Kategorie: Mars

Gigantischer Einschlag formte den Mars

Eines der ältesten und umstrittensten Rätsel des Mars betrifft die eklatanten topographischen Unterschiede zwischen seinen beiden Hemisphären: während die südliche Hemisphäre ein stark verkratertes Hochland ist, besteht die Nordhalbkugel großenteils aus einer jüngeren Tiefebene. Forscher vom Massachusetts Institute of Technology haben jetzt Belege dafür gefunden, dass es sich bei diesem Becken, das 42 Prozent der Marsoberfläche ausmacht, um einen gigantischen, über vier Milliarden Jahre alten Einschlagkrater handelt. Bislang erschien vielen Wissenschaftlern die Form des Tieflands zu unregelmäßig für einen Krater. Das Team um Jeffrey C. Andrews-Hanna konnte diesen Einwand jetzt entkräften. Wie es durch Messungen der lokalen Gravitation im Verhältnis zur Topographie zeigte, bildet das nördliche Tiefland tatsächlich eine fast perfekte Ellipse. Sie ist an der Oberfläche nur deshalb nicht zu erkennen, weil die jüngere Tharsis-Region mit dem Vulkan Olympus Mons einen Teil der Struktur überdeckt. Per Computersimulation ermittelte Margarita Marinova vom California Institute of Technology in Pasadena, dass sich Form und Größe des Beckens mit dem Einschlag eines 1.600 bis 2.700 Kilometer großen Asteroiden erklären lassen, der mit sechs bis zehn Kilometern pro Sekunde in einem Winkel zwischen 30 und 60 Grad aufprallte.

Gigantischer Crash formte den Mars

Solar system’s biggest impact scar discovered

Andrews-Hanna: Planetary Geophysics Group

Fünf Jahre Mars Express – eine europäische Erfolgsgeschichte

Seit der mit Bravour gemeisterten Landung der NASA-Sonde Phoenix steht der Mars mehr denn je im Mittelpunkt der Planetenforschung. Nun feiern Wissenschaftler und Ingenieure der ESA das fünfjährige Jubiläum des Starts von Mars Express, der ersten europäischen Planetenmission überhaupt. Am Abend des 2. Juni 2003 hob vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan eine Trägerrakete vom Typ Sojus ab, um die Planetensonde der ESA zunächst in eine Erdumlaufbahn und wenige Stunden später mit einer Fregat-Oberstufe auf die sechsmonatige Reise in Richtung Mars zu befördern. Seit der Ankunft zu Weihnachten 2003 konnten die Bilder und Messergebnisse der europäischen Marssonde die Erforschung des Roten Planeten entscheidend voranbringen. Mit der High Resolution Stereo Camera (HRSC) kartiert das DLR gemeinsam mit der Freien Universität Berlin den Mars global in hoher Auflösung, in Farbe und in „3D“ – es ist das bisher umfangreichste deutsche Experiment zur Planetenforschung.
Fünf Jahre Mars Express – die schönsten Bilder der Marskamera HRSC

Video: 3D-Flug durch Hebes Chasma (Quicktime; 129 MB)

Der Flug des Phoenix


Diese Aufnahme des Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) zeigt den Abstieg von Phoenix am Fallschirm; im Hintergrund sieht man den riesigen Krater Heimdall. Phoenix befindet sich hier gerade zwischen 8 und 10 km über der Oberfläche des Mars und etwa 20 km vom Krater entfernt.
Der unten links eingefügte Bildausschnitt ist eine kontrastverstärkte Version und zeigt einige Details des Fallschirms.
Zum Vergrößern bitte das Bild anklicken.

MRO fotografiert Landeanflug von Phoenix


Eigentlich ist das High Resolution Imaging Science Experiment (HiRISE) an Bord der Sonde Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) für seine eindrucksvollen Aufnahmen der Marsoberfläche bekannt. In der Nacht auf Montag gelang der Kamera jedoch ein bislang einmaliger Schnappschuss: erstmals fotografierte eine Raumsonde eine andere bei der Landung. Das Bild, das die NASA gestern Abend veröffentlichte, zeigt, wie der Marslander Phoenix an einem Fallschirm seiner Landestelle entgegengleitet.
Phoenix Makes a Grand Entrance