem All

Fischschwarm im Tiefseegraben gefilmt

Einem Team um Alan Jamieson vom Oceanlab der University of Aberdeen ist es erstmals gelungen, mit einer Zeitrafferkamera Aufnahmen von Fischen in 7.700 Meter Meerestiefe zu machen. Neben der Kamera ließen die Forscher einen Köder vom Forschungsschiff Hakuho Maru aus in den Japan-Graben herab, der Scheibenbäuche aus der Familie der Liparidae anlockte. Die Fische traten im Schwarm um den Köder auf und erwiesen sich als lebhaft und kontaktfreudig. Bisher hatte man die Tiere zwar im Labor, aber nie in ihrer natürlichen Umgebung erforscht. Viele Arten der Scheibenbäuche leben unterhalb von 6.000 Metern Tiefe in den Gräben des Pazifischen Ozeans, der sog. hadalen Zone. Sie sind vor allem auf herabsinkende Nahrung wie Plankton und Fischkadaver aus Oberflächenwasser angewiesen. Ansonsten fressen sie lediglich kleine Krustentiere, die ebenfalls in dieser Tiefe leben. Die Ausrüstung der Mission wurde vom Oceanlab speziell angefertigt, um den Bedingungen in Tiefseegräben standzuhalten. Der Wasserdruck erreicht hier ca. 8.000 Tonnen pro Quadratmeter. Außerdem herrscht totale Finsternis und die Temperaturen liegen nahe dem Gefrierpunkt.

Bilder und Videos

"Kosmisches Auge" ermöglicht Blick ins junge Universum

Astronomen des California Institute of Technology (CalTech) und der Universität Durham ist es gelungen, mit Hilfe einer Gravitationslinse eine detaillierte Beobachtung einer entfernten Galaxie durchzuführen. In dem fernen System entstehen gerade neue Sterne. Die Beobachtungen liefern so einen Einblick in die Frühphase der Galaxienentwicklung. Das „kosmische Auge“ hat seinen Namen wegen seines besonderen Aussehens erhalten: es besteht aus einer Galaxie im Zentrum, die rund 2,2 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt ist, und den Beugungsbildern einer etwa elf Milliarden Lichtjahre entfernten Galaxie, die dem Ganzen die Gestalt eines Auges gibt.
The Cosmic Eye

Galaxienkollision verhindert Bildung von Sternen

Wenn Galaxien geringerer oder mittlerer Größe zusammenstoßen, dann löst dies meist die Bildung von neuen Sternen aus. Doch bei großen Galaxien und Kollisionen mit hohen Geschwindigkeiten geschieht genau das Gegenteil: der Zusammenprall heizt das interstellare Gas so stark auf, dass daraus keine Sterne kondensieren können. Warum insbesondere die elliptischen Riesengalaxien dieses Verhalten zeigen, war bislang allerdings ungeklärt. Jetzt hat ein Wissenschaftlerteam unter Leitung von Prof. Jeffrey Kenney von der Yale Universität ein Galaxienpaar näher unter die Lupe genommen, das hier entscheidende Einblicke liefern könnte. 50 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt zeichnen sich die elliptische Galaxie M86 und die Spiralgalaxie NGC 4438 im Virgo-Cluster durch lange Gasfilamente aus, die weit in den Raum hinaus reichen. Wie bei den meisten elliptischen Galaxien ist das Gas innerhalb von M86 sehr heiß und emittiert Röntgenstrahlen in einem lang ausgezogenen Schweif. Bisher interpretierten Astronomen dies als austretendes Gas als Folge des Sturzes der Galaxie in den Virgo-Cluster. Doch mit Hilfe eines speziellen Instruments am Kitt Peak Observatorium bei Tucson in Arizona konnten die Forscher nun feststellen, dass beide Galaxien durch etwa 400 Lichtjahre lange, warme Gasfilamente miteinander verbunden sind – ein Indiz für eine kürzlich erfolgte Kollision. Kenneys Ansicht nach spielten die bei der Kollision erfolgten Schwerkraftveränderungen eine entscheidende Rolle für das Aufheizen des Gases und verhinderten damit die Bildung neuer Sterne.
Stars Stop Forming When Big Galaxies Collide

Big Galaxy Collisions Can Stunt Star Formation