Solscape

Ältestes Bibelmanuskript der Welt ist online

Der 1859 im Katharinenkloster am Berg Sinai entdeckte Codex Sinaiticus gilt als älteste Bibelabschrift der Welt und als das umfangreichste Buch, das wir aus der Antike besitzen. Der im 4. Jahrhundert entstandene Text enthält große Teile des Alten und das vollständige Neue Testament. Das Codex Sinaiticus Projekt ist eine internationale Kooperation der British Library, der Russischen Nationalbibliothek, dem Katharinenkloster im Sinai und der Universitätsbibliothek Leipzig, die jeweils Teile des Codex besitzen. Seit dem 24. Juli 2008 sind die ersten 110 Blätter aus den Beständen der British Library und der Universitätsbibliothek Leipzig online abrufbar. Im Laufe der nächsten zwei Jahre sollen nach und nach weitere Teile veröffentlicht werden, bis der Codex dann im Juli 2009 erstmals als vollständiges Werk zugänglich sein wird.

Codex Sinaiticus Projekt

Rendezvous mit Enceladus

Am Abend des 11. August 2008 wird die Raumsonde Cassini am Saturnmond Enceladus vorbeifliegen und dabei die aktiven Geysire am Südpol des Mondes ins Visier nehmen. Das Forscherteam plant Aufnahmen mit Auflösungen von bis zu 8 Metern pro Bildpunkt. Die Fotosession beginnt wenige Minuten nach der dichtesten Annäherung an Enceladus auf der Nachtseite, die für 23:06 Uhr MESZ geplant ist. Danach entfernt sich die Sonde rasch vom Mond und behält den Südpol im Blick. Nun nimmt die Telekamera von Cassini in rascher Folge mehrere Bilder von ausgewählten Gebieten im Bereich der sog. Tigerstreifen auf, aus denen Wasserdampf und Eispartikel ausströmen. Die Forscher hoffen, mittels dieser Aufnahmen die exakten Ausbruchsstellen der Geysire finden zu können. Wenige Minuten später nimmt Cassini Farbbilder der gesamten Südpolregion auf, die zu einem Mosaik zusammengestellt werden sollen. Gleichzeitig ist das Infrarotspektrometer aktiv und scannt die Mondoberfläche ab, um in der Eiskruste nach Spuren von Ammoniak, Kohlendioxid und Wasserstoffperoxid zu suchen.
Detailinformationen zum Enceladus-Vorbeiflug auf der Seite des Cassini Imaging Teams

Die ersten Sterne

Bereits kurze Zeit nach dem Urknall bildeten sich die ersten Sterne. Diese frühen Sonnen sind längst verloschen und nichts erinnert mehr an ihre Größe oder Zusammensetzung. Wie aber sind sie entstanden? Naoki Yoshida von der Universität Nagoya und Lars Hernquist vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in Cambridge konnten die Bedingungen im frühen Universum in einem Computermodell nachbilden und die Entstehung der ersten Sterne simulieren. Demnach bildeten sich die ersten Protosterne, die eine Masse von vielleicht einem Prozent der Masse unserer Sonne hatten, aufgrund winziger Dichteschwankungen im Gas. Aus diesen Protosternen haben sich dann in kurzer Zeit äußerst massereiche Sterne gebildet, in denen bereits schwere Elemente erzeugt werden konnten.
The First Stars

Protostar Formation in the Early Universe

Marssonde Phoenix: direkter Nachweis von Wasser gelungen!


Es ist ein großer Erfolg für die Raumsonde Phoenix und ein Meilenstein in der Erforschung des Mars: wie die NASA auf der gestrigen Pressekonferenz bekannt gab, konnte in einer am Mittwoch entnommenen Probe des vereisten Marsbodens zweifelsfrei Wasser nachgewiesen werden.
Während der Pressekonferenz wurde auch das erste, aus mehr als 400 Einzelbildern zusammengesetzte 360-Grad-Farbpanorama vom Landeplatz veröffentlicht.
Weiter gab die NASA bekannt, dass die Phoenix-Mission um zwei weitere Monate bis Ende September 2008 verlängert werden soll.
NASA Spacecraft Confirms Martian Water, Mission Extended

