
Mit einer eindrucksvollen Aufnahme des wechselwirkenden Galaxienpaars Arp 147 hat sich das Weltraumteleskop Hubble zurückgemeldet: nach der Wiederinbetriebnahme der Wide Field Planetary Camera-2 am vergangenen Wochenende konnte Hubble das Galaxienpaar am 27. und 28. Oktober ablichten. Das Bild wurde heute veröffentlicht. Arp 147 befindet sich mehr als 400 Millionen Lichtjahre entfernt im Sternbild Walfisch (Cetus).
Hubble Scores a Perfect Ten
Kategorie: Kosmologie
Doppelter Asteroidengürtel um Epsilon Eridani
Ein Forscherteam um Dr. Dana Backman vom SETI-Institute in Mountain View, Kalifornien, nutzte den Infrarotsatelliten Spitzer, um den nur 10,5 Lichtjahre entfernten Stern Epsilon Eridani im Detail zu untersuchen. In den Infrarot-Spektren stießen die Wissenschaftler auf zwei ringförmige Ansammlungen von Kleinplaneten. Der innere Gürtel ähnelt dem Asteroidengürtel zwischen den Bahnen von Mars und Jupiter und dürfte wie dieser etwa fünf Prozent der Masse des Erdmondes ausmachen. Er ist rund 3 Astronomische Einheiten (AE) von Epsilon Eridani entfernt. Weiter außen bei etwa 20 AE liegt der zweite, mit ca. einer Mondmasse wesentlich massereichere, äußere Asteroidengürtel. Aufgrund ihres Fundes postulieren die Wissenschaftler die Existenz von zwei weiteren Planeten im Epsilon-Eridani-System (Beobachtungen mit dem Weltraumteleskop Hubble hatten Anfang Oktober 2006 die Existenz eines jupiterähnlichen Planeten bestätigt). Einer soll den Stern knapp außerhalb des äußeren Asteroidengürtels umrunden, ein anderer knapp innerhalb der schon seit längerem bekannten, äußeren Scheibe aus Eiskörpern, die sich in einem Abstand zwischen 35 und 90 AE befindet und in etwa mit unserem Kuiper-Gürtel vergleichbar ist.
Closest Planetary System Hosts Two Asteroid Belts
Solar System’s Young Twin Has Two Asteroid Belts
Astronomers discover a nearby star system just like our own Solar System
Hubble Observations Confirm that Planets Form from Disks Around Stars
CoRoT sieht "Sonnenbeben" auf anderen Sternen
Die Untersuchung der Sonne mit Hilfe einer Technik ähnlich der Seismologie hat ein neues Zeitalter im Verständnis des Sonneninneren eröffnet. Der Satellit CoRoT hat nun diese Technik an drei anderen Sternen angewendet und damit erstmals deren Inneres direkt untersucht.
COROT directly sees ‚Sun-quakes‘ in other stars for the first time
Pulsar strahlt im Gammalicht
Erstmals haben Wissenschaftler einen Pulsar anhand seiner Gammastrahlung identifiziert. Die Entdeckung gelang einem internationalen Forscherteam um Gottfried Kanbach vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching. Für ihre Beobachtungen nutzten die Forscher das am 11. Juni 2008 gestartete Fermi Gamma-ray Space Telescope.
NASA’S Fermi Telescope Discovers First Gamma-Ray-Only Pulsar
Die Winde junger Sterne
Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Stefan Kraus vom Bonner Max-Planck-Institut für Radioastronomie und Eric Tatulli vom Observatoire de Grenoble hat mittels des VLT-Interferometers der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile die geometrische Verteilung des atomaren und molekularen Gases im zentralen Bereich der Akkretionsscheiben um junge Sterne untersucht. Die Beobachtungen zeigen einerseits das Einfallen des Gases auf die Sterne als auch einen Wind, der von der unmittelbaren Umgebung der Sterne ausgeht.
Astronomers get best view yet of infant stars at feeding time
"Kosmisches Auge" ermöglicht Blick ins junge Universum
Astronomen des California Institute of Technology (CalTech) und der Universität Durham ist es gelungen, mit Hilfe einer Gravitationslinse eine detaillierte Beobachtung einer entfernten Galaxie durchzuführen. In dem fernen System entstehen gerade neue Sterne. Die Beobachtungen liefern so einen Einblick in die Frühphase der Galaxienentwicklung. Das „kosmische Auge“ hat seinen Namen wegen seines besonderen Aussehens erhalten: es besteht aus einer Galaxie im Zentrum, die rund 2,2 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt ist, und den Beugungsbildern einer etwa elf Milliarden Lichtjahre entfernten Galaxie, die dem Ganzen die Gestalt eines Auges gibt.
