Einen Sternentod, der sich in einer Entfernung von 12,8 Milliarden Lichtjahren und damit nur 825 Millionen Jahre nach dem Urknall ereignete, hat das Weltraumteleskop Swift am 13. September 2008 beobachtet. Der charakteristische Gammablitz ist der fernste, der bislang auf der Erde registriert wurde.
NASA’s Swift Catches Farthest Ever Gamma-Ray Burst
Kategorie: Kosmologie
Galaxie mit dunklen Tentakeln

Dünne Tentakeln aus Staub winden sich aus der kleinen Galaxienscheibe und wären eigentlich viel zu dunkel, um wahrgenommen zu werden. Doch in diesem Fall haben sie das seltene Glück, ausgeleuchtet zu werden – von einer etwa milchstraßengroßen Galaxie im Hintergrund. Und mindestens genauso glücklich sind auch die Astronomen, denn sie haben derartige Staubstrukturen noch nie so weit außerhalb des sichtbaren Randes einer Galaxie beobachten können.
Von bodengestützten Teleskopen aus betrachtet, erscheinen die beiden Galaxien des Duos 2MASX J00482185-2507365 wie ein einziger Lichtfleck am Nachthimmel. Erst die Kamera an Bord des Weltraumteleskops Hubble löste nun auf, dass sich dahinter zwei Systeme verbergen.
Die Hintergrundgalaxie ist rund 780 Millionen Lichtjahre von uns entfernt und rund zehnmal größer als die Galaxie vor ihr.
Overlapping Galaxies 2MASX J00482185-2507365
Ein Tachometer für das Weltall
Aus den Lichtsignalen weit entfernter Galaxien und Sterne können Astronomen ableiten, dass das Weltall nicht statisch ist, sondern sich kontinuierlich ausdehnt. Neueste Messungen lassen den Schluss zu, dass sich diese Expansion sogar noch beschleunigt. Doch dieser Annahme liegt ein Modell zugrunde, das noch längst nicht komplett belegt ist. Bisher ließ die Technik nämlich eine präzise Geschwindigkeitsbestimmung von Sternen und anderen Himmelskörpern nicht zu. Doch nun hat ein internationales Wissenschaftlerteam am VTT-Sonnenteleskop auf Teneriffa einen neuen „Tacho“ getestet, mit dem Geschwindigkeitsänderungen stellarer Objekte mit einer Genauigkeit von rund neun Metern pro Sekunde ermittelt werden können. Bei dem neuen Verfahren wird erstmals die Frequenzkammtechnik, für deren Entwicklung Professor Theodor W. Hänsch im Jahr 2005 den Nobelpreis für Physik bekam, zur Kalibrierung von Spektrographen eingesetzt. Durch weitere Verbesserungen der Technik soll es künftig sogar möglich sein, Genauigkeiten von wenigen Zentimetern pro Sekunde zu erreichen.
Blick ins Zentrum der Milchstraße
Im Zentrum der Milchstraße liegt, wie in vielen anderen Galaxien auch, ein Schwarzes Loch. Bisher konnte es noch nicht direkt beobachtet, sondern nur durch seine Auswirkungen auf die Umgebung identifiziert werden. Jetzt haben Astronomen die Auflösung von astronomischen Beobachtungen so stark erhöhen können, dass ihr Blick fast bis zum Ereignishorizont des Schwarzen Lochs reichte. Die Wissenschaftler nutzten dazu die Technik der sog. Very Long Baseline Interferometry (VLBI). Dies ist eine Methode, bei der Radioteleskope an weit auseinander liegenden Standorten so zusammengeschaltet werden, dass sie wie ein einzelnes Großteleskop arbeiten. Durch diesen „Trick“ wird die Auflösung extrem gesteigert. Die Astronomen nahmen mit dieser Teleskop-Kombination die Strahlung ins Visier, die vom Himmelsobjekt Sagittarius A* ausgeht. Im Wellenlängenbereich von 1,3 Millimetern entdeckten sie dabei eine Struktur von nur 37 Mikro-Bogensekunden – dies entspricht einer Größe von gerade einmal 48 Millionen Kilometern oder einem Drittel der Entfernung Erde-Sonne. Bisher konnten die Wissenschaftler allerdings nur grob erfassen, welche Form diese Struktur hat. Weitere Beobachtungen sollen nun zeigen, ob es sich um eine glühende Korona um das Schwarze Loch, einen „Hot Spot“ in der Umlaufbahn um das Schwarze Loch oder eine Materiefontäne handelt.
