Im Steinheimer Becken auf der Ostalb haben Geologen des Instituts für Planetologie der Universität Stuttgart überraschende Entdeckungen gemacht. Sie fanden in Bohrkernen, die im Meteorkratermuseum in Steinheim am Albuch (Landkreis Heidenheim) gelagert sind, mikroskopisch kleine Partikel, die sie als Reste des Steinheimer Meteoriten identifizieren konnten. Die Gesteinspartikel enthalten ungewöhnliche Eisensulfid-Kristalle und Schmelzkügelchen, sog. Sphärulen. Auffällig ist auch der stark erhöhte Gehalt der ansonsten seltenen Metalle Nickel und Kobalt. Offenbar ist das Steinheimer Becken durch den Einschlag eines Eisen-(oder Stein-Eisen-)Meteoriten entstanden. Die Gesteine aus dem benachbarten Nördlinger Ries zeigen hingegen die Signatur eines Steinmeteoriten.
Forscher gehen schon länger davon aus, dass Süddeutschland im Miozän (vor etwa 14-15 Millionen Jahren) zeitgleich von einem kosmischen Doppelgeschoss getroffen wurde.
Das Steinheimer Becken gehört zusammen mit dem Nördlinger Ries zu den am besten erhaltenen Meteoritenkratern der Erde.
Quellen:
M. Schmieder, E. Buchner: Fe-Ni-Co sulfides from the Steinheim Basin, SW Germany: Possible impactor traces., in 72nd Annual Meteoritical Society Meeting (2009), abstract no. 5073.
E. Buchner, M. Schmieder: The Steinheim suevite., in 72nd Annual Meteoritical Society Meeting (2009), abstract no. 5072.
D. Stöffler, N. A. Artemieva, E. Pierazzo: Modeling the Ries-Steinheim impact event and the formation of the moldavite strewn field., in Meteoritics & Planetary Science, Vol. 37, 2002, S. 1893–1907.
