Kategorie: Mars

Wasser auf Mars?

Auf der Marsoberfläche finden sich zahlreiche Einschlagbecken, in denen fächerförmige Sedimentablagerungen an irdische Flussdeltas erinnern. Einige dieser Schwemmfächer führen in mehreren Stufen in die entsprechenden Krater hinab. Erst vor rund drei Jahren stießen Wissenschaftler auf derartige Strukturen, und bislang gibt es keinen Konsens darüber, wie sie entstanden sein könnten. Auf der Erde gibt es nämlich keine vergleichbaren Formationen. Erin Kraal von der Virginia State University und ihre Kollegen bauten nun in ihrem Labor eine Marslandschaft nach. In einem fünf mal zwölf Meter großen Sedimentbecken gruben sie einen Krater in den Sand und ließen durch einen Kanal Wasser hineinrinnen. Erst fließt das Wasser noch in einem engen Kanal, dann breitet es sich fächerförmig aus und erodiert dabei das Sediment. Der weggeschwemmte Sand lagert sich andernorts ab und formt Deltas, die unter bestimmten Voraussetzungen stufenweise in das Kraterbecken abfallen. Das aus dem Experiment gewonnene Wissen steckten die Forscher daraufhin in theoretische Modelle zum Sedimenttransport auf dem Mars. Demnach würde die Bildung einer zwanzig Kilometer messenden Fließstruktur in einem hundert Kilometer breiten Einschlagbecken nicht Hunderte bis Millionen von Jahren dauern – wie für andere hydrologische Ereignisse auf dem Mars geschätzt – sondern nur wenige Jahrzehnte. Allerdings wäre viel Wasser vonnöten: der Rhein bspw. müsste rund hundert Jahre in das Becken fließen, um es ausreichend zu füllen!

Unique Martian formation reproduced, reveals brief bursts of water

Water on Mars?

Die tiefen Täler von Candor Chasma

Die hochauflösende Stereokamera an Bord der europäischen Raumsonde Mars Express liefert ja regelmäßig eindrucksvolle Bilder vom Roten Planeten. Heute wurde eine neue Aufnahme veröffentlicht, die Candor Chasma zeigt – ein tiefes Seitental des Canyonsystems der Valles Marineris.
Deep valleys of Candor Chasma

Mars Express: Krater Terby

Am nördlichen Rand des großen Hellas-Einschlagbeckens auf der Südhalbkugel des Mars befindet sich der 170 Kilometer große Krater Terby, benannt nach dem belgischen Astronomen Francois J. Terby (1846-1911). Im nördlichen Teil des Kraters sind zahlreiche geschichtete Tafelberge zu sehen, die mit der Stereokamera an Bord der europäischen Raumsonde Mars Express mit einer Auflösung von etwa 13 Meter pro Bildpunkt aufgenommen wurden.
Traces of the martian past in the Terby crater

Asteroid steuert auf Mars zu

Am 20. November haben Astronomen des Catalina Sky Survey einen Asteroiden entdeckt, der am 30. Januar 2008 auf dem Mars einschlagen könnte. Die Wahrscheinlichkeit eines Treffers liegt laut aktuellen Beobachtungen bei 1 zu 75. Der Asteroid 2007 WD5 hat einen Durchmesser von rund 50 Metern und dürfte bei einem Einschlag einen Krater erzeugen, der mehr als einen halben Kilometer groß ist. Durch den Einschlag dürfte eine Energie vergleichbar mit etwa drei Megatonnen TNT frei werden.
Recently Discovered Asteroid Could Hit Mars in January

Noctis Labyrinthus, das "Labyrinth der Nacht"

Neue Bilder der hochauflösenden Stereokamera an Bord der ESA-Raumsonde Mars Express zeigen einen Ausschnitt der Region Noctis Labyrinthus. An den tiefsten Stellen des „Labyrinths der Nacht“ liegt der Talgrund bis zu fünftausend Meter unter der Hochlandebene. Die Region Noctis Labyrinthus schließt sich direkt westlich an das Talsystem der Valles Marineris an, dem „Grand Canyon“ des Mars. Die Valles Marineris markieren einen bis zu elf Kilometer tiefen Einschnitt in das Marshochland, der sich viertausend Kilometer lang von Westen nach Osten entlang des Marsäquators erstreckt.
https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Mars_Express/Noctis_Labyrinthus_labyrinth_of_the_night

Pläne für die erste bemannte Mission zum Mars

Die Weltraumbehörde NASA hat Details zur ersten bemannten, 30 Monate dauernden Mission zum Mars vorgestellt. Demnach könnte im Frühjahr 2031 ein Raumschiff zum Roten Planeten starten. Die reine Flugzeit für eine Strecke wird mit sechs bis sieben Monaten veranschlagt. Bereits zwei Jahre zuvor sollen Lebensmittel, Ausrüstung und eine Wohneinheit vorausgeschickt werden, in der das Astronauten-Team bis zu 16 Monate verbringen könnte. Ein Kernreaktor soll die nötige Energie liefern. Dass in der Planung noch viele offene Fragen vorherrschen, belegt die weite Spanne des geschätzten Finanzbedarfs: die Mission soll 20 bis 450 Milliarden US-Dollar kosten.
BBC: Nasa outlines manned Mars vision