Mit der Lupe zum inneren Kern
Hannys rätselhaftes Objekt

Hannys Voorwerp
Im einzigartigen Projekt „Galaxy Zoo“ sind zehntausende Freiwillige dazu aufgerufen, die Galaxien auf Millionen automatisch aufgenommener Fotos des Sloan Digital Sky Survey (SDSS) zu klassifizieren. Der bislang spektakulärste Fund: ein riesiges, unbekanntes intergalaktisches Objekt. Seine Entdeckerin: die Physiklehrerin Hanny van Arkel aus Heerlen in den Niederlanden.
Die Frage, welche Hanny im Forum von „Galaxy Zoo“ stellte, schien völlig harmlos zu sein: „Was ist das blaue Ding da unten?“, schrieb sie neugierig am 13. August 2007. „Das blaue Ding“ – seine tatsächliche Farbe ist grün – ist ein nebulöser Fleck auf einem Bild der rund 700 Millionen Lichtjahre entfernten Spiralgalaxie IC 2497. Die harmlose Frage sollte die Lehrerin auf einen Schlag berühmt machen, denn der Klecks war bisher niemandem aufgefallen. Und so starrten die Astronomen zunächst ziemlich ratlos auf die milchig-grüne Stelle im Universum, die nun unter dem Namen „Hannys Voorwerp“ bekannt ist. Und dazu trug der Astronom William Keel von der University of Alabama in Tuscaloosa wesentlich bei. Anfangs hielt er das mysteriöse Objekt für eine Galaxie. Dann stellte er fest, dass es darin keine Sterne gab. Was den Forscher schließlich auf die Idee brachte, dass es sich womöglich um eine riesige, intergalaktische Gaswolke handelt, die vom Licht eines Quasars auf bis zu 20.000 Grad Celsius aufgeheizt wird. Der Quasar ist längst erloschen, doch das Gas in „Hannys Voorwerp“ reflektiert seine Energie bis heute. Um das Geheimnis endgültig zu lüften, soll das Weltraumteleskop Hubble jetzt den Fleck inspizieren.
Die Homepage des Projekts „Galaxy Zoo“
Alles über „Hannys Voorwerp“ und seine Entdeckerin im Forum von „Galaxy Zoo“
Informationen zu „Hannys Voorwerp“ auf der Homepage des Astronomen William Keel
GLAST heißt jetzt Fermi
Das am 11. Juni 2008 gestartete Gamma-ray Large Area Space Telescope (GLAST) wurde nun in Fermi Gamma-ray Space Telescope umbenannt. Der Name würdigt den Wissenschaftler Enrico Fermi, der Pionierarbeit in der Hochenergiephysik leistete. Das Weltraumteleskop Fermi erforscht das Universum im Bereich der Gammastrahlung. Zusammen mit der Namensänderung veröffentlichte die NASA während ihrer gestrigen Pressekonferenz auch die erste Aufnahme von Fermi, auf welcher der gesamte Himmel im Gammalicht zu sehen ist. Das Bild entstand in einer Belichtungszeit von nur 95 Stunden. Gas und Staub in der Ebene der Milchstraße leuchten im Gammalicht, weil sie von kosmischer Strahlung durchdrungen werden. Auch der berühmte Krebsnebel mit seinem Pulsar und zwei weitere Pulsare strahlen in diesen Wellenlängen. Ein vierter heller Punkt auf dem Bild liegt etwa sieben Milliarden Lichtjahre entfernt im Sternbild Pegasus, weit außerhalb unserer Galaxis. Es handelt sich um den Blazar 3C454.3, der sich gerade in einer Phase hoher Aktivität befindet.
