Solscape

Fleck auf Haumea reich an organischem Material und Mineralien

Bei einem auf dem Zwergplaneten Haumea entdeckten dunkelroten Fleck handelt es sich höchstwahrscheinlich um eine Anreicherung von organischem Material und Mineralien. Der Fleck geht möglicherweise auf den Einschlag zurück, bei dem Haumeas Monde Hi’iaka und Namaka entstanden sind.

Dwarf Haumea’s spot shows up red and rich with organics and minerals

The Dark Red Spot on Dwarf Planet Haumea (mit Video)

CoRoT-7b – Erster erdähnlicher Gesteinsplanet außerhalb des Sonnensystems

CoRoT-7b

Künstlerische Darstellung von CoRoT-7b.
(ESO/L. Calcada)

Im Februar 2009 verkündeten Astronomen die Entdeckung eines neuen, relativ kleinen Exoplaneten um den bis dahin eher unauffälligen Stern CoRoT-7 im Sternbild Einhorn (Monoceros). Doch die damaligen Messungen konnten weder seine Geschwindigkeit, noch seine Masse zuverlässig feststellen.
Mit Hilfe des „High Accuracy Radial velocity Planet Searcher“(HARPS)-Spektrographen am 3,6-Meter-Teleskop der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile konnten die Forscher nun nähere Einblicke erhalten. Ihre Radialgeschwindigkeitsmessungen mit HARPS legen nahe, dass CoRoT-7b eine Dichte hat, die der von Merkur, Venus, Mars und Erde sehr ähnlich ist.
Die Bestätigung der Natur von CoRoT-7b als erstem Gesteinsplaneten außerhalb des Sonnensystems bedeutet einen wichtigen Fortschritt bei der Suche nach erdähnlichen Exoplaneten. CoRoT-7b ist allerdings weit davon entfernt, ein wohnlicher Ort zu sein. Der Planet umkreist seinen Mutterstern in nur 2,5 Millionen Kilometer Entfernung – er ist seinem Zentralstern damit 23 Mal näher als der Merkur unserer Sonne. Aufgrund dieses geringen Abstandes beträgt die Temperatur auf der Tagseite von CoRoT-7b weit über 1.000 Grad Celsius. Flüssiges Wasser und somit die Möglichkeit der Existenz von Leben sind bei solchen Temperaturen völlig ausgeschlossen.
Und noch eine Entdeckung verdanken die Astronomen dem HARPS-Instrument: es enthüllte, dass es im System von CoRoT-7 einen weiteren Planeten gibt, der sich ein wenig weiter außen als CoRoT-7b befindet. Der CoRoT-7c getaufte Himmelskörper umkreist seinen Stern in drei Tagen und 17 Stunden und gehört mit rund acht Erdmassen zur Klasse der sog. Super-Erden. Weil sein Orbit jedoch so liegt, dass er nicht vor seinem Zentralstern vorbeizieht, können sein Radius und damit seine Dichte und Beschaffenheit nicht ermittelt werden.

First Solid Evidence for a Rocky Exoplanet

Smallest exoplanet is shown to be a solid, rocky world

Fachartikel bei Astronomy & Astrophysics

Exoplanet CoRoT-7b ist fünfmal so schwer wie die Erde

Titan: verzweigte Flusstäler am Nordpol und Canyons am Äquator

Neue Radarbilder der Raumsonde Cassini zeigen ein dichtes Netz aus Abflusskanälen und Seen, besonders um den Nordpol des Saturnmondes Titan. Diese Oberflächenmerkmale deuten auf starke Regenfälle flüssiger Kohlenwasserstoffe wie Methan oder Ethan während des dort herrschenden Winters hin, wogegen die sommerliche Südhemisphäre erheblich trockener zu sein scheint. Hier sind die Abflusskanäle canyonförmig und weit verteilt.
Über diese Unterschiede in der Oberflächenbeschaffenheit des größten Saturnmondes Titan berichtete Mirjam Langhans vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) auf der Tagung „Europlanet 2009“ in Potsdam.

