Kategorie: Kosmologie

Die lichtschwächsten Objekte im Kosmos

Im Jahr 1999 fand der „Two Micron All-Sky Survey“, kurz 2MASS, einen Braunen Zwerg in Richtung der Sternkonstellation Antlia, der den offiziellen Namen 2MASS J09393548-2448279 erhielt. Jahre später richteten andere Astronomen die Infrarotsensoren des Weltraumteleskops Spitzer auf das Objekt, und bestimmten erstmals seine Temperatur. 565 bis 635 Kelvin ergaben die Messungen – hunderte von Grad heißer als der Jupiter, aber wie es für einen Braunen Zwerg typisch ist, viel zu kalt, um zu einem echten Stern zu werden. Um die Helligkeit des Objekts zu berechnen, ermittelten die Astronomen zunächst die genaue Entfernung des Braunen Zwergs von der Erde mit Hilfe des Astralis: Australia’s National Capability for Optical Astronomy Instrumentation. Nach drei Jahren Beobachtungszeit stand fest: 2MASS J09393548-2448279 liegt nur 17 Lichtjahre von der Erde entfernt. Aus der nun bekannten Entfernung und den Beobachtungsdaten ergab sich auch die Helligkeit. Aber etwas passte nicht zusammen: der Braune Zwerg war doppelt so hell, wie es die Temperaturdaten von Spitzer erwarten ließen. Demnach müsste das Objekt die doppelte Oberfläche besitzen. Und genau das ist auch der Fall: es handelt sich nämlich nicht um einen, sondern um zwei nahe beieinander stehende Braune Zwerge, die jeweils das 30- bis 40-fache der Jupitermasse besitzen und sich gegenseitig umkreisen. Jeder von ihnen strahlt nur mit einem Millionstel der Sonnenstrahlung. Damit ist das Paar das lichtschwächste bekannte Objekt im Universum.

Astronomers Find the Two Dimmest Stellar Bulbs

2MASS J09393548−2448279: The Coldest and Least Luminous Brown Dwarf Binary Known? (PDF)

Siehe dazu auch:
Braune Zwerge

Die Temperatur der Sterne

Wie hell sind die Sterne?

Ein glitzernder Sternhaufen

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Nicht nur für uns, sondern auch für die Astronomen der Europäischen Südsternwarte (ESO) ist die festliche Zeit gekommen: in Form einer neuen, beeindruckenden Aufnahme! Sie zeigt das wirbelnde Gas um eine Region mit der Bezeichnung NGC 2264, die den Konusnebel und den glitzernden Weihnachtsbaum-Sternhaufen (ja, der heißt wirklich so!) einschließt. NGC 2264 befindet sich in etwa 2.500 Lichtjahren Entfernung im Sternbild Einhorn (Monoceros).
A Sparkling Spray of Stars

Wasser im frühen Universum

Mit Hilfe des 100-Meter-Radioteleskops in Effelsberg ist es Astronomen um Violette Impellizzeri vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn gelungen, im entfernten Quasar MG J0414+0534 Wasser nachzuweisen. Die Forscher vermuten, dass sich das Wasser in dem Quasar in Gas- und Staubwolken befindet, die auf das supermassereiche Schwarze Loch im Zentrum der fernen Galaxie zuströmen. Der Quasar ist etwa 11 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt – man schaut also zurück in eine Zeit, in der das Universum nur ein Fünftel seines heutigen Alters hatte.
Wasser im frühen Universum – Nachweis von H2O in Rekordentfernung mit dem Radioteleskop Effelsberg

Infrarotblick in den Schwanennebel

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Eine neue Aufnahme des Infrarot-Weltraumteleskops Spitzer zeigt den Schwanennebel M17, eine turbulente Sternentstehungsregion im Sternbild Sagittarius in rund 6.000 Lichtjahren Entfernung von der Erde. Auf dem eindrucksvollen Bild ist zu erkennen, wie der Wind von jungen Sternen das umliegende Material des Nebels beeinflusst und sich bugwellenartige Stoßfronten ausbilden.

Celestial Sea of Stars

Weißer Zwerg heißer als gedacht

Der Weiße Zwerg KPD 0005+5106 ist mit einer Oberflächentemperatur von rund 200.000 Grad Celsius einer der heißesten bekannten Sterne. Dies hat ein internationales Forscherteam mit Hilfe des Weltraumteleskops FUSE (Far Ultraviolet Spectroscopic Explorer) herausgefunden. Zudem gehört er einer besonderen Klasse seltener Weißer Zwerge an, deren Atmosphären von Helium dominiert werden.

Der heißeste Weiße Zwerg seiner Art

Far Ultraviolet Spectroscopic Explorer

Neues vom Zentrum der Milchstraße

Mit bisher unerreichter Präzision haben Astronomen um Reinhard Genzel vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching 28 Sterne um die Strahlungsquelle Sagittarius A* im Zentrum der Milchstraße verfolgt und ihre Umlaufbahnen berechnet. Auf diese Weise konnten sie die dort wirkenden Kräfte und damit wichtige Eigenschaften des zentralen Schwarzen Lochs ableiten.

Beispiellose Langzeitstudie verfolgt Sternorbits um das Schwarze Loch im Zentrum der Milchstraße

Auf der Lauer am Schwarzen Loch

ESO: Unprecedented 16-Year Long Study Tracks Stars Orbiting Milky Way Black Hole

Die Milchstraße – unsere eigene Galaxie

Astronomen enträtseln Tychos "Stella Nova"

Der Überrest von Tychos Supernova.
(NASA/CXC/Rutgers/J.Warren & J.Hughes et al.)

Im Herbst des Jahres 1572 erschien ein neuer Stern am Himmel. Das Objekt leuchtete heller als alle anderen sichtbaren Sterne und verschwand schließlich wieder im April 1574 – nicht jedoch, ohne das Weltbild der damaligen Zeit nachhaltig zu verändern: der dänische Astronom Tycho Brahe schloss durch präzise Positionsbestimmungen, dass der neue Stern deutlich weiter von der Erde entfernt sein müsse als der Mond. Dies stand in krassem Widerspruch zum damaligen Weltbild nach Aristoteles, wonach die Welt jenseits des Mondes – einschließlich der Sphäre der Fixsterne – als unveränderlich und ewig galt. Tychos „Stella Nova“ legte einen der Grundsteine für die umwälzenden Veränderungen im ausklingenden Mittelalter, die schließlich von Kopernikus, Kepler, Galilei und anderen fortgesetzt wurden. Doch die Beobachter des 16. Jahrhunderts wussten nicht, mit welcher Art von Objekt sie es hier zu tun hatten.
Durch einen Beobachtungstrick konnte nun ein internationales Forscherteam unter Leitung von Oliver Krause vom Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg den von Tycho Brahe beobachteten Lichtausbruch nochmals detailliert untersuchen: mit dem Subaru-Teleskop konnten die Forscher mehrere kurzlebige Reflexionen des damaligen Lichtblitzes an Staub- und Gaswolken in der weiteren Umgebung der Sternexplosion ausmachen. Dem Lichtspektrum nach handelte es sich um eine Supernova vom Typ Ia, d.h. um die thermonukleare Explosion eines weißen Zwergsterns.

Super Explosion in 16th Century Caught by Subaru in 21st Century

Tycho’s Star

Chandra Photo Album: Tycho’s Supernova Remnant