Diamanten als Boten aus der Tiefe

Zusammen mit Kollegen aus Großbritannien, den USA und Brasilien haben Shantanu Keshav und Gudmundur Gudfinnsson vom Bayerischen Geoinstitut der Universität Bayreuth kleinste Mineraleinschlüsse in Diamanten untersucht. Wie die Spurenelementkonzentrationen in den Mineraleinschlüssen und Hochdruckexperimente am Bayerischen Geoinstitut belegen, bildeten sich die Diamanten und ihre Einschlüsse aus aufgeschmolzener, kalksteinhaltiger Ozeankruste. Die Kristallstrukturen der Einschlüsse (Perowskit und Majorit) zeigen außerdem an, dass die Aufschmelzung in mindestens 400 km Tiefe stattgefunden haben muss.
Primary carbonatite melt from deeply subducted oceanic crust

Kohlenwasserstoffseen auf Saturnmond Titan

Im Jahr 2005 stieß die Raumsonde Cassini auf dem Saturnmond Titan auf die lange gesuchten Seen aus flüssigen Kohlenwasserstoffen, die Theoretiker vorhergesagt hatten. Die Wissenschaftler nahmen an, dass diese überwiegend aus flüssigem Methan, dem einfachsten Kohlenwasserstoff, bestehen. Nun fand ein Forscherteam um Robert Brown von der University of Arizona in Tucson durch spektroskopische Analysen heraus, dass insbesondere der rund 20.000 Quadratkilometer große See Ontario Lacus am Südpol des Saturnmondes auch beträchtliche Mengen an weiteren Kohlenwasserstoffen enthält, unter anderem Ethan, Propan und Butan.
Titan ist der zweitgrößte Mond des Sonnensystems und mit 5.150 Kilometern Durchmesser größer als der Planet Merkur.
Saturnmond Titan – Ströme und Seen aus flüssigen Kohlenwasserstoffen

Brown, R. H. et al: The identification of liquid ethane in Titan’s Ontario Lacus. Nature 454, S. 607-610, 2008.

Reife Galaxien haben Balken

Spiralgalaxien erinnern an immense Strudel aus Sternen, und einige von ihnen scheinen sogar das zugehörige „Rührwerk“ zu besitzen. Dieser leuchtende, quer durch das Zentrum der Galaxie reichende Balken ist ein Zeichen kosmischer Reife, lassen umfassende Beobachtungen einer internationalen Astronomengruppe um Kartik Sheth vom California Institute of Technology vermuten. Mit zunehmendem Alter des Universums ist demnach auch der Anteil der Balkenspiralen gestiegen. Sheth und seine Kollegen begutachteten mehr als 2.100 Spiralgalaxien in bis zu 7 Milliarden Lichtjahren Entfernung. Ihre Analyse ergab, dass in der näheren Umgebung der Milchstraße fast 70 Prozent der Spiralgalaxien einen Balken besitzen. Vor einigen Milliarden Jahren lag der Anteil der Balkenspiralen dagegen nur bei 20 Prozent.
Evolution of the Bar Fraction in COSMOS: Quantifying the Assembly of the Hubble Sequence

Sternwarte der Uni Bonn: Galaxien

Lagunen und Riffe als Welterbe

Im Juli 2008 hat die UNESCO ihrer Liste der Weltkulturerbestätten 27 neue Orte hinzugefügt. Einer davon sind die Lagunen und Riffe von Neukaledonien. Die etwa 1.200 Kilometer östlich von Australien liegende Inselgruppe umfasst das drittgrößte Korallenriff der Erde. In ihm findet sich eine ungewöhnlich hohe Artenvielfalt, zu der vor allem Schildkröten, Raubfische und die drittgrößte Dugong-Population der Welt gehören.
UNESCO – Lagoons of New Caledonia: Reef Diversity and Associated Ecosystems

Die Lagunen und Riffe von Neukaledonien (Landsat 7-Aufnahme; 4000 x 3000 Pixel, 5 MB)