Das wohl bekannteste Sternbild am Nordhimmel ist der Große Bär, dessen prominentester Teil im Volksmund als der „Große Wagen“ bezeichnet wird, weil er wie ein Kastenwagen mit einer geknickten Deichsel aussieht. Genau am Knick der Deichsel befindet sich der helle Stern Mizar. Etwas oberhalb von ihm ist ein schwächerer Stern zu erkennen: Alkor.
Eine Forschergruppe um Ben R. Oppenheimer vom American Museum of Natural History untersuchte Alkor mit dem Fünf-Meter-Hale-Teleskop auf dem Mount Palomar in Kalifornien, um im Rahmen des „Projekts 1640“ einen stellaren Koronografen und eine adaptive Optik zu testen.
Das „Projekt 1640“ wurde geschaffen, um Exoplaneten direkt abbilden zu können. Dabei blendet der Koronograf das Licht des Muttersterns des Exoplaneten aus und die adaptive Optik sorgt dafür, dass das Bild nicht durch die Luftunruhe der Erdatmosphäre verwischt wird.
Um die Geräte auf ihre Funktion hin zu testen, wurde das Teleskop zunächst auf leicht zu beobachtende Sterne wie z.B. Alkor gerichtet. Im März 2009 entdeckte das Forscherteam dabei einen schwachen Lichtpunkt neben Alkor. Weitere Beobachtungen in den Folgemonaten zeigten, dass sich Alkor und der lichtschwache Stern in gleicher Richtung am Himmel bewegen und offenbar ein physisches Paar bilden.
Alkor B, wie der Begleiter nun genannt wird, umkreist den Hauptstern Alkor A in rund 90 Jahren einmal. Alkor B weist etwa ein Viertel der Masse unserer Sonne auf und gehört damit zu den Roten Zwergen der Spektralklasse M. Seine Oberflächentemperatur liegt demnach zwischen 2.000 und 2.500 Grad Celsius. Alkor A ist ein Stern des Spektraltyps A5 mit etwa der doppelten Sonnenmasse. Beide Sterne sind von uns rund 80 Lichtjahre entfernt.
Überraschung im "Großen Wagen"
10. Dezember 2009
