Solscape

Jupiter – so scharf wie nie zuvor


Mit einem der 8,2-Meter-Teleskope der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile ist Astronomen die schärfste Aufnahme des Jupiter gelungen, die jemals mit einem erdgebundenen Teleskop gemacht wurde. An dem Teleskop war eine neuartige adaptive Optik installiert worden, die laufend zwei Leitsterne im Blick behält und anhand von deren Funkeln die Turbulenzen in der Erdatmosphäre erkennt. Daraufhin verformt es automatisch zwei kleinere Spiegel im Strahlengang des Teleskops, um diese Turbulenzen auszugleichen. Bei der Beobachtung des Jupiter fungierten seine Monde Europa und Io als „Leitsterne“. Von der Erde aus gesehen standen sie links und rechts des Gasplaneten.
Sharpening Up Jupiter

MAD: Multi-Conjugate Adaptive Optics Demonstrator

Regen auf dem Mars?

Weitere Hinweise auf eine feuchte Frühgeschichte des Roten Planeten präsentierte Ernst Hauber vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in der vergangenen Woche beim European Planetary Science Congress im westfälischen Münster. Demnach gab es auf dem Mars Flüsse und Seen – und wahrscheinlich auch Regen. Hauber und seine Kollegen analysierten Bilder und Daten von einem Hochland namens Xanthe Terra in der Nähe des Mars-Äquators. Die Aufnahmen stammten von den drei Raumsonden Mars Global Surveyor, Mars Express und Mars Reconnaissance Orbiter. Dank der neuen Bilder konnten er und seine Kollegen sog. Digitale Geländemodelle erstellen, durch die die genaue Topographie der Marslandschaft sichtbar wird. Die Forscher konzentrierten sich dabei auf einen kleinen Krater, in dem sie eine Art Flussdelta vermuteten. Auf den Aufnahmen ist nämlich zu sehen, dass ein Fluss von Süden her in den Krater mündete und mitgebrachte Sedimente fächerförmig verteilte. Fast der gesamte Krater ist mit Sedimenten gefüllt. Die Forscher ermittelten, dass die Ablagerungen mindestens 50 Meter dick sind und eine Fläche von ungefähr 23 Quadratkilometern bedecken. Die Form des Sedimentfächers deutet darauf hin, dass sich im Krater ein See befand: der Fluss versickerte also nicht auf einer trockenen Fläche, sondern mündete in ein stehendes Gewässer.
Regen auf dem Mars? Vor vier Milliarden Jahren bildeten sich in Einschlagkratern Ablagerungen von Seen

Über den Aufstieg der Dinosaurier

Die Dinosaurier mussten erst zwei Massenaussterben und 50 Millionen Jahre überstehen, bevor sie die dominierende Tiergruppe ihrer Zeit wurden. Eine jetzt in der Fachzeitschrift „Biology Letters“ erschienene Studie eines Forscherteams um Steve Brusatte und Professor Michael Benton von der Universität von Bristol belegt, dass der Aufstieg von T. Rex und Co. alles andere als schnell und einfach war. „Die schiere Größe von Dinosauriern wie Tyrannosaurus rex verführt zu der Annahme, dass diese Tiere etwas Besonderes hatten, das sie von Anfang an dazu prädestinierte, erfolgreich zu sein. Doch aus den Daten geht bis rund 30 Millionen Jahre nach ihrer Entwicklung keineswegs hervor, dass sie eines Tages die Welt dominieren würden“, erklärt Brusatte. Die Ergebnisse der Studie belegen, dass die Dinosaurier sich vor rund 230 Millionen Jahren bildeten und dann, im späten Trias vor rund 228 Millionen Jahren, direkt das erste Massenaussterben überstehen mussten. Gut 35 Prozent aller existierenden Tierfamilien verschwanden damals von der Erde. Erst dieses Aussterben ihrer Vorfahren ermöglichte es den überwiegend pflanzenfressenden Dinosauriern, ökologische Nischen zu besetzen, die nun freigeworden waren. Die schnelle Ausbreitung der Dinosaurier ereignete sich allerdings erst nach einem weiteren, noch größeren Massenaussterben am Übergang zwischen Trias und Jura vor etwa 200 Millionen Jahren. Mindestens die Hälfte aller Lebewesen auf dem Land und in den Ozeanen starb damals aus. Danach jedoch hatten die Dinosaurier endgültig die „Herrschaft“ übernommen und gaben sie erst am Ende der Kreidezeit, mit ihrem Aussterben, wieder ab.

