Blick ins Zentrum der Milchstraße

Im Zentrum der Milchstraße liegt, wie in vielen anderen Galaxien auch, ein Schwarzes Loch. Bisher konnte es noch nicht direkt beobachtet, sondern nur durch seine Auswirkungen auf die Umgebung identifiziert werden. Jetzt haben Astronomen die Auflösung von astronomischen Beobachtungen so stark erhöhen können, dass ihr Blick fast bis zum Ereignishorizont des Schwarzen Lochs reichte. Die Wissenschaftler nutzten dazu die Technik der sog. Very Long Baseline Interferometry (VLBI). Dies ist eine Methode, bei der Radioteleskope an weit auseinander liegenden Standorten so zusammengeschaltet werden, dass sie wie ein einzelnes Großteleskop arbeiten. Durch diesen „Trick“ wird die Auflösung extrem gesteigert. Die Astronomen nahmen mit dieser Teleskop-Kombination die Strahlung ins Visier, die vom Himmelsobjekt Sagittarius A* ausgeht. Im Wellenlängenbereich von 1,3 Millimetern entdeckten sie dabei eine Struktur von nur 37 Mikro-Bogensekunden – dies entspricht einer Größe von gerade einmal 48 Millionen Kilometern oder einem Drittel der Entfernung Erde-Sonne. Bisher konnten die Wissenschaftler allerdings nur grob erfassen, welche Form diese Struktur hat. Weitere Beobachtungen sollen nun zeigen, ob es sich um eine glühende Korona um das Schwarze Loch, einen „Hot Spot“ in der Umlaufbahn um das Schwarze Loch oder eine Materiefontäne handelt.
Mit der Lupe zum inneren Kern

Closest Look Ever at the Edge of a Black Hole