Solscape

Erstes Bild eines Mehrfach-Exoplanetensystems

Mit Hilfe fortschrittlicher adaptiver Optiken ist es Astronomen um Christian Marois vom Herzberg Institute of Astrophysics in British Columbia, Kanada, jetzt erstmals gelungen, eine Aufnahme eines Mehrfach-Exoplanetensystems zu machen. Für ihre Beobachtungen hatten die Forscher das Keck-Observatorium und das Gemini-North-Teleskop in Hawaii bemüht. Das neu entdeckte Planetensystem umkreist den jungen Stern HR 8799, der sich rund 140 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Pegasus befindet und etwa eineinhalb Mal so groß wie unsere Sonne ist. Die drei Planeten haben in etwa die zehn-, neun- und sechsfache Masse des Gasriesen Jupiter und sind 24, 37 und 67 Astronomische Einheiten von ihrem Zentralstern entfernt.
Astronomers Capture First Images Of Newly-Discovered Solar System

Gemini Releases Historic Discovery Image Of Planetary „First Family“

Stoßwellen erzeugen Bausteine für Planeten

Alle jungen Sterne sind kurz nach ihrer Bildung von einer dichten Hülle aus Gas und Staub umgeben. Ein Teil des Staubs besteht aus der chemischen Verbindung Siliziumdioxid, die uns auf der Erde am häufigsten in der Form des Minerals Quarz begegnet. Spektroskopische Untersuchungen mit dem Weltraumteleskop Spitzer zeigten jetzt, dass in einigen Staubscheiben um junge Sterne das Siliziumdioxid in Form der Minerale Quarz, Cristobalit und Tridymit vorkommt. Bei den letzteren beiden handelt es sich um Hochtemperatur-Modifikationen von Quarz, die auf der Erde nur selten zu finden sind. Ihre Anwesenheit belegt eine kurzzeitige Einwirkung hoher Temperaturen auf amorphe, d.h. unkristallisierte Partikel aus Siliziumdioxid. Cristobalit und Tridymit unterscheiden sich von Quarz durch eine andere Symmetrie ihrer Kristallgitter. Es wird vermutet, dass starke Stoßwellen durch die Staubscheiben laufen und dabei für sehr kurze Zeit extrem hohe Temperaturen erzeugen. Dadurch werden die bislang amorphen Staubpartikel zur Kristallisation angeregt und bilden somit das Grundmaterial für die Entstehung von Planeten.
Dusty Shock Waves Generate Planet Ingredients

Rätselhafte Veränderungen auf Zwergplanet Eris

Die Oberfläche des Zwergplaneten Eris hat sich in den vergangenen drei Jahren auf rätselhafte Weise verändert: neuere Messungen eines Forscherteams um Stephen Tegler von der Northern Arizona University in Flagstaff haben gezeigt, dass die Stickstoffmenge in der aus gefrorenem Methan bestehenden Oberfläche von Eris mit zunehmender Tiefe ansteigt. Messungen aus dem Jahr 2005 zeigten genau das Gegenteil. Da die Forscher beide Messungen als solide ansehen, müssen sie sich nun überlegen, was die Veränderungen bewirkt hat. Als Grund für die Oberflächenänderung vermuten sie bestimmte Wetterphänomene auf dem rund 2.400 Kilometer großen Zwergplaneten oder sogar eine Art Vulkanismus.

Digging Into the Surface of the Icy Dwarf Planet Eris

Sternentstehungsgebiet RCW 120

Die Sternentstehungsregion RCW 120.
(ESO/APEX/DSS2/SuperCosmos/
Deharveng(LAM)/Zavagno(LAM))

Mit dem Atacama Pathfinder Experiment (APEX), das der Vorbereitung des Großprojekts ALMA dient, wurde die ca. 4.200 Lichtjahre entfernte Sternentstehungsregion RCW 120 aufgenommen. Im Zentrum dieser Region befindet sich ein sehr heißer Stern, der das ihn umgebende Wasserstoff-Gas ionisiert und mittels seiner UV-Strahlung zu einer Blase formt. Die Schockwelle der expandierenden Blase verdichtet den umliegenden interstellaren Staub dermaßen, dass dieser unter seiner eigenen Schwerkraft kollabiert und zu Wolken „verklumpt“. Die in der Aufnahme abgebildete Blase hat einen Durchmesser von etwa 10 Lichtjahren.

APEX reveals glowing stellar nurseries

Radioteleskope für Wellenlängen vom Zentimeter- bis zum Submillimeterbereich

Das Ende von Phoenix

Die Mission der Marssonde „Phoenix“ ist nach gut fünf Monaten zu Ende gegangen. Wie die NASA während ihrer gestrigen Pressekonferenz mitteilte, hat das Kontrollteam seit dem 2. November keine Funksignale mehr von Phoenix empfangen.
Die Sonde war am 4. August 2007 gestartet und am 25. Mai 2008 unweit des Mars-Nordpols gelandet. Phoenix hatte seitdem Bodenproben gesammelt und zahlreiche wissenschaftliche Experimente durchgeführt. Die Ergebnisse wurden teilweise als sensationell gewertet. So gehörte der Nachweis von Wassereis auf dem Roten Planeten zu den größten Erfolgen der Mission.
Mars Phoenix Lander Finishes Successful Work On Red Planet