The Cosmic Eye
Galaxienkollision verhindert Bildung von Sternen
Wenn Galaxien geringerer oder mittlerer Größe zusammenstoßen, dann löst dies meist die Bildung von neuen Sternen aus. Doch bei großen Galaxien und Kollisionen mit hohen Geschwindigkeiten geschieht genau das Gegenteil: der Zusammenprall heizt das interstellare Gas so stark auf, dass daraus keine Sterne kondensieren können. Warum insbesondere die elliptischen Riesengalaxien dieses Verhalten zeigen, war bislang allerdings ungeklärt. Jetzt hat ein Wissenschaftlerteam unter Leitung von Prof. Jeffrey Kenney von der Yale Universität ein Galaxienpaar näher unter die Lupe genommen, das hier entscheidende Einblicke liefern könnte. 50 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt zeichnen sich die elliptische Galaxie M86 und die Spiralgalaxie NGC 4438 im Virgo-Cluster durch lange Gasfilamente aus, die weit in den Raum hinaus reichen. Wie bei den meisten elliptischen Galaxien ist das Gas innerhalb von M86 sehr heiß und emittiert Röntgenstrahlen in einem lang ausgezogenen Schweif. Bisher interpretierten Astronomen dies als austretendes Gas als Folge des Sturzes der Galaxie in den Virgo-Cluster. Doch mit Hilfe eines speziellen Instruments am Kitt Peak Observatorium bei Tucson in Arizona konnten die Forscher nun feststellen, dass beide Galaxien durch etwa 400 Lichtjahre lange, warme Gasfilamente miteinander verbunden sind – ein Indiz für eine kürzlich erfolgte Kollision. Kenneys Ansicht nach spielten die bei der Kollision erfolgten Schwerkraftveränderungen eine entscheidende Rolle für das Aufheizen des Gases und verhinderten damit die Bildung neuer Sterne.
Stars Stop Forming When Big Galaxies Collide
Bewölkung auf Braunen Zwergen
Ein Team von Astronomen der Universität von Hawaii, dem California Institute of Technology (CalTech) und dem MIT konnte mit Hilfe des Keck-Teleskops auf dem Mauna Kea bewölktes Wetter auf zwei Braunen Zwergen nachweisen.
Ein Brauner Zwerg führt ein interessantes und oft rätselhaftes „Leben“: in seiner Jugend können in ihm in beschränktem Umfang Fusionsprozesse ablaufen. Er fusioniert Deuterium. Ist der Vorrat an Deuterium erschöpft, kühlt er sich langsam ab. Dabei bilden sich mit der Zeit Wolken aus Eisen und dem Mineral Enstatit, die den gesamten Braunen Zwerg einhüllen. Diese Hülle sorgt dafür, dass der Braune Zwerg in bestimmten Wellenlängen leuchtschwächer erscheint als er eigentlich ist. Wenn er noch weiter abkühlt, verschwinden die Wolken plötzlich wieder und der Braune Zwerg erscheint in bestimmten Wellenlängenbereichen heller. Warum die Wolken plötzlich verschwinden, ist bislang noch ungeklärt.
Keck Telescope Finds Cloudy Weather On Failed Stars
Discovery of a T Dwarf Binary with the Largest Known J-Band Flux Reversal
Magnetstern schleudert Blitze
Astronomen haben ein extrem bizarres kosmisches Objekt ausfindig gemacht, inzwischen offiziell als Swift J195509+261406 bezeichnet, das nach einem Gammastrahlenausbruch 40 Lichtblitze aussendete und dann wieder in einen Ruhezustand versank. Wie Forscher des Max-Planck-Instituts im Fachmagazin „Nature“ berichten, könnte es sich bei dem Objekt um eine Sonderform eines Magnetars handeln. Magnetare sind junge Neutronensterne, die ein extrem starkes Magnetfeld besitzen – mehr als eine Trillion Mal stärker als das unserer Sonne. Die ungewöhnlichen Lichtblitze des Magnetars erklären die Wissenschaftler damit, dass sich der Magnetar möglicherweise in der Entwicklung zu einem normalen Neutronenstern befindet. Nach der gängigen Theorie nimmt das Magnetfeld dabei ab. Bisher fehlten jedoch Belege für diese Annahme. Das neu entdeckte Objekt könnte nun den ersten vielversprechenden Kandidaten für diese Belege darstellen.
Überraschende Blitze geben Rätsel auf
Die Milchstraße rotiert einfacher als gedacht
Neue, präzise Messungen haben jetzt enthüllt, dass die Rotation der Milchstraße deutlich einfacher ist als bisher angenommen. Die vielfach diskutierte scheinbare Fallbewegung von bestimmten veränderlichen Sternen, den Cepheiden, hängt demnach nicht mit einer komplizierten Rotationsform unserer Galaxie zusammen.
Eine Gruppe von Astrophysikern um Nicolas Nardetto hatte acht Cepheiden in der Nähe der Michstraße mit Hilfe des HARPS-Spektrographen am 3,6 Meter-Teleskop der Europäischen Südsternwarte (ESO) in La Silla, Chile, genauer untersucht. Ihre Beobachtungen zeigten, dass die scheinbare Bewegung der Cepheiden auf uns zu durch die chemische Zusammensetzung der Atmosphäre dieser veränderlichen Sterne ausgelöst wird. Die Milchstraße führt also keine komplexen Bewegungen aus, sondern rotiert einfach und symmetrisch um ihr Zentrum.
Pinning down the Milky Way’s spin
