Rund 120.000 Jahre haben deutsche Wissenschaftler in der Klimageschichte der Sahara zurückgeschaut – weiter als alle anderen Forscher vor ihnen. Herausgefunden haben sie dabei Erstaunliches: in der Vergangenheit hat sich die größte Trockenwüste der Welt mehr als einmal in ein ausgedehntes Grasland verwandelt. Die Wissenschaftler vom Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen (MARUM) berichten über ihre Ergebnisse in der aktuellen Ausgabe von „Nature Geoscience“. Die Feuchtperioden, in denen sich die Wüste zurückzog, fielen nach Angaben der Forscher mit Zeiten zusammen, in denen aufgrund der Kreiselbewegung der Erdachse die Sonneneinstrahlung in der Nähe des Äquators besonders stark war (die Kreiselbewegung der Erdachse vollzieht sich in regelmäßigen Intervallen von etwa 23.000 Jahren). Es verdampfte mehr Wasser aus den Meeren, wodurch der afrikanische Monsunregen stärker wurde. Während der letzten Eiszeit, die vor 75.000 Jahren einsetzte und rund 60.000 Jahre andauerte, fielen die Feuchtperioden allerdings aus, weil das Klima weltweit deutlich kälter und trockener war. Der westafrikanische Monsun zog damals nicht weit genug nach Norden, um die Sahara zu erreichen. Allerdings war das Klima der Eiszeit sehr abwechslungsreich. Es gab kräftige und abrupte Änderungen der großen Eisschilde. Diese Änderungen sind auch heute noch im Wasserkreislauf der Sahelzone nachzuweisen.
Coherent high- and low-latitude control of the northwest African hydrological balance
Forscher zeichnen Klimageschichte der Sahara nach
1. Oktober 2008
