Solscape

"First Light" für Herschel

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Galaxie M74 im Sternbild Fische,
aufgenommen von Herschel
bei 250 Mikrometern.

Knapp zwei Monate nach seinem Start hat das europäische Weltraumteleskop Herschel nun mit allen Instrumenten die ersten Testbeobachtungen durchgeführt – und die Ergebnisse sind spektakulär: die Infrarotbilder zeigen u.a. die Galaxien M66 und M74, den Katzenaugennebel NGC 6543 sowie ionisierten Kohlenstoff in der Molekülwolke DR21 im Sternbild Schwan.

Herschel images promise bright future

Herschel beobachtet Geburt und Tod von Sternen

Aralsee weiter geschrumpft

Der Aralsee trocknet weiter rapide aus: das östliche Becken des einst riesigen Sees in Kasachstan und Usbekistan hat allein in den vergangenen drei Jahren insgesamt vier Fünftel seiner Fläche verloren. Das geht aus einem Vergleich von Aufnahmen hervor, die vom ESA-Satelliten Envisat am 1. Juli 2006 und am 6. Juli 2009 gemacht wurden.
Der Aralsee war in den vergangenen 50 Jahren stetig geschrumpft, nachdem Usbekistan in Zeiten der Sowjetunion zum zweitgrößten Baumwoll-Exporteur der Welt aufgebaut worden war. Dazu wurde das Wasser des Flusses Amu-Darja in gigantische Bewässerungskanäle umgeleitet – der Zufluss für den Aralsee versiegte. Mit dem Verlanden des Sees ging eine dramatische Klimaveränderung einher: in der Region regnet es kaum noch.
Vor rund 20 Jahren teilte sich der See in den kleinen Aralsee in Kasachstan und den großen Aralsee auf kasachischem und usbekischem Gebiet. Dieser östliche See teilte sich im Jahr 2000 wiederum in ein östliches und ein westliches Becken.
Bis 2020 könnte der große Aralsee komplett verschwunden sein.

Earth from Space: Declining Aral Sea

Die glitzernden Wasserfarben des Omeganebels

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Der Omeganebel. (ESO)

Rund 5.500 Lichtjahre von uns entfernt im Nordteil des Sternbilds Schütze befindet sich der Omeganebel. Es handelt sich dabei um eine Ansammlung von interstellarem Gas und Staub, die sich über etwa 15 Lichtjahre erstreckt und durch die Strahlung der im Inneren gelegenen jungen Sterne zum Leuchten angeregt wird.
Eine neue Aufnahme, die mit dem 3,58 Meter durchmessenden New Technology Telescope (NTT) der Europäischen Südsternwarte in La Silla/Chile gemacht wurde, zeigt den Omeganebel in einem Detailreichtum, den man sonst nur von den Bildern des Weltraumteleskops Hubble kennt.

ESO – The Omega Nebula

LRO sendet erste Fotos

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Eines der ersten Bilder, die LRO zur Erde gesendet hat.
(NASA/GSFC/Arizona State University)

Der Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO), die neue Mondsonde der NASA, hat gestern die ersten Bilder zur Erde gefunkt. Die detaillierten Aufnahmen zeigen ein Gebiet von etwa 1.400 Metern Durchmesser im Mare Nubium.

First LROC Images!

M87 als Teilchenbeschleuniger

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Vom Weltraumteleskop Hubble aufgenommenes Bild
des Zentralbereichs und eines Jets der Galaxie M87.
(NASA and The Hubble Heritage Team (STScI/AURA))

Durch gleichzeitige Beobachtungen im Gamma- und Radiobereich konnten Astronomen nachweisen, dass die Partikel der gewaltigen Jets, die aus der Galaxie Messier 87 ausströmen, in unmittelbarer Nähe des supermassereichen Schwarzen Lochs im Zentrum der Galaxie beschleunigt werden.
Erste Anzeichen hochenergetischer Gammastrahlung aus M87 entdeckten Forscher bereits im Jahr 1998 mit den HEGRA-Teleskopen, dem Vorgänger der H.E.S.S.-Teleskope in Namibia und des MAGIC-Teleskops auf der Kanareninsel La Palma.
Die neuen Ergebnisse entstammen einer Zusammenarbeit von MAGIC, H.E.S.S. und VERITAS mit dem VLBA (Very Long Baseline Array). Die Kombination von Beobachtungen in den niedrigsten (Radiowellen) und höchsten Bereichen (Gammastrahlen) des elektromagnetischen Spektrums ermöglichte es erstmals, den Gammastrahlungsausbruch exakt zu lokalisieren – und damit den Ort der Teilchenbeschleunigung in M87 auszumachen.
M87 ist eine gigantische elliptische Galaxie im Virgohaufen in rund 55 Millionen Lichtjahren Entfernung von der Erde.

Eine Galaxie als Teilchenbeschleuniger

VLBA Locates Origin of Superenergetic Bursts Near Giant Black Hole

Einzigartiger Blick in die inneren Regionen der Milchstraße

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Farbkomposit des Milchstraßenzentrums und Sagittarius B2.
(Bild: ESO)

Ein internationales Team von Astronomen unter der Leitung von Forschern des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie (MPIfR) in Bonn hat einen Himmelsatlas erstellt, der einen einzigartigen Blick in die inneren Regionen unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße, ermöglicht. Dieser Bereich ist übersät mit tausenden vorher nicht entdeckten dichten Knoten von kaltem kosmischem Staub, in denen wahrscheinlich neue Sterne entstehen. Der Atlas beruht auf Beobachtungen mit dem Atacama Pathfinder Experiment (APEX), einem Submillimeterteleskop der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile.

Vermessung des kalten Universums – Neuartige Himmelskarte mit dem APEX-Teleskop

Astronomer’s new guide to the galaxy: largest map of cold dust revealed

Dinosaurier im Dreierpack

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Die neu entdeckten Dinosaurier
Australovenator wintonensis, Wintonotitan wattsi
und Diamantinasaurus matildae.
(T. Tischler, Australian Age of Dinosaurs Museum of Natural History)

Paläontologen haben in einer 98 Millionen Jahre alten Wassersenke im australischen Bundesstaat Queensland die Fossilien von drei neuen Dinosaurier-Arten entdeckt. Es handelt sich um zwei riesige Pflanzenfresser aus der Gruppe der teilweise über 30 Tonnen schweren Sauropoden, und einen zwei Meter großen Fleischfresser mit drei riesigen Krallen an jeder Pfote, der noch gefährlicher als der berüchtigte Velociraptor gewesen sein könnte.

New Mid-Cretaceous (Latest Albian) Dinosaurs from Winton, Queensland, Australia

Neues digitales Höhenmodell der Erde veröffentlicht

Das umfassendste digitale Höhenmodell der Erde haben amerikanische und japanische Wissenschaftler jetzt veröffentlicht. Basierend auf fast 1,3 Millionen Stereoaufnahmen des japanischen Instruments ASTER (Advanced Spaceborne Thermal Emission and Reflection Radiometer) an Bord des Satelliten Terra, zeigt die frei zugängliche Karte rund 99 Prozent der Erdoberfläche. Die horizontale Auflösung beträgt etwa 30 Meter pro Bildpunkt.

ASTER Global Digital Elevation Model (ASTER GDEM)