Solscape

Orionnebel: Hubble fotografiert Planetensysteme im Embryo-Stadium

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Protoplanetare Scheiben und Globulen im Orionnebel.
(NASA/ESA and L. Ricci (ESO))

Mit der Advanced Camera for Surveys (ACS) hatte das Weltraumteleskop Hubble kürzlich einen tiefen Blick in den Orionnebel gewagt und konnte dabei die stattliche Anzahl von 42 protoplanetaren Scheiben und Globulen auffinden und fotografieren. Einige dieser Planetensysteme im Embryo-Stadium erscheinen als Pfeile, Bumerangs oder Quallen – und werfen somit ein Licht auf den Mechanismus hinter der Planetenentstehung.

Born in beauty: proplyds in the Orion Nebula

Hubble findet kleinstes Objekt des Kuipergürtels

In den Außenbezirken des Sonnensystems wird laufend eisiger Staub produziert, indem sich dort kleine Objekte gegenseitig pulverisieren. Für diese Ansicht spricht die Analyse von Daten, die das Weltraumteleskop Hubble gewissermaßen nebenbei gesammelt hat. Jenseits des Neptun scheinen demnach sehr viel weniger kleine Eisbrocken ihre Bahn zu ziehen als bislang vermutet wurde. In einer früheren Studie war ihre Zahl noch auf etwa eine Billiarde geschätzt worden.
Eine Forschergruppe um Hilke Schlichting vom California Institute of Technology hatte Daten der drei Sternsensoren des Weltraumteleskops Hubble analysiert. Indem diese Sensoren ferne Sterne als Fixpunkte im Blick behalten, kann das Weltraumteleskop präzise ausgerichtet werden. Wenn ein Objekt am Rande des Sonnensystems durch die Sichtlinie zu einem dieser fernen Sterne zieht und das Licht dieses Sterns bricht, registrieren die Sensoren ein charakteristisches Schwanken der Sternhelligkeit. In einem Beobachtungszeitraum von 4,5 Jahren und bei insgesamt 50.000 Leitsternen konnten Hubble’s Sensoren nur ein Mal ein solches Schwanken der Sternhelligkeit ausmachen. Das für dieses Flackern verantwortliche Objekt ist gut einen Kilometer groß und umkreist die Sonne im Abstand von 6,8 Milliarden Kilometern auf einer Bahn, die um mindestens 14 Grad gegen die Ebene der Erdbahn geneigt ist.

Hubble Finds Smallest Kuiper Belt Object Ever Seen

A single sub-km Kuiper Belt object from a stellar Occultation in archival data

wissenschaft.de – Plutos kleinster Bruder

In jedem steckt ein Marsforscher

Vielleicht hat die NASA längst ein Marsmännchen fotografiert und weiß es nur noch nicht.
Ständig schweben Raumsonden in der Umlaufbahn des Roten Planeten. Hunderttausende Fotos haben sie schon von der Oberfläche geschossen, und täglich liefern sie neue. Doch die Forscher der US-Raumfahrtbehörde kommen mit der Auswertung der Bilder nicht mehr nach.
Deshalb hat die NASA jetzt eine Webseite ins Leben gerufen, auf der jeder bei der Erforschung des Mars mitmachen kann. Auf der Seite können die Besucher die schroffen Schluchten und staubigen Ebenen des Planeten entdecken. Per Mausklick zählen sie die vielen Krater, die auf den Fotos der Orbiter erkennbar sind, oder vergleichen die unterschiedlichen Landschaften miteinander. Eine Videoeinführung zeigt, worauf man achten muss. Die Ergebnisse der Arbeit der Seitenbesucher werden gespeichert. Sie sollen den NASA-Experten helfen, die Planetenoberfläche besser zu verstehen: Wo floss einmal Lava? Wo gab es Überschwemmungen? Wo könnten Lebensformen existiert haben?
Die Idee hinter der Webseite ist nicht neu. Vor zwei Jahren starteten die Universitäten von Oxford und Portsmouth sowie die Johns Hopkins University in Baltimore das Projekt Galaxy Zoo, bei dem die Teilnehmer Fotos von mehr als einer Million Galaxien sortieren sollen. Eine niederländische Physiklehrerin entdeckte dabei ein neues kosmisches Objekt. Und auch die NASA selbst hat Erfahrung damit, die Bürger an Forschungsprojekten zu beteiligen: im Jahr 2006 rief sie dazu auf, mikroskopische Aufnahmen von Sternenstaub zu untersuchen, der von der Sonde Stardust eingesammelt und per Landekapsel zur Erde gebracht worden war.
Jetzt soll die Öffentlichkeit also den erdähnlichsten Planeten des Sonnensystems erforschen. Und damit möglichst viele junge Weltraumfans mitmachen, ist die neue Webseite aufgemacht wie ein Computerspiel – mit Spielfiguren und Bonuspunkten. Und man kann natürlich per Mail Kontakt zur NASA aufnehmen. Zum Beispiel, wenn man auf den Fotos ein winkendes grünes Männchen entdeckt hat.

