Lunar Reconnaissance Orbiter: ein neues Kapitel in der Mondforschung

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Rollout der Atlas V-Raketezum Startplatz.
(Bild: United Launch Alliance)

NASA’s neue Mondsonde, der Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO), soll heute um 23:12 Uhr MESZ an Bord einer Atlas V-Rakete von Cape Canaveral in Florida aus starten. Der Flug zum Mond wird etwa vier Tage dauern. Ziel der einjährigen Mission des LRO ist es, mit bisher unerreichter Genauigkeit wichtige Details des Mondes zu erforschen, die zum einen für die Wissenschaft, aber auch für spätere bemannte Mondmissionen von großer Bedeutung sein werden. Dazu wird der Lunar Reconnaissance Orbiter, der mit sieben High-Tech-Instrumenten ausgestattet ist, den Erdtrabanten in nur 50 Kilometern Höhe umkreisen.
Zusammen mit dem Mondorbiter wird noch ein Einschlagskörper, der Lunar CRater Observation and Sensing Satellite (LCROSS), die Reise zum Mond antreten. Der etwa eine Tonne schwere Einschlagskörper soll nach vier Monaten vom Mondorbiter abgetrennt werden, um zunächst im Sturzflug den Einschlag der Atlas-Raketenoberstufe auf der Mondoberfläche mit Kameras und weiteren Messinstrumenten zu erfassen, bevor er selbst kurz darauf auf dem Mond zerschellt. Durch diesen Einschlag wird eine große Wolke Gesteinsmaterial aus der Mondoberfläche geschleudert, die spektroskopisch erfasst werden soll.
An der Mission sind auch deutsche Wissenschaftler beteiligt: das Team um Professor Jürgen Oberst vom DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin ist für die Auswertung der Daten des Laser-Höhenmessers LOLA (Lunar Orbiter Laser Altimeter) verantwortlich, die Forscher um Prof. Dr. Harald Hiesinger vom Institut für Planetologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster werden die Aufnahmen der Mondkamera LROC (Lunar Reconnaissance Orbiter Camera) unter geologischen Aspekten auswerten.
LROC wird mindestens zehn Prozent der Mondoberfläche (u.a. die Landestellen ehemaliger Mondmissionen) mit einer Bildauflösung von einem halben Meter pro Bildpunkt erfassen.

Lunar Reconnaissance Orbiter