Bisher war man davon ausgegangen, dass es auf der erdabgewandten Seite des Mondes seit etwa 3 Milliarden Jahren keinen Vulkanismus im großen Maßstab mehr gegeben hat. Doch nach Auswertung der hochaufgelösten Aufnahmen der japanischen Raumsonde Kaguya kamen Forscher um Junichi Haruyama von der japanischen Raumfahrtagentur JAXA nun zu dem Schluss, dass dort noch vor 2,5 Milliarden Jahren größere Flächen von Lava überflutet worden sind. Ein deutlich sichtbares Resultat der Vulkanausbrüche sind die aus dunklem Basalt bestehenden Maria (Mondmeere). Bis heute hat die Terrainkamera an Bord von Kaguya den Großteil der erdabgewandten Mondseite bei flachen Sonnenständen abgelichtet. Dank des ausgeprägten Schattenwurfs unter diesen Beleuchtungsbedingungen sind auf den Bildern selbst kleine Krater gut erkennbar. Anhand ihrer Häufigkeit lässt sich abschätzen, wann ein Gebiet zuletzt durch Lava geglättet worden ist. Die Basaltschichten im Aitken-Becken am Südpol des Mondes und im Mare Moscoviense sind demnach bis zu 0,5 Milliarden Jahre jünger als bislang vermutet.
Haruyama, J. et al.: Long-lived Volcanism on the Lunar Farside Revealed by SELENE Terrain Camera
Solscape
Der Dunklen Materie auf der Spur
Ein internationales Team von Astrophysikern, das Volker Springel vom Max-Planck-Institut für Astrophysik in Garching leitet, hat jetzt mit Hilfe eines der größten Supercomputer Europas gezeigt, wohin das Fermi-Teleskop blicken muss, um die geheimnisvolle Dunkle Materie zu entdecken.
Presseinformation der Max-Planck-Gesellschaft
The Virgo Consortium for Cosmological Supercomputer Simulations
Dream Again
„Under my watch, NASA will inspire the world once again…“ – Barack Obama
Das Grab einer Schamanin
Sie war um die vierzig Jahre alt, als sie starb. Ihre letzte Ruhe fand sie in einem mühsam in den harten Boden gehauenen Grab. Jetzt haben Leore Grosman und ihr Team von der Hebrew University in Jerusalem die Tote entdeckt. Sie wurde vor etwa 12.000 Jahren in einer Höhle im Norden Israels bestattet und war in ihrer steinzeitlichen Gemeinschaft offenbar von großer Wichtigkeit. Die Forscher vermuten, dass es sich um eine Schamanin oder Priesterin gehandelt hat. Das kann man jedenfalls aus den seltsamen Grabbeigaben schließen, die wie die Zutaten eines Zaubertranks scheinen: ein paar dutzend Schildkrötenpanzer, der Schwanz eines Auerochsen, das Becken eines Leoparden, ein Adlerflügel, der Lauf eines Wildschweins, zwei Marderköpfe und drei Gazellenhörner. Und zu guter Letzt: ein menschlicher Fuß.
Excavations in Israel reveal one of the oldest known graves of a shaman, from 12.000 years ago
Cassinis Blick auf die Tigerstreifen

Am 31. Oktober 2008, während des zweiten nahen Vorbeiflugs an Enceladus im Monat Oktober, nahmen die Kamera und andere optische Messgeräte an Bord der Raumsonde Cassini die Bruchlinien auf, welche den Saturnmond in der Südpolregion durchziehen (die sog. „Tigerstreifen“) und aus denen Geysire Eispartikel ins All schleudern. Die höchstaufgelösten Bilder zeigen Einzelheiten von etwa neun Metern Größe.
Cassini Skeet Shoots Again
Erste Bilder von Chandrayaan-1