Die Webseite „Be A Martian“ ist nicht mehr vorhanden.

Infrarotteleskop WISE erfolgreich gestartet

Das neue Infrarotteleskop der NASA, der Wide-field Infrared Survey Explorer (WISE), ist am gestrigen Montag, den 14. Dezember 2009 um 15:09 Uhr MEZ erfolgreich von der Vandenberg Air Force Base in Kalifornien gestartet.
WISE wird die Erde in einem sonnensynchronen 525 km-Orbit über die Pole hinweg umkreisen und innerhalb von sechs Monaten den gesamten Himmel „absuchen“. Die Astronomen hoffen, mit der Infrarotkamera der Sonde massenhaft kosmische Objekte aufzuspüren, die im sichtbaren Licht kaum zu finden sind. Dazu zählen etwa dunkle Asteroiden, Braune Zwerge, und Galaxien, die sich hinter dichten Gas- und Staubwolken verbergen.
Die Augen von WISE sind im Vergleich zu vergangenen Infrarot-Untersuchungen des Himmels eine riesige Verbesserung: die Empfindlichkeit der vier Infrarot-Kanäle ist mindestens 1.000 Mal größer als bei früheren Projekten wie z.B. IRAS oder AKARI.

NASA’s WISE Eye on the Universe Begins All-Sky Survey Mission

WISE: Wide-Field Infrared Survey Explorer

Phobos und Deimos gemeinsam auf einem Bild

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Die beiden Marsmonde Phobos (rechts) und Deimos
erstmals gemeinsam und in hoher Auflösung im Bild.
(ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum)/astroarts.org)
Zum Vergrößern das Bild anklicken.

Am 5. November 2009 gelangen der europäischen Raumsonde Mars Express zum ersten Mal Aufnahmen, auf denen die beiden Marsmonde Phobos und Deimos gemeinsam und in hoher Auflösung zu sehen sind.
Zum Zeitpunkt der Aufnahmen war Phobos, der größere der beiden Marsmonde, etwa 11.800 Kilometer von Mars Express entfernt; Deimos befand sich zur gleichen Zeit in 26.200 Kilometern Entfernung von der Raumsonde.
Die Bildauflösung für Phobos beträgt etwa 110 Meter pro Bildpunkt; bei dem mehr als doppelt so weit entfernten Deimos etwa 240 Meter pro Bildpunkt.

Pioneering images of both martian moons

Überraschung im "Großen Wagen"

Das wohl bekannteste Sternbild am Nordhimmel ist der Große Bär, dessen prominentester Teil im Volksmund als der „Große Wagen“ bezeichnet wird, weil er wie ein Kastenwagen mit einer geknickten Deichsel aussieht. Genau am Knick der Deichsel befindet sich der helle Stern Mizar. Etwas oberhalb von ihm ist ein schwächerer Stern zu erkennen: Alkor.
Eine Forschergruppe um Ben R. Oppenheimer vom American Museum of Natural History untersuchte Alkor mit dem Fünf-Meter-Hale-Teleskop auf dem Mount Palomar in Kalifornien, um im Rahmen des „Projekts 1640“ einen stellaren Koronografen und eine adaptive Optik zu testen.
Das „Projekt 1640“ wurde geschaffen, um Exoplaneten direkt abbilden zu können. Dabei blendet der Koronograf das Licht des Muttersterns des Exoplaneten aus und die adaptive Optik sorgt dafür, dass das Bild nicht durch die Luftunruhe der Erdatmosphäre verwischt wird.
Um die Geräte auf ihre Funktion hin zu testen, wurde das Teleskop zunächst auf leicht zu beobachtende Sterne wie z.B. Alkor gerichtet. Im März 2009 entdeckte das Forscherteam dabei einen schwachen Lichtpunkt neben Alkor. Weitere Beobachtungen in den Folgemonaten zeigten, dass sich Alkor und der lichtschwache Stern in gleicher Richtung am Himmel bewegen und offenbar ein physisches Paar bilden.
Alkor B, wie der Begleiter nun genannt wird, umkreist den Hauptstern Alkor A in rund 90 Jahren einmal. Alkor B weist etwa ein Viertel der Masse unserer Sonne auf und gehört damit zu den Roten Zwergen der Spektralklasse M. Seine Oberflächentemperatur liegt demnach zwischen 2.000 und 2.500 Grad Celsius. Alkor A ist ein Stern des Spektraltyps A5 mit etwa der doppelten Sonnenmasse. Beide Sterne sind von uns rund 80 Lichtjahre entfernt.

