Galaxienkollision verhindert Bildung von Sternen

Wenn Galaxien geringerer oder mittlerer Größe zusammenstoßen, dann löst dies meist die Bildung von neuen Sternen aus. Doch bei großen Galaxien und Kollisionen mit hohen Geschwindigkeiten geschieht genau das Gegenteil: der Zusammenprall heizt das interstellare Gas so stark auf, dass daraus keine Sterne kondensieren können. Warum insbesondere die elliptischen Riesengalaxien dieses Verhalten zeigen, war bislang allerdings ungeklärt. Jetzt hat ein Wissenschaftlerteam unter Leitung von Prof. Jeffrey Kenney von der Yale Universität ein Galaxienpaar näher unter die Lupe genommen, das hier entscheidende Einblicke liefern könnte. 50 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt zeichnen sich die elliptische Galaxie M86 und die Spiralgalaxie NGC 4438 im Virgo-Cluster durch lange Gasfilamente aus, die weit in den Raum hinaus reichen. Wie bei den meisten elliptischen Galaxien ist das Gas innerhalb von M86 sehr heiß und emittiert Röntgenstrahlen in einem lang ausgezogenen Schweif. Bisher interpretierten Astronomen dies als austretendes Gas als Folge des Sturzes der Galaxie in den Virgo-Cluster. Doch mit Hilfe eines speziellen Instruments am Kitt Peak Observatorium bei Tucson in Arizona konnten die Forscher nun feststellen, dass beide Galaxien durch etwa 400 Lichtjahre lange, warme Gasfilamente miteinander verbunden sind – ein Indiz für eine kürzlich erfolgte Kollision. Kenneys Ansicht nach spielten die bei der Kollision erfolgten Schwerkraftveränderungen eine entscheidende Rolle für das Aufheizen des Gases und verhinderten damit die Bildung neuer Sterne.
Stars Stop Forming When Big Galaxies Collide

Big Galaxy Collisions Can Stunt Star Formation