Kategorie: Mars

Mars Express: Flussdelta in der Region Nepenthes Mensae

Tief eingeschnittene Täler auf dem Mars zählen zu den Hinweisen auf eine einstmals von Wasser geprägte Vergangenheit des Roten Planeten. Ein besonders schönes Exemplar eines solchen Tales hat die europäische Raumsonde Mars Express im Januar abgelichtet. Die gestern vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) veröffentlichten Bilder zeigen ein etwa 30 Kilometer langes und bis zu 1.000 Meter tiefes Tal nahe des Mars-Äquators in einem Übergangsgebiet zwischen dem südlichen Hochland und der nördlichen Tiefebene des Mars. Die Region namens Nepenthes Mensae ist gekennzeichnet durch steile Geländekanten und an Tafelberge erinnernde Erhebungen. Das Tal mündet in einem Delta in die angrenzende Tiefebene. Vor diesem Delta findet sich eine fächerförmige „Aufschüttung“. Ganz ähnliche „Aufschüttungen“ bilden irdische Flüsse mit dem von ihnen transportierten Schwemmmaterial. So erstreckt sich bspw. am Grund des Indischen Ozeans, vor der gemeinsamen Mündung von Ganges und Brahmaputra, ein gut 3.000 Kilometer langer Sedimentfächer.
River delta in Nepenthes Mensae

Mars-Radar eröffnet eine neue Dimension der Planetenforschung

Das an Bord der europäischen Raumsonde Mars Express befindliche Instrument MARSIS (Mars Advanced Radar for Subsurface and Ionosphere Sounding) zur Tiefensondierung der Marsoberfläche gewährt neue Einblicke in den Untergrund des Roten Planeten. Der Erfolg der Technik verleitet Forscher jetzt dazu, über die Verwendung der Technik bei künftigen Planetenmissionen nachzudenken. Naheliegende Ziele wären bspw. Jupiters Mond Europa und Saturns Monde Enceladus und Titan. Bei Europa und Enceladus könnte mit Hilfe dieser Technik ein globaler Blick unter die Eispanzer gelingen – bis hinab in eine Tiefe von 20 km. Auf Titan könnten die Kohlenwasserstoffseen genauer erforscht werden. Und auch Kometen und Asteroiden könnten mittels dieser Technik noch so manches Geheimnis preisgeben.
Mars radar opens up a planet’s third dimension

Phobos !

Die Raumsonde Mars Reconnaissance Orbiter hat eindrucksvolle Bilder des Marsmondes Phobos zur Erde gefunkt. Sie gehören mit zu den besten Aufnahmen, die je von dem kleinen Trabanten des Roten Planeten gemacht wurden.
Phobos Imaged by HiRISE

Detailaufnahmen vom Grand Canyon des Mars

Hebes Chasma ist ein rundum abgeschlossener und bis zu acht Kilometer tiefer Talkessel ohne Abfluss im nördlichsten Teil der Valles Marineris, einem mehr als 3.000 Kilometer langen Grabenbruch am Marsäquator. Im Zentrum von Hebes Chasma befindet sich ein mehr als 7.000 Meter hoher Berg, dessen auffälligstes Merkmal sein Aufbau aus übereinander lagernden Gesteinsschichten ist. Die hochauflösende Stereokamera an Bord der europäischen Raumsonde Mars Express nahm Hebes Chasma am 16. September 2005 aus einer Höhe von etwa 300 Kilometern auf. Die Bilder wurden heute veröffentlicht.
Hebes Chasma, a trough in the Grand Canyon of Mars

Odyssey findet Salzablagerungen auf dem Mars

Die Raumsonde Mars Odyssey hat auf dem Roten Planeten Salzablagerungen gefunden. Diese Ablagerungen sind eindeutige Hinweise darauf, dass in den von der Sonde beobachteten Gegenden des Mars einstmals Wasser vorhanden war. Die Salzablagerungen kommen nun als Ziele für künftige Marslander in Frage, da dort möglicherweise organische Kleinstlebewesen existiert haben könnten.
NASA Mission Finds New Clues to Guide Search for Life on Mars

Chloride Salt Deposit in Southern Highlands of Mars

Bright Exposures of Chloride Salt on Southern Mars

Hinweise auf riesige Geysire auf dem Mars

Auf dem Mars gab es noch vor wenigen Millionen Jahren Geysire, die Fontänen aus kohlensäurehaltigem Wasser mehrere Kilometer weit in die Höhe schossen. Darauf deuten die Formen von Ablagerungen hin, die britische Forscher in der Nähe zweier ausgedehnter Grabensysteme entdeckt haben. Ausgelöst wurden die Eruptionen wahrscheinlich durch Blasen aus Kohlenstoffdioxid, die das Wasser aus einer Tiefe von bis zu vier Kilometern durch Spalten im Marsboden an die Oberfläche drückten. Die Fontänen müssen dabei so gewaltig gewesen sein, dass das schlammige Wasser erst in einer Entfernung von mehreren Kilometern von der Austrittsstelle wieder auf den Boden regnete.
Neather et al.: CO2-driven water fountains during water release events on Mars (PDF)

Mars Express: Eis in der Region Promethei Planum

Am 22. September 2005 nahm die hochauflösende Stereokamera (HRSC) an Bord der europäischen Raumsonde Mars Express einen Teil der Region Promethei Planum auf. Das Gebiet ist etwa 800 Kilometer vom Mars-Südpol entfernt. Auf den Bildern, die während des frühen Mars-Sommers entstanden sind, ist eine sehr abwechslungsreiche und teilweise vereiste Landschaft zu sehen.
Icy Promethei Planum

Mars: Früherer See im Holden-Krater?

Das Holden-Bassin ist eine Formation, die sich vor langer Zeit gebildet hat. Hervorgerufen durch einen Meteoriteneinschlag, durchzogen das Bassin vor Entstehung des Holden-Kraters große Kanäle, die Wasser führten, einen See bildeten, und Sedimente in der Formation ablagerten. Dieser erste See blieb über mehrere tausend Jahre bestehen, bis ein zweiter Meteoriteneinschlag den kleineren Krater bildete. Bei diesem Einschlag wurden Gesteinsblöcke von bis zu 50 Metern Größe in die Luft geschleudert, fielen zu Boden und verbackten schließlich mit den feineren Seesedimenten zu sog. Megabrekzien. Wie die Aufnahmen des Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) zeigen, befindet sich auf den Brekzien eine Schicht von Sedimenten, die Messungen zufolge zu fünf Prozent aus Ton besteht. Doch die Tone sind nicht die letzte Schicht im Holden-Krater: an oberster Position liegt eine mit Gesteinsbrocken gespickte Schuttschicht, die typischerweise von reißenden Flüssen abgelagert wird. Die Forscher nehmen an, dass eine riesige Flutwelle mit etwa der 80-fachen Wassermenge des Bodensees aus dem Holden-Bassin über die Wände des Holden-Kraters hinabstürzte, die alten Seesedimente und Gesteinsbrocken fortriss und nur den Schutt zurückließ.
Der Holden-Krater ist eine der sechs Landestellen, welche von der NASA für das Mars Science Laboratory (MSL) in Betracht gezogen werden. Die Mission soll nächstes Jahr starten.

HiRISE – Section Through Largest of Holden Crater Fans

Layers in Holden Crater

MSL Landing Site Selection – Holden Crater Fan

Brekzie aus dem Steinheimer Becken