Langhans, M. et al.: Morphology of valley systems on Titan – a comparative study (PDF)

Ausgetrocknete Seen in Einschlagbecken auf dem Mars

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Die polygonförmigen Risse in den Einschlagbecken
auf dem Roten Planeten
ähneln auf verblüffende Weise den Rissen,
die man hier auf der Erde in ausgetrockneten Seen vorfindet.
(NASA/JPL)

Bei den Netzwerken aus riesigen polygonalen Trögen, die in Einschlagbecken auf dem Mars gefunden wurden, handelt es sich in Wahrheit um Risse, die durch die Verdunstung von Seen entstanden sind. Diese polygonalen Landschaftsformen hatte man zunächst der thermischen Kontraktion im Mars-Permafrost zugerechnet. Ähnliche Landschaftsformen hatte die Raumsonde Phoenix in der Nähe des Marsnordpols vorgefunden. Wie sich nun herausstellte, können thermische Kontraktionen keine polygonalen Tröge dieser Größe hervorrufen.
Bereits seit längerem gibt es Hinweise darauf, dass der Mars vor 4,6 bis 3,8 Milliarden Jahren in signifikanten Mengen von Wasser bedeckt war. Regen- und Flusswasser hat sich zu dieser Zeit höchstwahrscheinlich auch in Einschlagbecken gesammelt – wodurch sich Seen bildeten, die für mehrere tausend Jahre bestanden haben mögen, bevor sie schließlich austrockneten.

Patterns in Mars crater floors give picture of drying lakes

wissenschaft.de – Im Marsboden klaffen Spalten von bis zu 10 Metern

Für 150 US-Dollar: Fotos der Erde aus dem All

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Die Erde aus dem All.
(Foto: 1337arts.com/Oliver Yeh/Justin Lee)
Zum Vergrößern das Bild anklicken.

Am 2. September 2009 starteten die MIT-Studenten Oliver Yeh, Justin Lee und Eric Newton einen nur 350 Gramm schweren, mit Helium gefüllten Wetterballon von einem Feld in Sturbridge, Massachusetts. Der Ballon trug eine gebrauchte 7,1-Megapixel-Digitalkamera, die so programmiert war, dass sie alle 5 Sekunden eine Aufnahme machte. Ein GPS-fähiges Prepaid-Handy wurde dazu benutzt, die jeweiligen Koordinaten des Ballons per SMS an die Studenten zu übermitteln. Um die Elektronik vor Kälte zu schützen, packte das Team ihre Nutzlast in eine Styropor-Kühlbox. Nach vier Stunden erreichte der Ballon eine Gipfelhöhe von rund 28.350 Metern über der Erdoberfläche. In dieser Höhe ist die Erdkrümmung gerade noch sichtbar. Kurz nach Erreichen seiner Gipfelhöhe platzte der Wetterballon und die „Sonde“ schwebte per Fallschirm zur Erde hinab. Dies dauerte ungefähr 40 Minuten. Das Team fand die Nutzlast schließlich auf einem unbebauten Grundstück etwa 32 km vom Startplatz entfernt.

Project Icarus

Gewittersturm auf Saturn tobt seit neun Monaten

In der Atmosphäre des Gasplaneten Saturn bilden sich Gewitterstürme von der Größe Europas, die über mehrere Monate aktiv bleiben. Bereits seit Mitte Januar 2009 beobachtet die Raumsonde Cassini ein etwa 3.000 Kilometer großes Sturmgebiet, das damit das bisher langlebigste Exemplar seiner Art im Sonnensystem ist. Der bisherige Rekordhalter war ein vom November 2007 bis Juli 2008 andauernder Gewittersturm. Die Blitze des neuen Rekord-Sturms besitzen 10.000 Mal mehr Energie als vergleichbare Entladungen hier auf der Erde.
Die Messdaten der Saturn-Gewitter verraten den Wissenschaftlern viel über die Bewegungen in den Gasschichten des Planeten. Wie auch auf der Erde entstehen die Gewitter auf dem Saturn vorwiegend in Regionen, in denen kalte und warme Strömungen aufeinander treffen. Dabei entwickeln sich Aufwinde, in denen kleine Kristalle durch Reibung elektrische Ladung aufbauen. Auf der Erde bestehen diese Kristalle aus Wasser, auf Saturn größtenteils aus gefrorenem Ammoniak.
Durch die Radiosignale der Blitze erfahren die Forscher indirekt auch mehr über die äußeren Atmosphärenschichten des Saturn. Geladene Teilchen absorbieren hier einen Teil der Strahlung und geben so Hinweise über deren Zusammensetzung und die Auswirkungen des Sonnenwindes auf diese Atmosphärenschichten.

