Kategorie: Kosmologie

Astronomen enträtseln "Hannys Voorwerp"

Erst kürzlich hatte die niederländische Lehrerin Hanny van Arkel ein unregelmäßig geformtes Gebilde in der Tiefe des Alls entdeckt, als sie an einem Internet-Projekt zur Klassifizierung von Galaxien teilnahm (siehe Hannys rätselhaftes Objekt). Tom Oosterloo und seine Kollegen vom Niederländischen Radioastronomischen Institut ASTRON nahmen „Hannys Voorwerp“ nun mit dem Westerbork-Synthese-Radioteleskop genauer unter die Lupe. „Hannys Voorwerp“ scheint demnach nur ein kleiner Teil einer Gaswolke zu sein, zum Leuchten angeregt durch einen Strom hochenergetischer Teilchen aus dem Zentrum der nahe gelegenen Galaxie IC 2497.
The WSRT reveals the nature of Hanny’s Voorwerp

Hubble: Sternriesen im Carina-Nebel


Das Weltraumteleskop Hubble nahm zwei der massereichsten und hellsten Sterne unserer Milchstraße ins Visier. Es handelt sich um die Sterne mit den Bezeichnungen WR 25 und Tr16-244, die beide dem offenen Sternhaufen „Trumpler 16“ angehören, der wiederum in den Carina-Nebel eingebettet ist. Dieses gigantische System aus interstellarem Gas mit eingelagerten dunklen Staub- und Molekülwolken befindet sich etwa 7.500 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Schiffskiel.
Hubble captures outstanding views of mammoth stars

Zucker im Weltall

Schon bevor sich in einem Planetensystem Leben entwickeln kann, sind dort typische biochemische Verbindungen vorhanden. Dies lassen Beobachtungen eines Teams europäischer Astronominnen um Maria Beltrán von der Universitat de Barcelona und Serena Viti vom University College London vermuten. In der jungen Sternentstehungsregion G31.41+0.31 konnten die Forscherinnen den einfachsten Vertreter der Kohlenhydrate nachweisen: Glykolaldehyd. Diese Verbindung kann mit einer anderen einfachen Kohlenwasserstoffverbindung zu Ribose und damit zu einem Grundbaustein der Erbsubstanz reagieren.
First detection of glycolaldehyde outside the Galactic Center

„Süße“ Sterne in der Milchstraße

Rätsel um Galaxie NGC 1569 offenbar gelöst


Astronomen waren lange Zeit darüber verwundert, warum in einer kleinen, in unserer Nähe befindlichen isolierten Galaxie neue Sterne schneller entstehen können als in jeder anderen Galaxie in unserer lokalen Nachbarschaft. Jetzt hat das Weltraumteleskop Hubble das Rätsel offenbar gelöst: die „Einzelgänger“-Galaxie namens NGC 1569 ist weiter von uns entfernt, als man bisher annahm, und gehört damit zu einer Gruppe von etwa 10 Galaxien, deren Zentrum die Spiralgalaxie IC 342 ist. Gravitative Wechselwirkungen zwischen den Galaxien dieser Gruppe verdichten das Gas in der Galaxie NGC 1569 und entzünden in ihr einen wahren Rausch an Sterngeburten.
Hubble Resolves Puzzle about Loner Starburst Galaxy

Stoßwellen erzeugen Bausteine für Planeten

Alle jungen Sterne sind kurz nach ihrer Bildung von einer dichten Hülle aus Gas und Staub umgeben. Ein Teil des Staubs besteht aus der chemischen Verbindung Siliziumdioxid, die uns auf der Erde am häufigsten in der Form des Minerals Quarz begegnet. Spektroskopische Untersuchungen mit dem Weltraumteleskop Spitzer zeigten jetzt, dass in einigen Staubscheiben um junge Sterne das Siliziumdioxid in Form der Minerale Quarz, Cristobalit und Tridymit vorkommt. Bei den letzteren beiden handelt es sich um Hochtemperatur-Modifikationen von Quarz, die auf der Erde nur selten zu finden sind. Ihre Anwesenheit belegt eine kurzzeitige Einwirkung hoher Temperaturen auf amorphe, d.h. unkristallisierte Partikel aus Siliziumdioxid. Cristobalit und Tridymit unterscheiden sich von Quarz durch eine andere Symmetrie ihrer Kristallgitter. Es wird vermutet, dass starke Stoßwellen durch die Staubscheiben laufen und dabei für sehr kurze Zeit extrem hohe Temperaturen erzeugen. Dadurch werden die bislang amorphen Staubpartikel zur Kristallisation angeregt und bilden somit das Grundmaterial für die Entstehung von Planeten.
Dusty Shock Waves Generate Planet Ingredients

Sternentstehungsgebiet RCW 120

Die Sternentstehungsregion RCW 120.
(ESO/APEX/DSS2/SuperCosmos/
Deharveng(LAM)/Zavagno(LAM))

Mit dem Atacama Pathfinder Experiment (APEX), das der Vorbereitung des Großprojekts ALMA dient, wurde die ca. 4.200 Lichtjahre entfernte Sternentstehungsregion RCW 120 aufgenommen. Im Zentrum dieser Region befindet sich ein sehr heißer Stern, der das ihn umgebende Wasserstoff-Gas ionisiert und mittels seiner UV-Strahlung zu einer Blase formt. Die Schockwelle der expandierenden Blase verdichtet den umliegenden interstellaren Staub dermaßen, dass dieser unter seiner eigenen Schwerkraft kollabiert und zu Wolken „verklumpt“. Die in der Aufnahme abgebildete Blase hat einen Durchmesser von etwa 10 Lichtjahren.

APEX reveals glowing stellar nurseries

Radioteleskope für Wellenlängen vom Zentimeter- bis zum Submillimeterbereich