Von der Stereo-Kamera namens TMC (Terrain Mapping Camera) an Bord der indischen Mondsonde Chandrayaan-1 wurden am 29. Oktober 2008 zwei Fotos der Erde aufgenommen. Das querformatige Bild zeigt die Erde aus 9.000 Kilometern Entfernung, die hochformatige Aufnahme gibt einen Blick auf die Erde aus 70.000 Kilometern Entfernung wieder.
Tiefseetaucher Jacques Piccard gestorben
Im Jahr 1960 tauchte Jacques Piccard mit seinem U-Boot „Trieste“, das er zusammen mit seinem Vater konstruiert hatte, fast 11.000 Meter tief in den Marianengraben im Pazifik. Am vergangenen Samstag starb der Wissenschaftler in seinem Haus am Genfer See. Er wurde 86 Jahre alt.
Wikipedia: Jacques Piccard
Amateur-Astronomen fotografieren Pluto und Charon
Einer Gruppe italienischer Amateurastronomen ist es erstmals gelungen, den Mond des Zwergplaneten Pluto fotografisch nachzuweisen. Charon und Pluto sind voneinander weniger als eine Bogensekunde entfernt und lassen sich daher optisch nur sehr schwer voneinander trennen.
Die italienischen Hobby-Astronomen Daniele Gasparri und Antonello Medugno arbeiteten gemeinsam mit fünf weiteren Sternguckern im Sommer 2008 an einer aufwendigen Beobachtungskampagne, in der Hoffnung, den Plutomond Charon mit ihrer hochwertigen Amateur-Ausrüstung nachweisen zu können. Die fotografisch getrennte Beobachtung von Pluto und Charon mit einem gewöhnlichen Teleskop galt in der Vergangenheit als weitestgehend unmöglich, da die beiden fernen Himmelskörper einen Winkelabstand von weniger als einer Bogensekunde zueinander zeigen. Charon wurde 1978 mit einem 61-Zoll-Teleskop entdeckt. Seither war es keinem Hobby-Astronomen gelungen, den Mond von seinem Hauptkörper zu trennen – Pluto und Charon erschienen immer gemeinsam als einzelner, verwaschener Lichtfleck. Doch offensichtlich machten sich für die italienischen Beobachter die vielen Versuche bezahlt: der Astronomie-Student Antonello Medugno konnte den Plutomond schließlich fotografisch nachweisen. Für seine Aufnahme (linkes Bild) verwendete er eine Starlight Xpress CCD-Kamera an einem 14-Zoll Schmidt-Cassegrain-Teleskop. Die Grafik rechts neben Medugnos Aufnahme zeigt die Position von Pluto und Charon am selben Tag.
Obwohl die von den Italienern angefertigte, hochqualitative Aufnahme keinen sonderlichen wissenschaftlichen Wert besitzt, zeigt sie doch, welch herausragenden Ergebnisse heute im Bereich der Amateurastronomie möglich sind.
„Robinson Crusoes“ Sachen gefunden
Robinson Crusoe gab es wirklich. Allerdings hieß er in Wahrheit Alexander Selkirk. Der Schriftsteller Daniel Defoe hatte die abenteuerliche Geschichte dieses Seemannes in einer Zeitschrift gelesen und daraus jenen Roman gemacht, mit dem er weltberühmt werden sollte. Über den echten Einsiedler Alexander Selkirk war bislang nur durch schriftliche Quellen belegt, dass er sich 1704 nach einem Streit mit seinem Kapitän auf der Insel Aguas Buenas aussetzen ließ und die folgenden vier Jahre dort zubrachte, bis endlich ein englisches Schiff unter Captain Woodes Rogers vorbeikam und ihn aufnahm. Nun hat ein internationales Archäologenteam auf der Insel Gegenstände entdeckt, die höchstwahrscheinlich Selkirk gehörten.
Excavation at Aguas Buenas, Robinson Crusoe Island, Chile,
of a gunpowder magazine and the supposed campsite of Alexander Selkirk,
together with an account of early navigational dividers
NASA veröffentlicht neue Bilder vom Merkur

Am 6. Oktober 2008 hat die Raumsonde MESSENGER bei ihrem zweiten Vorbeiflug am Merkur zahlreiche neue Bilder von bislang unbekannten Regionen des sonnennächsten Planeten gemacht. Zusammen mit den Aufnahmen der Raumsonde Mariner 10 aus den 1970er Jahren sind damit nun etwa 95 Prozent des Merkur fotografiert. Auch andere Instrumente an Bord von MESSENGER waren auf den Planeten gerichtet. So wurde mit einem Laser-Altimeter die Topographie des Planeten erfasst und zudem die Magnetosphäre des Planeten vermessen. Aktiv war auch das Spektrometer, mit dem die dünne Atmosphäre untersucht wurde. Die neuen Bilder und Forschungsergebnisse wurden vorgestern während einer Pressekonferenz der NASA vorgestellt.
MESSENGER Reveals More „Hidden“ Territory on Mercury