Longest lightning storm on Saturn breaks Solar System Record

LCROSS soll in den Mondkrater Cabeus A einschlagen

Der kaum 20 Kilometer durchmessende Krater Cabeus A liegt in der Nähe des Mondsüdpols. Seit langem wird vermutet, dass es in den tiefen Kratern dort, von denen Teile fast permanent im Schatten liegen, Vorkommen von Wassereis geben könnte. Bisherige Beobachtungen haben allerdings keine eindeutigen Resultate geliefert.
Für Gewissheit sorgen könnte nun der Lunar Crater Observation and Sensing Satellite (LCROSS). Im Juni 2009 gemeinsam mit dem Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) gestartet, ist die Sonde noch immer mit der obersten Stufe der Trägerrakete verbunden, die sie auf den Weg zum Mond gebracht hat. Wenn nach der Trennung der beiden die Raketenstufe in Cabeus A eingeschlagen ist, soll die Sonde durch die Trümmerwolke fliegen und ihre Messdaten zur Erde funken. Dazu bleibt ihr nicht viel Zeit, denn nur vier Minuten später wird sie ebenfalls auf der Mondoberfläche einschlagen.
LCROSS ist nicht der erste Versuch, durch einen gezielten Einschlag Wasser auf dem Mond nachzuweisen. Bereits der Aufprall der Sonde Lunar Prospector im Jahr 1999 diente dem gleichen Zweck. Das Experiment lieferte jedoch keine Hinweise auf Wassereis.
Der Einschlag von LCROSS ist für den Abend des 9. Oktober 2009 geplant.

NASA’S LCROSS Reveals Target Crater for Lunar South Pole Impacts

Ice on the Moon

Interaktives 360-Grad-Panorama des Nachthimmels

Ein atemberaubendes, 800 Millionen Pixel großes 360-Grad-Panorama des gesamten Nachthimmels wurde heute von der Europäischen Südsternwarte (ESO) im Rahmen des Projektes „GigaGalaxy Zoom“ online gestellt. „GigaGalaxy Zoom“ ist ein spezielles Projekt für das Internationale Jahr der Astronomie und soll möglichst viele Menschen dazu animieren, in die Milchstraße „einzutauchen“ und mehr über unsere himmlische Nachbarschaft zu erfahren.
Mit Hilfe des Panoramas kann man das Universum so erleben, wie es mit bloßem Auge vom Standort der ESO in Chile zu sehen ist. ESO’s Observatorium auf dem Cerro Paranal in der Atacamawüste gehört zu den besten astronomischen Beobachtungsplätzen der Welt, da sich die Atmosphäre über dem Gipfel des Berges durch eine trockene und außergewöhnlich ruhige Luftströmung auszeichnet.

ESO unveils an amazing, interactive, 360-degree panoramic view of the entire night sky

Raumfähre "Discovery" sicher gelandet

Nach zwei Wochen im All ist die Raumfähre „Discovery“ sicher auf die Erde zurückgekehrt. Die Landung erfolgte heute um 02:53 Uhr MESZ auf dem Luftwaffenstützpunkt Edwards im US-Bundesstaat Kalifornien. Wegen eines Wolken verhangenen Himmels mussten die Landeversuche auf der Piste des Kennedy Space Center in Florida wiederholt kurzfristig abgesagt werden.
Normalerweise versucht die NASA, derartige Umwege ihrer Raumfähren zu vermeiden, weil diese dann mit einem Kostenaufwand von rund zwei Millionen Dollar (etwa 1,36 Millionen Euro) wieder nach Florida geschafft werden müssen.
Die Mission der „Discovery“ war die vierte von fünf für dieses Jahr geplanten Shuttle-Missionen. Im November soll die „Atlantis“ zur Internationalen Raumstation fliegen.

Das Auge 3D

Dokumentarfilmer Nikolai Vialkowitsch war im Juni zu Dreharbeiten beim Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) auf dem chilenischen Cerro Paranal. Am 29. Oktober 2009 ist der Kinostart seines Films „Das Auge 3D – Leben und Forschen auf dem Cerro Paranal“. Das obige Video ist schon mal ein kleiner Vorgeschmack.