A faint star orbiting the Big Dipper’s Alcor discovered

Project 1640 – The Search for Extra-Solar Planets

Hubbles bislang tiefster Blick ins All

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Das neue Hubble Ultra Deep Field.
(NASA, ESA, G. Illingworth (UCO/Lick Observatory
und University of California, Santa Cruz),
R. Bouwens (UCO/Lick Observatory und Leiden University),
und das HUDF09 Team)

Seinen bislang tiefsten Blick in den Kosmos hat das Weltraumteleskop Hubble geworfen. Die neue Infrarot-Aufnahme, erstellt mit der im Mai dieses Jahres neu installierten Wide Field Camera 3, zeigt Galaxien aus der frühesten Kindheit des Universums – lediglich 600 Millionen Jahre nach dem Urknall !
Der Forscher Garth Illingworth von der University of California und seine Kollegen ließen Hubble insgesamt 48 Stunden lang auf einen Fleck am Himmel starren, den das Teleskop bereits vor einigen Jahren sehr ausführlich gemustert hatte. Dank der langen Belichtungszeit sind auf der neuen Aufnahme selbst Objekte zu erkennen, deren Lichtintensität nur ein Milliardstel jenes Wertes erreicht, bei dem sie im sichtbaren Wellenlängenbereich gerade noch mit bloßem Auge erkennbar wären.

Hubble’s deepest view of Universe unveils never-before-seen galaxies

Image: Hubble’s Deepest View of Universe Unveils Never-Before-Seen Galaxies

Reinvigorated Hubble Space Telescope Reveals Most Distant Galaxies Yet

Erstes Bild eines "kühlen" Exoplaneten um einen sonnenähnlichen Stern

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GJ 758 B wurde während zweier
unabhängiger Beobachtungsläufe
im Mai und August 2009 nachgewiesen.
(MPIA/NAOJ)
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Christian Thalmann vom Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg und seine Kollegen entdeckten mit Hilfe des 8,2-Meter Subaru-Teleskops auf dem Mauna Kea in Hawaii einen neuen Exoplaneten.
Der extrasolare Planet umläuft den sonnenähnlichen Stern GJ 758 im Sternbild Leier in einer ähnlichen Entfernung wie die Begleiter unserer Sonne. Mit einer Oberflächentemperatur von 280 bis 330 Grad Celsius – dies entspricht der Temperatur auf der sonnenzugewandten Seite des Planeten Merkur – ist der jupiterähnliche Exoplanet mit der Bezeichnung GJ 758 B der kühlste jemals direkt abgebildete Begleiter eines sonnenähnlichen Sterns.
Aufnahmen vom August 2009 deuten sogar darauf hin, dass es möglicherweise ein weiteres, dem Zentralstern etwas näher gelegenes Objekt gibt.

Erste direkte Abbildung eines möglichen kühlen Planeten um einen sonnenähnlichen Stern

Das erste Porträt eines kühlen Planeten

Discovery of an Exoplanet Candidate Orbiting a Sun-Like Star:Inaugural Observations with Subaru’s New Instrument HiCIAO

Discovery of the Coldest Imaged Companion of a Sun-Like Star

Hawaii-Hotspot reicht bis in den unteren Erdmantel

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Infografik: Entstehung der Hawaii-Inselkette
(Klett-Verlag)
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Die Hawaii-Inseln markieren das südwestliche Ende einer mehr als 5.000 Kilometer langen Vulkankette im Pazifik. Ihre Entstehung verdankt diese geologische Perlschnur einem „Hotspot„, der sich wie ein Schneidbrenner durch die über ihn hinweg gleitende pazifische Platte brennt.
Geowissenschaftler um Cecily Wolfe von der University of Hawaii konnten nun im Rahmen einer groß angelegten Messkampagne nachweisen, dass der Hotspot bis in den unteren Erdmantel reicht. Das jüngere Ende der Hawaii-Inselkette befindet sich demnach über einem „Pilz“ heißen Gesteins, das aus einer Tiefe von mindestens 1.500 Kilometern emporsteigt.
Im Laufe von zwei Jahren installierten die Forscherin und ihre Kollegen mehrere Dutzend Seismometer am Meeresboden um Hawaii. Die Geräte registrierten Scherwellen, die bei Erdbeben in anderen Teilen der Welt ausgesandt worden waren. Aus den leicht unterschiedlichen Ankunftszeiten bei jedem Gerät konnten Wolfe und Kolleginnen auf die Geschwindigkeit schließen, mit der die Wellen durch den Erdmantel unter Hawaii gelaufen waren. Die so erstellte Tomographie zeigt unter den jüngsten Inseln eine Zone, in der die Wellen einige Prozent langsamer sind als in der Umgebung. Dies entspricht einer um bis zu 300 Grad Celsius erhöhten Gesteinstemperatur. Mit zunehmender Tiefe dehnt sich der heiße Bereich aus, bis er in etwa 300 Kilometern Tiefe eine maximale Weite von einigen Hundert Kilometern erreicht, und verjüngt sich dann wieder. Zudem ist er leicht nach Nordwesten geneigt, entsprechend der Bewegungsrichtung der pazifischen Platte.

Hawaiian Hot Spot Has Deep Roots

Mantle Shear-Wave Velocity Structure Beneath the Hawaiian Hot Spot

Scientists map deep origins of the ‚Hawaiian Hotspot‘ (PDF)

Probing the Hawaiian Hot Spot With New Broadband Ocean Bottom Instruments

The Hawaiian PLUME Project