(Beschriftete) Himmelskarte im Gammalicht, aufgenommen von Fermi (JPEG; 3300 x 1650 Pixel; 4.2 MB)
Presseinformation des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik (PDF)
Spitzer zeigt stellaren "Stammbaum"
Sterne können in ihrer Umgebung die Entstehung weiterer Sterne anstoßen. Für die Existenz eines solchen stellaren Dominoeffekts spricht eine neue Aufnahme des Weltraumteleskops Spitzer von der Wolke W5. Gut 6.500 Lichtjahre von der Sonne entfernt im Sternbild Kassiopeia gelegen, handelt es sich um eine ausgedehnte Ansammlung von Gas und Staub, die eine Brutstätte für massereiche Sterne darstellt. Die Aufnahme zeigt mehrere heiße Gassäulen inmitten zweier großer, blasenförmiger Hohlräume. Nahe an deren Rand finden sich etwas jüngere Sterne und noch weiter außen eine zweite Generation junger Sterne. Diese Abfolge kann kaum zufällig entstanden sein, sondern zeichnet die fortschreitende Expansion der Hohlräume nach.
Spitzer Reveals Stellar „Family Tree“
NGC 1275: Galaxienkollision mit Hochgeschwindigkeit

Die Spiralgalaxie NGC 1275 ist ein Mitglied des Perseus-Galaxienhaufens, der sich etwa 230 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Perseus befindet. Die neue Aufnahme des Weltraumteleskops Hubble zeigt feine, filamentartige Strukturen im die Galaxie umgebenden, heißen interstellaren Gas. Durch Radioausbrüche wird ein Transport von kühlerem Gas aus dem Zentrum der Galaxie in das heißere Gas hervorgerufen, wobei die roten Filamente durch die Ansammlung des kühleren Gases entlang eines starken Magnetfeldes entstehen.
NGC 1275 stößt mit einer Geschwindigkeit von 10 Millionen Kilometern pro Stunde mit einer riesigen elliptischen Galaxie zusammen. Die Folge dieses Zusammenstoßes sind massive Sternentstehungsgebiete in beiden Galaxien. Die beobachtete Strahlung im Radio- und Röntgenbereich deutet darauf hin, dass sich im Zentrum der Galaxie ein sehr massereiches Schwarzes Loch befindet.
Turbulente Sternenwiege als Jubiläumsbild

Während seiner hunderttausendsten Erdumkreisung am gestrigen Sonntag hat das Weltraumteleskop Hubble einen kleinen Ausschnitt der Großen Magellanschen Wolke nahe dem Sternhaufen NGC 2074 aufgenommen. Das Jubiläumsbild umfasst ein Gebiet mit einem Durchmesser von rund 100 Lichtjahren; allein die dunkle Gas- und Staubsäule rechts unten ragt etwa 20 Lichtjahre weit in den Weltraum hinaus. Die Region um NGC 2074 liegt in 170.000 Lichtjahren Entfernung im Tarantula-Nebel, einer der aktivsten Sternentstehungsregionen in unserer lokalen Galaxiengruppe.
Hubble Unveils Colorful and Turbulent Star-Birth Region on 100,000th Orbit Milestone
Die ersten Sterne
Bereits kurze Zeit nach dem Urknall bildeten sich die ersten Sterne. Diese frühen Sonnen sind längst verloschen und nichts erinnert mehr an ihre Größe oder Zusammensetzung. Wie aber sind sie entstanden? Naoki Yoshida von der Universität Nagoya und Lars Hernquist vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in Cambridge konnten die Bedingungen im frühen Universum in einem Computermodell nachbilden und die Entstehung der ersten Sterne simulieren. Demnach bildeten sich die ersten Protosterne, die eine Masse von vielleicht einem Prozent der Masse unserer Sonne hatten, aufgrund winziger Dichteschwankungen im Gas. Aus diesen Protosternen haben sich dann in kurzer Zeit äußerst massereiche Sterne gebildet, in denen bereits schwere Elemente erzeugt werden konnten.
The First Stars