Mass extinctions and the slow rise of dinosaurs

Forscher zeichnen Klimageschichte der Sahara nach

Rund 120.000 Jahre haben deutsche Wissenschaftler in der Klimageschichte der Sahara zurückgeschaut – weiter als alle anderen Forscher vor ihnen. Herausgefunden haben sie dabei Erstaunliches: in der Vergangenheit hat sich die größte Trockenwüste der Welt mehr als einmal in ein ausgedehntes Grasland verwandelt. Die Wissenschaftler vom Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen (MARUM) berichten über ihre Ergebnisse in der aktuellen Ausgabe von „Nature Geoscience“. Die Feuchtperioden, in denen sich die Wüste zurückzog, fielen nach Angaben der Forscher mit Zeiten zusammen, in denen aufgrund der Kreiselbewegung der Erdachse die Sonneneinstrahlung in der Nähe des Äquators besonders stark war (die Kreiselbewegung der Erdachse vollzieht sich in regelmäßigen Intervallen von etwa 23.000 Jahren). Es verdampfte mehr Wasser aus den Meeren, wodurch der afrikanische Monsunregen stärker wurde. Während der letzten Eiszeit, die vor 75.000 Jahren einsetzte und rund 60.000 Jahre andauerte, fielen die Feuchtperioden allerdings aus, weil das Klima weltweit deutlich kälter und trockener war. Der westafrikanische Monsun zog damals nicht weit genug nach Norden, um die Sahara zu erreichen. Allerdings war das Klima der Eiszeit sehr abwechslungsreich. Es gab kräftige und abrupte Änderungen der großen Eisschilde. Diese Änderungen sind auch heute noch im Wasserkreislauf der Sahelzone nachzuweisen.
Coherent high- and low-latitude control of the northwest African hydrological balance

Trouble mit Hubble: Gerät ausgefallen, Servicemission verschoben!

Das Weltraumteleskop Hubble hat seit dem vergangenen Wochenende heftige Probleme mit der Elektronik: ein Bauteil, das für die Aufbereitung und Übertragung der Daten der wissenschaftlichen Instrumente zuständig ist, funktioniert nicht mehr. Die für das Weltraumteleskop zuständigen Techniker konzentrieren sich momentan darauf, ein Reserve-Bauteil in Betrieb zu nehmen. Die für Mitte Oktober geplante letzte Service-Mission zu Hubble mit der Raumfähre Atlantis wurde inzwischen von der NASA auf (frühestens) Mitte Februar 2009 verschoben.
Hubble Space Telescope Problem Delays STS-125 Launch

„Hubble“ sendet keine Daten mehr

Phoenix entdeckt Schnee und Kalziumkarbonat

Seit der Landung am 25. Mai 2008 hat die Marssonde Phoenix bereits einige Belege für Wasservorkommen auf dem Mars entdeckt, so z.B. die Existenz einer harten Wassereisschicht unter der Oberfläche des Marsbodens. Jetzt hat ein Laserinstrument die Atmosphäre durchmustert und dabei festgestellt, dass in Wolken in rund vier Kilometern Höhe Schnee vorhanden ist. Dieser fällt zwar herab, verdampft jedoch bevor er den Boden erreicht. In Bodenproben, die der Roboterarm der Sonde ausgegraben hatte, entdeckten zwei der Laborexperimente an Bord zudem Kalziumkarbonat. Da sich diese Kohlenstoffverbindung bevorzugt unter Gegenwart von Wasser bildet, werten die Forscher dies als ein weiteres Indiz für das Vorhandensein von flüssigem Wasser in der Vergangenheit des Planeten.
Die Phoenix-Mission, eigentlich nur für drei Monate geplant, ist jetzt bereits in ihrem fünften Monat. Allerdings wird die sinkende Sonne den Operationen ein baldiges Ende bereiten. Noch vor Ende Oktober wird die Energie nicht mehr ausreichen, um den Roboterarm betreiben zu können, und wahrscheinlich werden die Funksignale von Phoenix noch vor Jahresende verstummen.
NASA Mars Lander Sees Falling Snow, Soil Data Suggest Liquid Past

Lidar Measurements of Snow Falling from Martian Clouds

Martian Clouds Above Phoenix (GIF-Animation)

Falcon 1 erreicht Erdumlaufbahn

Das private Raumfahrtunternehmen Space X hat nach drei Fehlversuchen seine Trägerrakete Falcon 1 nun endlich erfolgreich gestartet und in eine Erdumlaufbahn gebracht. Die zweistufige Rakete hob heute um 01:16 Uhr MESZ vom Startplatz auf dem Kwajalein Atoll ab.
Herzlichen Glückwunsch an SpaceX!

Erfolgreicher Wiedereintritt für ATV Jules Verne

Der erste europäische Raumtransporter mit dem Namen „Jules Verne“ hat heute wie geplant seine fast siebenmonatige Mission erfolgreich beendet. Gegen 15:31 Uhr MESZ erfolgte der kontrollierte Wiedereintritt in die Erdatmosphäre. Gegen 15:43 Uhr MESZ fielen die letzten, nicht verglühten Reste des ATV in den Südpazifik.
Successful re-entry marks bright future for ATV

Erste Bilder des Wiedereintritts

Update 30.09. :
Jules Verne re-entry video

Früher Riesenvogel mit Pseudo-Zähnen

Aus einem Schädel, der auf der Isle of Sheppey etwa 40 Kilometer östlich von London gefunden wurde, rekonstruierten Forscher des Instituts Senckenberg in Frankfurt a.M. ein Exemplar der ausgestorbenen Gattung Dasornis, einem entfernten Vorfahren der heutigen Enten und Gänse. Der Vogel, der vor etwa 50 Mio. Jahren lebte, erreichte eine Flügelspannweite von fünf Metern und trug knöcherne Pseudo-Zähne entlang der Schneidekante des Schnabels.

https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/j.1475-4983.2008.00798.x

http://www.sheppeyfossils.com/pages/birds_mammals.htm

http://www.senckenberg.de/root/index.php?page_id=5229