Alle jungen Sterne sind kurz nach ihrer Bildung von einer dichten Hülle aus Gas und Staub umgeben. Ein Teil des Staubs besteht aus der chemischen Verbindung Siliziumdioxid, die uns auf der Erde am häufigsten in der Form des Minerals Quarz begegnet. Spektroskopische Untersuchungen mit dem Weltraumteleskop Spitzer zeigten jetzt, dass in einigen Staubscheiben um junge Sterne das Siliziumdioxid in Form der Minerale Quarz, Cristobalit und Tridymit vorkommt. Bei den letzteren beiden handelt es sich um Hochtemperatur-Modifikationen von Quarz, die auf der Erde nur selten zu finden sind. Ihre Anwesenheit belegt eine kurzzeitige Einwirkung hoher Temperaturen auf amorphe, d.h. unkristallisierte Partikel aus Siliziumdioxid. Cristobalit und Tridymit unterscheiden sich von Quarz durch eine andere Symmetrie ihrer Kristallgitter. Es wird vermutet, dass starke Stoßwellen durch die Staubscheiben laufen und dabei für sehr kurze Zeit extrem hohe Temperaturen erzeugen. Dadurch werden die bislang amorphen Staubpartikel zur Kristallisation angeregt und bilden somit das Grundmaterial für die Entstehung von Planeten.
Dusty Shock Waves Generate Planet Ingredients
Stoßwellen erzeugen Bausteine für Planeten
12. November 2008
